Du kennst diesen Sound.
Diese merkwürdige, überpolierte, sagt-nichts-Stimme, die sofort schreit: „Das hat ne KI geschrieben."
„In der heutigen schnelllebigen digitalen Landschaft ist es wichtig, Synergien zu nutzen und Workflows für maximale Effizienz zu optimieren."
Keiner spricht so. Keiner schreibt so. Und trotzdem kriegt man genau das, wenn man KI einfach machen lässt.
Hier ist die Sache: Die KI ist nicht schuld. Du bist es.
Nicht böse gemeint. Einfach nur: Du hast ihr nicht gesagt, was du wirklich willst.
Das eigentliche Problem
Wenn du KI bittest, etwas zu schreiben, ohne eine Stimme vorzugeben, wählt sie was ich „Wikipedia Professional" nenne – technisch korrekt, völlig leblos, klingt wie von einem Ausschuss von Anwälten genehmigt.
Das passiert, weil:
- KI ist auf dem Internet trainiert. Und die meisten formalen Texte online sind langweiliges Corporate-Blabla.
- Sicher = langweilig. Ohne Leitlinien wählt KI den sichersten, generischsten Ton.
- Du hast es nicht anders gesagt. Und Gedankenlesen kann sie halt noch nicht.
Das Ergebnis? Jede E-Mail klingt wie eine Pressemitteilung. Jeder Blog-Post wie ein Lehrbuch. Jede Social-Media-Caption wie von jemandem, der Social Media noch nie benutzt hat.
Der 3-Zeilen-Fix
Hier ist, was wirklich funktioniert. Schreib drei Zeilen vor deine Anfrage:
Voice: [beschreib den Ton, den du willst]
Audience: [wer liest das]
Avoid: [was du nicht willst]
Das wars. Drei Zeilen. Schau, was passiert.
Beispiel: Eine Produktbeschreibung
Ohne den Fix:
„Unsere innovative Lösung nutzt fortschrittliche Technologie, um Workflows zu straffen und Produktivität zu maximieren."
Mit dem Fix:
Voice: Locker, selbstbewusst, leicht witzig. Wie ein smarter Freund, der was erklärt.
Audience: Beschäftigte Profis, die Marketing-Sprech hassen.
Avoid: Buzzwords, Corporate-Jargon, alles was nach LinkedIn-Post klingt.
Schreib eine Produktbeschreibung für eine Task-Management-App.
„Endlich ne To-Do-App, die dich nicht zum Laptop-Werfen bringt. Aufgaben hinzufügen, abhaken, dich wie ein funktionierender Mensch fühlen. Kein ‚Synergy.’ Kein ‚Leverage.’ Einfach Sachen erledigen."
Selbe KI. Selbe Anfrage. Komplett anderes Ergebnis.
Voice-Beschreibungen, die funktionieren
Weißt du nicht, wie du den Ton beschreiben sollst? Klau diese:
Für Professionell aber Menschlich
- „Selbstbewusst aber nicht arrogant. Klar aber nicht kalt."
- „Wie eine E-Mail von einem Kollegen, den du magst."
- „Smart und direkt, aber warm."
Für Locker/Conversational
- „Wie eine SMS an einen Freund, der Experte ist."
- „Informell aber nicht schlampig. Fun aber nicht übertrieben."
- „Das Gegenteil eines Corporate-Memos."
Für Autoritative Inhalte
- „Experte erklärt was einem neugierigen Anfänger."
- „Selbstsicher und wissend, aber nie herablassend."
- „Wie ein TED Talk, nicht wie eine Vorlesung."
Für Sales/Marketing
- „Enthusiastisch ohne zu drängen."
- „Wie ein Freund, der was empfiehlt, das er wirklich mag."
- „Selbstbewusst aber ehrlich über Grenzen."
Der „Avoid"-Teil ist heimlich am wichtigsten
Hier ist ein Trick, den die meisten verpassen: Der KI zu sagen, was sie NICHT tun soll, ist oft effektiver als ihr zu sagen, was sie tun soll.
Warum? Weil KI bestimmte Muster bevorzugt. Wenn du sie nicht explizit verbietest, tauchen sie auf.
Klassiker zum Vermeiden:
- Buzzwords: Synergy, Leverage, Optimize, Innovative, Cutting-edge
- Füllphrasen: „Es ist wichtig zu beachten", „Um zu verstehen", „Am Ende des Tages"
- Abschwächungen: „könnte", „möglicherweise", „in manchen Fällen"
- Corporate-Speak: „Value Proposition", „Stakeholder", „Deliverables"
- Klischees: „Game-Changer", „Über den Tellerrand denken", „Low-Hanging Fruit"
Probier das zu jeder Anfrage:
„Avoid: Buzzwords, Füllphrasen, alles was nach Marketing-Abteilung klingt."
