Lektion 7 12 Min.

Datenschutz und IT-Sicherheit

Setze Digitalisierung DSGVO-konform um und schuetze dein Unternehmen vor Cyberangriffen — mit praktischen Checklisten und KI-Unterstuetzung.

🔄 Kurzer Rueckblick: In der letzten Lektion hast du gelernt, wie du dein Team bei der Digitalisierung mitnimmst — mit der richtigen Kommunikation und Multiplikatoren-Methode. Jetzt kommt ein Thema, vor dem sich viele druecken: Datenschutz und IT-Sicherheit. Kein Spass — aber ueberlebenswichtig.

Tja, Datenschutz. Das Thema, bei dem alle die Augen verdrehen. Aber die Realitaet ist: 60% aller Cyberangriffe treffen KMU, und ein einziger Ransomware-Angriff kann einen kleinen Betrieb in die Insolvenz treiben. DSGVO-Bussgelder kommen oben drauf.

DSGVO fuer KMU: Was du wirklich brauchst

Die DSGVO klingt furchteinflossend — ist aber fuer KMU handhabbarer als die meisten denken. Hier sind die fuenf Pflichten, die du kennen musst:

1. Verzeichnis von Verarbeitungstaetigkeiten (Artikel 30)

Dokumentiere: Welche personenbezogenen Daten verarbeitest du? Warum? Wie lange? Mit welchen Sicherheitsmassnahmen?

Erstelle ein Verzeichnis von Verarbeitungstaetigkeiten
fuer mein Unternehmen:

Branche: [deine Branche]
Mitarbeiter: [Anzahl]
Kundendaten die wir speichern: [Liste]
Tools die wir nutzen: [Liste]
Website: ja/nein, mit Kontaktformular/Newsletter?

Erstelle das VVT mit allen Pflichtfeldern nach
Artikel 30 DSGVO.

2. Auftragsverarbeitungsvertraege (AVV)

Fuer jedes Tool, das Kundendaten verarbeitet, brauchst du einen AVV mit dem Anbieter. Die meisten Cloud-Anbieter bieten diesen zum Download an — du musst ihn nur herunterladen und archivieren.

3. Datenschutzerklaerung

Auf deiner Website und in deinen AGB. Muss alle Datenverarbeitungen beschreiben.

4. Betroffenenrechte

Kunden koennen Auskunft, Loeschung und Berichtigung ihrer Daten verlangen. Du musst innerhalb von 30 Tagen reagieren.

5. Meldepflicht bei Datenpannen

Bei einer Datenpanne (Hack, verlorener Laptop, falsch versendete E-Mail mit Kundendaten) musst du die Aufsichtsbehoerde innerhalb von 72 Stunden informieren.

Quick Check: Ein Mitarbeiter verliert seinen Laptop mit unverschluesselten Kundendaten. Was musst du tun? (Antwort: Datenpanne melden — innerhalb von 72 Stunden bei der zustaendigen Datenschutz-Aufsichtsbehoerde. Wenn ein hohes Risiko fuer die betroffenen Personen besteht, muessen auch die Kunden informiert werden. Praevention: Laptops immer verschluesseln, am besten mit BitLocker oder FileVault.)

IT-Sicherheit: Die Basics

Das BSI empfiehlt fuer KMU ein Basissicherheitsniveau, das mit ueberschaubarem Aufwand erreichbar ist:

Die 7 Grundregeln:

MassnahmeAufwandWirkung
Regelmaessige UpdatesGeringSchliesst bekannte Sicherheitsluecken
Sichere Passwoerter + PasswortmanagerGeringVerhindert 80% der Einbrueche
Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA)GeringSchuetzt auch bei gestohlenem Passwort
Regelmaessige Backups (3-2-1-Regel)MittelRettung bei Ransomware
Mitarbeiter-SensibilisierungMittelVerhindert Phishing-Angriffe
Firewall und AntivirensoftwareGeringGrundschutz gegen Malware
Verschluesselung von Laptops/HandysGeringSchutz bei Geraeteverlust

Die 3-2-1 Backup-Regel:

  • 3 Kopien deiner Daten
  • 2 verschiedene Speichermedien
  • 1 Kopie an einem externen Standort (oder in der Cloud)

KI und Datenschutz: Die Spielregeln

KI-Tools im Unternehmen nutzen — aber sicher:

RegelErklaerung
Keine echten Kundendaten in KI-PromptsPlatzhalter verwenden, echte Daten erst nachtraeglich einsetzen
Business-Versionen bevorzugenChatGPT Team/Enterprise, Claude Pro — keine Trainingsnutzung
Interne KI-Richtlinie erstellenWas darf mit KI gemacht werden, was nicht?
Ergebnisse pruefenKI kann falsche Informationen generieren — immer gegenchecken
Sensible Daten nie hochladenVertraege, Personalakten, Finanzdaten gehoeren nicht in KI-Tools
Erstelle eine interne KI-Nutzungsrichtlinie fuer mein
Unternehmen:

Branche: [Branche]
Genutzte KI-Tools: [ChatGPT, Claude, etc.]
Sensible Datenkategorien: [was auf keinen Fall in
KI-Tools darf]

Die Richtlinie soll enthalten:
1. Erlaubte Nutzung (Textgenerierung, Recherche)
2. Verbotene Nutzung (personenbezogene Daten, Vertraege)
3. Platzhalter-Regeln fuer Kundendaten
4. Wer ist Ansprechpartner bei Fragen?
5. Unterschrift der Mitarbeiter

Key Takeaways

  • DSGVO fuer KMU ist machbar: Verarbeitungsverzeichnis, AVV-Vertraege, Datenschutzerklaerung, Betroffenenrechte und Meldepflicht
  • IT-Sicherheit: 7 Grundregeln schuetzen vor den haeufigsten Angriffen — Updates, Passwoerter, 2FA, Backups
  • KI-Tools sicher nutzen: keine echten Kundendaten in Prompts, Business-Versionen bevorzugen, interne Richtlinie erstellen
  • Das BSI bietet kostenlose Leitfaeden speziell fuer KMU
  • KI erstellt DSGVO-Dokumente (VVT, Richtlinien, Datenschutzerklaerungen) als Entwurf — den Feinschliff macht dein Datenschutzbeauftragter

Up Next

In der letzten Lektion bringst du alles zusammen: Dein fertiger Digitalisierungsplan — von der Bestandsaufnahme ueber die Foerdermittel bis zur DSGVO-konformen Umsetzung.

Wissenscheck

1. 60% aller Cyberangriffe in Deutschland treffen KMU. Warum sind kleine Unternehmen besonders betroffen?

2. Du willst ChatGPT fuer geschaeftliche E-Mails nutzen. Was musst du aus DSGVO-Sicht beachten?

3. Welche DSGVO-Pflicht vergessen die meisten KMU?

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Passende Skills