Moderne Cloud-Architektur
Container, Kubernetes und Serverless verstehen — die Technologien hinter moderner Cloud-Architektur, in Business-Sprache erklaert.
🔄 Quick Recall: In der vorherigen Lektion hast du Cloud-Kostenmanagement gelernt — die FinOps-Sequenz (Sichtbarkeit → Right-Sizing → Scheduling → Reservierungen) und dass 30% der Cloud-Ausgaben verschwendet werden. Jetzt schaust du dir an, wie moderne Anwendungen in der Cloud tatsaechlich gebaut werden.
Ueber virtuelle Maschinen hinaus
VMs waren die erste Welle des Cloud Computing — und sie sind immer noch wichtig. Aber moderne Cloud-Architektur hat sich weiterentwickelt: effizienter, skalierbarer und kostenguenstiger.
Drei Technologien praegen die moderne Cloud: Container, Kubernetes und Serverless. Du musst sie nicht selbst bauen — aber du musst wissen, was sie sind, weil sie in jedem Cloud-Gespraech vorkommen.
Container: Die ganze Umgebung mitliefern
Ein Container verpackt eine Anwendung mit allem, was sie braucht — Code, Laufzeitumgebung, Bibliotheken, Einstellungen — in eine tragbare Einheit, die ueberall gleich laeuft.
Das Problem, das Container loesen: „Bei mir funktioniert es, aber auf dem Server nicht." Vor Containern musste man auf jedem Server die richtige Betriebssystem-Version, Laufzeitumgebung und Bibliotheken installieren. Container packen alles zusammen.
| Eigenschaft | Virtuelle Maschine | Container |
|---|---|---|
| Enthaelt | Volles Betriebssystem + App | Nur App + Abhaengigkeiten |
| Groesse | Gigabytes | Megabytes |
| Startzeit | Minuten | Sekunden |
| Ressourcenverbrauch | Hoch (jede VM hat eigenes OS) | Niedrig (teilt Host-OS) |
| Dichte | 5-10 VMs pro Server | 50-100+ Container pro Server |
KI-Prompt fuer Container-Verstaendnis:
„Erklaere mir Container so, als haette ich keinen IT-Hintergrund. Ich muss verstehen: (1) Was mein IT-Team meint, (2) welche Business-Vorteile Container haben, (3) ob Containerisierung fuer unser Unternehmen Sinn macht. Nutze Analogien, keinen Code."
✅ Quick Check: Was macht Container effizienter als virtuelle Maschinen? (Antwort: Container teilen das Host-Betriebssystem, sind daher nur Megabytes gross statt Gigabytes, starten in Sekunden statt Minuten, und man kann 50-100+ Container auf einem Server betreiben statt 5-10 VMs.)
Kubernetes: Container im grossen Massstab
Ein Container ist einfach. Hunderte Container auf mehreren Servern verwalten — gesund halten, hoch- und runterskalieren, abgestuerzte ersetzen, Traffic verteilen — das braucht ein Orchestrierungssystem. Dieses System heisst Kubernetes (oft K8s abgekuerzt).
Google hat Kubernetes basierend auf seinem internen Container-Management entwickelt. Alle drei grossen Anbieter bieten verwaltete Kubernetes-Dienste:
| Anbieter | Managed Kubernetes |
|---|---|
| AWS | EKS (Elastic Kubernetes Service) |
| Azure | AKS (Azure Kubernetes Service) |
| Google Cloud | GKE (Google Kubernetes Engine) |
Was Kubernetes macht:
- Self-Healing: Stuerzt ein Container ab, wird er automatisch ersetzt
- Auto-Scaling: Mehr Container bei mehr Traffic, weniger bei weniger
- Load Balancing: Traffic wird auf gesunde Container verteilt
- Rolling Updates: Neue Versionen werden schrittweise ausgerollt — bei Problemen automatischer Rollback
Serverless: Gar nichts mehr verwalten
Serverless geht noch einen Schritt weiter: Du schreibst Code, laedst ihn hoch, und der Cloud-Anbieter kuemmert sich um den Rest — Server, Skalierung, Patches, Verfuegbarkeit. Du zahlst nur, wenn dein Code tatsaechlich laeuft.
| Anbieter | Serverless-Dienst |
|---|---|
| AWS | Lambda |
| Azure | Azure Functions |
| Google Cloud | Cloud Functions |
Serverless passt, wenn: Traffic unvorhersehbar ist, du null Infrastruktur verwalten willst, oder Event-getriebene Workloads vorliegen (Datei hochgeladen → verarbeiten, API-Aufruf → antworten).
Serverless passt weniger, wenn: Langlaeufer-Prozesse noetig sind (Lambda-Limit: 15 Minuten), Traffic konstant hoch ist (Container koennen guenstiger sein) oder spezifische Laufzeit-Kontrolle gebraucht wird.
In der Praxis nutzen 78% der Engineering-Teams hybride Architekturen — Serverless fuer variable Workloads, Container fuer stabile.
✅ Quick Check: In welchem Szenario spart Serverless am meisten gegenueber Containern oder VMs? (Antwort: Bei stark schwankendem Traffic — manchmal null Anfragen, manchmal tausende. Serverless skaliert auf null — keine Kosten bei Leerlauf. Container und VMs kosten durchgehend, auch wenn sie nichts tun.)
Key Takeaways
- Container verpacken Anwendungen mit allen Abhaengigkeiten in tragbare Einheiten, die ueberall identisch laufen — keine „bei mir funktioniert es"-Probleme mehr
- Container sind leichter als VMs (Megabytes statt Gigabytes, Sekunden statt Minuten Startzeit), 50-100+ pro Server statt 5-10 VMs
- Kubernetes orchestriert Container im grossen Massstab — Self-Healing, Auto-Scaling, Load Balancing und Rolling Updates automatisch
- Serverless eliminiert Infrastruktur-Management komplett — du schreibst Code, laedst ihn hoch und zahlst nur bei Ausfuehrung
- 78% der Teams nutzen hybride Architekturen: Serverless fuer variable, Container fuer stabile Workloads
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