Lektion 4 14 Min.

Prozesse: Vom Papierstapel zur digitalen Loesung

Digitalisiere konkrete Geschaeftsprozesse Schritt fuer Schritt — von der Rechnungsstellung ueber die Kundenverwaltung bis zur Auftragsabwicklung.

🔄 Kurzer Rueckblick: In der letzten Lektion hast du deinen Digitalisierungsfahrplan erstellt — drei Phasen, klare Prioritaeten, Foerdermittel gecheckt. Jetzt schauen wir uns die konkreten Prozesse an, die du in Phase 1 und 2 digitalisieren kannst.

Theorie ist schoen. Aber jetzt wird es praktisch: Welche Alltagsprozesse kosten dich und dein Team die meiste Zeit — und wie werden sie digital?

Die Top-5-Prozesse fuer den Einstieg

Diese fuenf Prozesse bieten den groessten Return bei der geringsten Komplexitaet:

1. Buchhaltung und Rechnungsstellung

Vorher: Rechnungen in Word erstellen, ausdrucken, einscannen, in DATEV manuell buchen.

Nachher: Cloud-Buchhaltung erstellt Rechnungen im E-Rechnungsformat, versendet automatisch, bucht Zahlungseingaenge ab und bereitet den DATEV-Export fuer den Steuerberater vor.

ToolAb-Preis/MonatStaerke
lexoffice7,90 EUREinfach, intuitiv, DATEV-Anbindung
sevDesk8,90 EURBelegerfassung per Foto, E-Rechnung
BuchhaltungsButler24,95 EURAutomatische Kontierung mit KI
DATEV Unternehmen onlineUeber SteuerberaterStandard in der Zusammenarbeit mit Steuerberatern

2. Kundenverwaltung (CRM)

Vorher: Kundendaten in Excel, Outlook, Visitenkartenbox und im Kopf des Vertrieblers.

Nachher: Alle Kundenkontakte, Auftraege, E-Mails und Notizen an einem Ort. Automatische Erinnerungen fuer Follow-ups.

ToolAb-Preis/MonatStaerke
HubSpot CRM0 EUR (Basis)Kostenloser Einstieg, viele Integrationen
Pipedrive14 EURVertriebsfokus, einfache Pipeline
CentralStation CRM0 EUR (3 Nutzer)Made in Germany, DSGVO-konform
Brevo (ex Sendinblue)0 EUR (Basis)CRM + E-Mail-Marketing kombiniert

3. Dokumentenmanagement

Vorher: Ordner im Aktenschrank, Dateien auf dem Desktop, USB-Sticks in der Schublade.

Nachher: Alle Dokumente digital, durchsuchbar, versioniert und von ueberall zugreifbar.

  • Microsoft 365 / Google Workspace: Ab 5-6 EUR/Monat pro Nutzer. Cloud-Speicher, gemeinsame Bearbeitung, Volltextsuche.
  • Branchenloesungen: Viele Handwerkssoftware-Anbieter haben integriertes DMS.

4. Zeiterfassung und Personal

Vorher: Stundenzettel auf Papier, Urlaubsantraege per E-Mail, Excel-Tabellen.

Nachher: Digitale Stempeluhr (App oder Terminal), automatische Urlaubsverwaltung, DATEV-Export fuer Lohnbuchhaltung.

ToolAb-Preis/MonatStaerke
PersonioAb ca. 3 EUR/MitarbeiterHR-Komplettloesung fuer KMU
clockodo6,50 EUR (2 Nutzer)Zeiterfassung mit Projektbezug
TimeTacAb 2 EUR/MitarbeiterZeiterfassung + Urlaubsverwaltung

Quick Check: Dein Betrieb hat 12 Mitarbeiter und du zahlst 50 EUR/Monat fuer eine HR-Software. Vorher hast du 8 Stunden pro Monat fuer manuelle Zeiterfassung und Urlaubsverwaltung gebraucht. Lohnt sich das? (Antwort: Ja. 8 Stunden deiner Arbeitszeit kosten — konservativ gerechnet — 300-400 EUR. Die Software spart dir also 250-350 EUR pro Monat netto, plus weniger Fehler, weniger Rueckfragen und zufriedenere Mitarbeiter.)

5. Kommunikation

Vorher: E-Mail-Ketten, WhatsApp-Gruppen, Zettel auf dem Schreibtisch.

Nachher: Ein zentraler Kanal fuer Teamkommunikation, Aufgabenverwaltung und Dateiablage.

  • Microsoft Teams: In Microsoft 365 enthalten. Chat, Videocalls, Dateien.
  • Slack: Kostenlose Basisversion. Kanaele nach Themen/Projekten.
  • Google Chat: In Google Workspace enthalten.

E-Rechnung: Die gesetzliche Pflicht

Ab 2025 muessen alle B2B-Unternehmen E-Rechnungen empfangen koennen. Ab 2027 muessen auch kleinere Unternehmen im strukturierten Format versenden.

Was du jetzt tun musst:

  1. Pruefen: Kann deine Buchhaltungssoftware ZUGFeRD oder XRechnung?
  2. Upgraden: Falls nicht — jetzt wechseln. Die meisten Cloud-Buchhaltungstools koennen E-Rechnungen.
  3. Testen: Eine Test-Rechnung im E-Rechnungsformat erstellen und versenden.
  4. Schulen: Mitarbeiter in Rechnungswesen muessen das neue Format kennen.
Pruefe, ob mein Unternehmen bereit fuer die
E-Rechnungspflicht ist:

Aktuelle Buchhaltungssoftware: [Name]
Rechnungsvolumen B2B: [Anzahl pro Monat]
Aktuelles Format: [PDF, Word, Papier]

Erstelle:
1. Checkliste: Was muss ich bis wann umgesetzt haben?
2. Empfehlung: Welche Software kann E-Rechnungen?
3. Uebergangsfristen fuer meine Unternehmensgroesse
4. Konkreter 4-Wochen-Plan fuer die Umstellung

Key Takeaways

  • Fuenf Prozesse fuer den Einstieg: Buchhaltung, CRM, Dokumentenmanagement, Zeiterfassung, Kommunikation
  • Cloud-Tools starten ab 0-10 EUR/Monat — die Einstiegskosten sind minimal
  • E-Rechnungspflicht ab 2025/2027 betrifft jeden B2B-Betrieb — jetzt vorbereiten
  • Jeder digitalisierte Prozess spart Zeit, reduziert Fehler und macht Informationen auffindbar
  • KI hilft beim Vergleich und bei der Entscheidung — aber die Einfuehrung machst du Schritt fuer Schritt

Up Next

In der naechsten Lektion schauen wir uns die Tool-Landschaft genauer an: Cloud, KI und branchenspezifische Software fuer KMU — was lohnt sich und was ist Hype?

Wissenscheck

1. Dein Schreinermeister-Betrieb erstellt Angebote in Word, druckt sie aus, laesst sie unterschreiben und heftet sie in Ordner ab. Was ist der sinnvollste erste Schritt?

2. Ab 2025 muessen alle B2B-Unternehmen E-Rechnungen empfangen koennen. Welches Format ist Pflicht?

3. Dein Betrieb hat 200 Kunden in Excel-Tabellen, Outlook-Kontakten und auf Visitenkarten verteilt. Was bringt ein CRM-System?

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