Lektion 7 10 Min.

Moderne Cloud-Architektur

Container, Kubernetes und Serverless verstehen — die Technologien hinter moderner Cloud-Architektur, in Business-Sprache erklaert.

🔄 Quick Recall: In der vorherigen Lektion hast du Cloud-Kostenmanagement gelernt — die FinOps-Sequenz (Sichtbarkeit → Right-Sizing → Scheduling → Reservierungen) und dass 30% der Cloud-Ausgaben verschwendet werden. Jetzt schaust du dir an, wie moderne Anwendungen in der Cloud tatsaechlich gebaut werden.

Ueber virtuelle Maschinen hinaus

VMs waren die erste Welle des Cloud Computing — und sie sind immer noch wichtig. Aber moderne Cloud-Architektur hat sich weiterentwickelt: effizienter, skalierbarer und kostenguenstiger.

Drei Technologien praegen die moderne Cloud: Container, Kubernetes und Serverless. Du musst sie nicht selbst bauen — aber du musst wissen, was sie sind, weil sie in jedem Cloud-Gespraech vorkommen.

Container: Die ganze Umgebung mitliefern

Ein Container verpackt eine Anwendung mit allem, was sie braucht — Code, Laufzeitumgebung, Bibliotheken, Einstellungen — in eine tragbare Einheit, die ueberall gleich laeuft.

Das Problem, das Container loesen: „Bei mir funktioniert es, aber auf dem Server nicht." Vor Containern musste man auf jedem Server die richtige Betriebssystem-Version, Laufzeitumgebung und Bibliotheken installieren. Container packen alles zusammen.

EigenschaftVirtuelle MaschineContainer
EnthaeltVolles Betriebssystem + AppNur App + Abhaengigkeiten
GroesseGigabytesMegabytes
StartzeitMinutenSekunden
RessourcenverbrauchHoch (jede VM hat eigenes OS)Niedrig (teilt Host-OS)
Dichte5-10 VMs pro Server50-100+ Container pro Server

KI-Prompt fuer Container-Verstaendnis:

„Erklaere mir Container so, als haette ich keinen IT-Hintergrund. Ich muss verstehen: (1) Was mein IT-Team meint, (2) welche Business-Vorteile Container haben, (3) ob Containerisierung fuer unser Unternehmen Sinn macht. Nutze Analogien, keinen Code."

Quick Check: Was macht Container effizienter als virtuelle Maschinen? (Antwort: Container teilen das Host-Betriebssystem, sind daher nur Megabytes gross statt Gigabytes, starten in Sekunden statt Minuten, und man kann 50-100+ Container auf einem Server betreiben statt 5-10 VMs.)

Kubernetes: Container im grossen Massstab

Ein Container ist einfach. Hunderte Container auf mehreren Servern verwalten — gesund halten, hoch- und runterskalieren, abgestuerzte ersetzen, Traffic verteilen — das braucht ein Orchestrierungssystem. Dieses System heisst Kubernetes (oft K8s abgekuerzt).

Google hat Kubernetes basierend auf seinem internen Container-Management entwickelt. Alle drei grossen Anbieter bieten verwaltete Kubernetes-Dienste:

AnbieterManaged Kubernetes
AWSEKS (Elastic Kubernetes Service)
AzureAKS (Azure Kubernetes Service)
Google CloudGKE (Google Kubernetes Engine)

Was Kubernetes macht:

  • Self-Healing: Stuerzt ein Container ab, wird er automatisch ersetzt
  • Auto-Scaling: Mehr Container bei mehr Traffic, weniger bei weniger
  • Load Balancing: Traffic wird auf gesunde Container verteilt
  • Rolling Updates: Neue Versionen werden schrittweise ausgerollt — bei Problemen automatischer Rollback

Serverless: Gar nichts mehr verwalten

Serverless geht noch einen Schritt weiter: Du schreibst Code, laedst ihn hoch, und der Cloud-Anbieter kuemmert sich um den Rest — Server, Skalierung, Patches, Verfuegbarkeit. Du zahlst nur, wenn dein Code tatsaechlich laeuft.

AnbieterServerless-Dienst
AWSLambda
AzureAzure Functions
Google CloudCloud Functions

Serverless passt, wenn: Traffic unvorhersehbar ist, du null Infrastruktur verwalten willst, oder Event-getriebene Workloads vorliegen (Datei hochgeladen → verarbeiten, API-Aufruf → antworten).

Serverless passt weniger, wenn: Langlaeufer-Prozesse noetig sind (Lambda-Limit: 15 Minuten), Traffic konstant hoch ist (Container koennen guenstiger sein) oder spezifische Laufzeit-Kontrolle gebraucht wird.

In der Praxis nutzen 78% der Engineering-Teams hybride Architekturen — Serverless fuer variable Workloads, Container fuer stabile.

Quick Check: In welchem Szenario spart Serverless am meisten gegenueber Containern oder VMs? (Antwort: Bei stark schwankendem Traffic — manchmal null Anfragen, manchmal tausende. Serverless skaliert auf null — keine Kosten bei Leerlauf. Container und VMs kosten durchgehend, auch wenn sie nichts tun.)

Key Takeaways

  • Container verpacken Anwendungen mit allen Abhaengigkeiten in tragbare Einheiten, die ueberall identisch laufen — keine „bei mir funktioniert es"-Probleme mehr
  • Container sind leichter als VMs (Megabytes statt Gigabytes, Sekunden statt Minuten Startzeit), 50-100+ pro Server statt 5-10 VMs
  • Kubernetes orchestriert Container im grossen Massstab — Self-Healing, Auto-Scaling, Load Balancing und Rolling Updates automatisch
  • Serverless eliminiert Infrastruktur-Management komplett — du schreibst Code, laedst ihn hoch und zahlst nur bei Ausfuehrung
  • 78% der Teams nutzen hybride Architekturen: Serverless fuer variable, Container fuer stabile Workloads

Up Next

In der letzten Lektion erstellst du deinen persoenlichen Cloud-Lernplan — mit Zertifizierungspfaden, kostenlosen Ressourcen, Hands-on-Projekten und einer Roadmap, die dein Cloud-Wissen in echte Karriere- oder Business-Vorteile verwandelt.

Wissenscheck

1. Dein IT-Team sagt: 'Wir sollten die Anwendung containerisieren.' Dein Chef fragt dich, was das fuer das Business bedeutet. Was antwortest du?

2. Dein Team diskutiert: Serverless (AWS Lambda) oder Container (EKS) fuer eine neue Anwendung. Der Traffic ist stark schwankend — manchmal 10 Anfragen pro Minute, manchmal 10.000. Was passt besser?

3. Dein CEO hat einen Artikel ueber Edge Computing gelesen und fragt: 'Sollten wir auf die Edge wechseln?' Wie antwortest du?

Beantworte alle Fragen zum Prüfen

Erst das Quiz oben abschließen

Passende Skills