E-Mail-Struktur
Die Anatomie einer wirksamen E-Mail — mit dem BLUF-Prinzip.
🔄 Recall: Der 3-Sekunden-Test
In Lektion 1 hast du gelernt, dass E-Mails in 3-5 Sekunden gescannt werden. Jetzt zeige ich dir die Struktur, die diesen Test besteht.
Traditionell vs. BLUF
Traditionell (so schreiben die meisten): Begrüßung → Hintergrund → Kontext → Erklärung → … → Bitte (ganz unten)
BLUF (so funktioniert’s besser): Begrüßung → Bitte / Kernaussage → Warum relevant → Details → Abschluss
Der Unterschied: Bei BLUF weiß der Empfänger nach den ersten zwei Sätzen, was du willst. Bei der traditionellen Variante muss er sich erst durch drei Absätze arbeiten.
Die Fünf-Teile-Struktur
1. Eröffnung (1 Satz)
Überspring das generische „Ich hoffe, es geht Ihnen gut" — gib sofort Kontext:
- „Bezüglich unseres Gesprächs am Montag:"
- „Kurzes Update zum Projekt XY:"
- „Ich brauche bis Freitag dein Feedback zu…"
2. Die Bitte (1-2 Sätze)
Konkret, nicht vage:
- ❌ „Wäre toll, wenn du dir das mal anschauen könntest"
- ✅ „Bitte prüfe den angehängten Entwurf und gib mir bis Donnerstag Feedback zu den Kosten im Abschnitt 3"
3. Kontext (2-4 Sätze)
Nur so viel Hintergrund, wie der Empfänger braucht. Nicht alles, was du weißt — nur das, was relevant ist.
4. Details (optional)
Mach sie scannbar:
- Stichpunkte für Listen
- Fettdruck für Kerninfos
- Kurze Absätze (max. 3-4 Zeilen)
5. Abschluss (1-2 Sätze)
Klarer nächster Schritt, Deadline oder Frage:
- „Antworte mir bitte bis Donnerstag, 16 Uhr."
- „Falls du Fragen hast, ruf mich kurz an."
✅ Quick Check: Warum ist „Wäre toll, wenn du dir das mal anschauen könntest" eine schwache Bitte?
(Antwort: Zu vage — was genau anschauen? Worauf achten? Bis wann? Der Empfänger weiß nicht, was „anschauen" konkret bedeutet und schiebt es auf.)
Formatierung für Scannbarkeit
| Technik | Beispiel |
|---|---|
| Weiße Fläche | Kurze Absätze, Leerzeilen zwischen Blöcken |
| Fettdruck | Deadline: Freitag, 14 Uhr |
| Stichpunkte | Aufzählung statt Fließtext |
| Ein Gedanke pro Absatz | Nicht drei Themen in einem Block |
Vorlagen für häufige Strukturen
Einfache Bitte:
Hi [Name],
[Bitte in einem Satz].
Kontext: [2-3 Sätze Hintergrund].
Danke — bis [Deadline]?
Grüße, [Name]
Update + Bitte:
Hi [Name],
Kurzes Update zu [Thema]: [Ein-Satz-Status].
Was noch offen ist:
- [Punkt 1]
- [Punkt 2]
Ich brauche [konkrete Bitte] bis [Deadline].
Grüße, [Name]
Längen-Richtlinien
| E-Mail-Typ | Empfohlene Länge |
|---|---|
| Einfache Bitte | 3-5 Sätze |
| Statusupdate | 5-8 Sätze |
| Entscheidungsvorlage | 8-12 Sätze + Stichpunkte |
| Detailliertes Proposal | Kurze E-Mail + Anhang |
Faustregel: Wenn deine E-Mail länger als ein Bildschirm ist, überleg, ob ein Teil in einen Anhang gehört.
Wichtigste Erkenntnisse
- BLUF — Kernaussage und Bitte in den ersten 2-3 Sätzen
- Fünf Teile: Eröffnung, Bitte, Kontext, Details, Abschluss
- Formatierung macht den Unterschied: Stichpunkte, Fettdruck, kurze Absätze
- Eine klare Bitte pro E-Mail — mit konkreter Deadline
- Wenn die E-Mail einen Bildschirm übersteigt: Anhang nutzen
Nächste Lektion
Lektion 3 zeigt dir, wie du Betreffzeilen schreibst, die zum Öffnen einladen — denn wenn deine E-Mail nicht geöffnet wird, hilft die beste Struktur nichts.
Wissenscheck
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