Sofort besser.
Echte Vorher/Nachher-Beispiele
LinkedIn-Post
Vorher (Default-KI):
„Freue mich, bekannt zu geben, dass ich zu XYZ Company als Senior Product Manager gestoßen bin! Ich freue mich darauf, meine Erfahrung einzubringen, um Innovation voranzutreiben und Wert für Stakeholder zu schaffen. Dankbar für diese Chance und gespannt auf das, was kommt! #NewJob #Excited #Grateful"
Nachher (mit Voice-Fix):
„Neuer Job: Ich bin jetzt bei XYZ als Product Manager. Das Team baut was, das ich selbst nutzen will. Das ist selten. Erster Tag ist Montag. Bisschen nervös, mehr gespannt."
Kunden-E-Mail
Vorher (Default-KI):
„Sehr geehrter Kunde, wir entschuldigen uns aufrichtig für etwaige Unannehmlichkeiten. Ihr Feedback ist uns wichtig und wir verpflichten uns, diese Angelegenheit umgehend zu lösen. Zögern Sie nicht, uns bei weiteren Bedenken zu kontaktieren."
Nachher (mit Voice-Fix):
„Hey [Name], das ist ärgerlich – ich wär auch genervt. Hab dir grade ne volle Rückerstattung ausgelöst (sollte in 2-3 Tagen da sein). Sorry, dass wir das verbockt haben. Meld dich, wenn sonst noch was ist."
Blog-Einleitung
Vorher (Default-KI):
„In der zunehmend digitalen Welt ist effektive Kommunikation wichtiger denn je. Egal ob Business-Profi oder jemand, der Schreib-Skills verbessern will – das Verstehen der Grundlagen ist essenziell."
Nachher (mit Voice-Fix):
„Die meisten Schreib-Tipps sind nutzlos. ‚Sei klar.’ ‚Kenne dein Publikum.’ Danke, bin geheilt. Hier ist, was wirklich hilft – konkrete Techniken, die du in deiner nächsten E-Mail nutzen kannst. Keine vagen Prinzipien, die gut klingen aber nichts ändern."
Tiefer gehen: Die 5-Zeilen-Version
Wenn du mit dem 3-Zeilen-Fix vertraut bist, kannst du erweitern:
Voice: [Ton und Stil]
Audience: [wer liest das]
Goal: [was soll der Leser tun/fühlen]
Format: [Struktur-Vorlieben]
Avoid: [was du nicht willst]
Beispiel:
Voice: Direkt und praktisch. Wie ein smarter Kollege, der nen Tipp teilt.
Audience: Freelancer, die gut in ihrem Handwerk sind aber beim Pricing strugglen.
Goal: Selbstbewusst genug machen, dass sie diese Woche ihre Preise erhöhen.
Format: Kurze Absätze, konkrete Beispiele, kein Fluff.
Avoid: Generische Tipps, Motivations-Klischees, alles was herablassend ist.
Schreib über wie man Freelance-Preise erhöht.
Das gibt KI alles, was sie braucht, um deine Vision zu treffen.
Häufige Fehler
Fehler 1: Zu vage sein „Schreib freundlich" reicht nicht. Freundlich wie ein Customer-Service-Bot? Freundlich wie dein bester Freund? Freundlich wie ein lächelnder Profi? Sei spezifisch.
Fehler 2: Dich selbst widersprechen „Sei kurz aber gründlich" oder „Sei professionell aber locker" – such dir ne Richtung.
Fehler 3: Keine Beispiele geben Wenn du ein Schreibbeispiel hast, das dir gefällt, teil es. „Match den Ton dieses Beispiels" ist mega effektiv.
Fehler 4: Nach einem Versuch aufgeben Erstes Ergebnis nicht ganz richtig? Dann adjust. „Mach es lockerer" oder „Das ist zu witzig, tone it down" funktioniert super.
Das Fazit
KI klingt robotisch, weil du ihr nicht gesagt hast, es nicht zu tun.
Drei Zeilen – Voice, Audience, Avoid – und schau zu, wie sich alles transformiert.
Je spezifischer du bist, was du NICHT willst, desto besser das Ergebnis.
Jetzt geh und schreib die E-Mail um, die in deinen Entwürfen rumliegt, weil sie „komisch" klingt.
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