Abschlussprojekt: Deine Vorlagen-Bibliothek
Alles zusammenführen — baue dir eine persönliche E-Mail-Vorlagen-Bibliothek, die du jeden Tag nutzen kannst.
🔄 Recall: 15 Vorlagen aus Lektion 7 — jetzt deine eigenen
In Lektion 7 hast du fertige Vorlagen für Meetings, Bitten, Updates und schwierige Situationen kennengelernt. Jetzt baust du daraus deine persönliche Sammlung — zugeschnitten auf deinen Arbeitsalltag.
Alles zusammenführen
Du hast die Prinzipien gelernt. Jetzt bau etwas, das du tatsächlich nutzen wirst.
Dieses Abschlussprojekt führt dich durch den Aufbau deiner persönlichen E-Mail-Vorlagen-Bibliothek — eine Sammlung bewährter Vorlagen, angepasst an deine konkreten Situationen.
Warum eine Bibliothek?
Eine Vorlagen-Bibliothek heißt nicht, roboterhaft zu klingen. Sie bedeutet:
- Zeit sparen bei E-Mails, die du ständig schreibst
- Konsistenz sichern bei wichtiger Kommunikation
- Entscheidungsmüdigkeit reduzieren an langen Tagen
- Festhalten, was funktioniert — bevor du es vergisst
Dein persönliches Playbook für E-Mails.
Schritt 1: Deine häufigsten E-Mails identifizieren
Bevor du Vorlagen baust, identifiziere Muster. Schau dir dein Gesendet-Postfach der letzten vier Wochen an.
| Kategorie | Beispiel | Häufigkeit |
|---|---|---|
| Meetings | Anfragen, verschieben, absagen | Täglich |
| Bitten | Information, Feedback, Freigaben | Täglich |
| Updates | Projektstatus, Entscheidungen | Wöchentlich |
| Networking | Vorstellungen, Wiederaufnahme, Danke | Wöchentlich |
| Schwieriges | Absagen, schlechte Nachrichten, Entschuldigungen | Monatlich |
Deine Vorlagen sollten deine tatsächlichen Viel-Schreiber abdecken.
Schritt 2: Fünf Kern-Vorlagen erstellen
Bau Vorlagen für deine Top-5-E-Mail-Typen. Für jede:
- Vorlage schreiben mit den Kurs-Prinzipien
- Anpassungspunkte markieren mit [Klammern]
- Varianten einbauen für häufige Situationen
- Testen an echten E-Mails
Vorlage 1: Deine häufigste Bitte
Denk an eine Bitte, die du regelmäßig stellst. Bau eine Vorlage, die:
- Einen konkreten, spezifischen Betreff hat
- Mit Kontext eröffnet (1 Satz)
- Die Bitte klar formuliert (BLUF)
- Notwendigen Kontext liefert (2-3 Sätze)
- Es leicht macht, zu antworten
- Einen klaren Abschluss hat
Vorlage 2: Dein wöchentliches Update
Falls du Statusupdates sendest:
- Konsistentes Betreff-Format
- Scannbare Formatierung (Stichpunkte, Überschriften)
- Abdecken: Fortschritt, Blocker, Bedarf
- Auf dein Publikum abgestimmt
Vorlage 3: Dein Follow-up
Bau eine Vorlage, die:
- Nicht aufdringlich wirkt
- Mehrwert liefert oder die Antwort vereinfacht
- Zu deiner häufigsten Follow-up-Situation passt
Vorlage 4: Dein Networking-E-Mail
Ob Kaltakquise oder Wiederaufnahme:
- Überzeugender Betreff
- Schnell Relevanz herstellen
- Konkrete, leichte Bitte
- Respekt vor der Zeit des anderen
Vorlage 5: Dein schwieriges Gespräch
Wähl einen schwierigen E-Mail-Typ, mit dem du zu tun hast:
- Direkt und empathisch zugleich
- Schlechte Nachricht nicht vergraben
- Weg nach vorne aufzeigen
✅ Quick Check: Du willst eine Vorlage für Feedback-Bitten erstellen. Was sollte unbedingt drin sein?
(Antwort: Konkreter Betreff, was genau du feedbacken lassen willst, worauf der Empfänger achten soll, Deadline, und der Hinweis, dass grobe Eindrücke reichen — das reduziert den Aufwand.)
Schritt 3: Bibliothek strukturieren
Organisiere Vorlagen so, dass du sie schnell findest:
E-MAIL-VORLAGEN
├── Meetings
│ ├── Meeting anfragen
│ ├── Meeting verschieben
│ └── Meeting absagen
├── Bitten
│ ├── Um Information bitten
│ ├── Um Feedback bitten
│ ├── Um Freigabe bitten
│ └── Um Vorstellung bitten
├── Updates
│ ├── Projektstatus
│ └── Ergebnisse teilen
├── Networking
│ ├── Erstansprache
│ ├── Danke nach Gespräch
│ └── Kontakt wiederaufnehmen
├── Follow-ups
│ ├── Kurzer Bump
│ ├── Follow-up mit Mehrwert
│ └── Letztes Follow-up
└── Schwieriges
├── Absage
├── Schlechte Nachricht
├── Fehler korrigieren
└── Entschuldigung
Schritt 4: Speichern und schnell zugreifen
Optionen:
- Textdatei — Einfach, durchsuchbar, portabel
- Notiz-App (Notion, Apple Notizen, Obsidian) — Organisiert, überall verfügbar
- Gmail-Vorlagen — Direkt im Compose-Fenster
- Textexpansion (TextExpander, Raycast) — Kürzel tippen, Vorlage erscheint
- KI-Prompt — „Schreibe mir eine E-Mail an [Person] wegen [Thema], Ton: [professionell/locker]"
Profi-Tipp: Einheitliche Benennung: [Kategorie] – [konkreter Zweck]
Meeting – Anfrage 30 MinFollow-up – keine AntwortAbsage – Meeting-Einladung
Kurs-Rückblick
| Lektion | Kerntechnik | Anwendung |
|---|---|---|
| 1. Warum E-Mails scheitern | 3-Sekunden-Test, Aufwand-Gleichung | Für Scanning strukturieren |
| 2. E-Mail-Struktur | BLUF, Fünf-Teile-Format | Bitte nach vorne stellen |
| 3. Betreffzeilen | 40-50 Zeichen, konkret, Wichtiges vorne | Betreffs zuletzt schreiben |
| 4. Ton und Stil | Formalität, Wärme, Direktheit | An Beziehung anpassen |
| 5. Schwierige E-Mails | Direkt + empathisch, Weg nach vorne | Schlechtes nicht vergraben |
| 6. Nachfassen | 3-5 Tage warten, Mehrwert liefern | Antwort leicht machen |
| 7. Vorlagen | Zeit sparen, Konsistenz sichern | Bibliothek aufbauen |
| 8. Abschlussprojekt | Alles anwenden | Vorlagen ab sofort nutzen |
Die E-Mail-Formel
Jede wirksame E-Mail folgt diesem Muster:
BETREFF: [Thema] — [Was du brauchst / Warum relevant]
[ERÖFFNUNG]: Ein Satz Kontext
[BITTE]: Was du brauchst (konkret, handlungsfähig)
[KONTEXT]: Gerade genug Hintergrund (2-4 Sätze oder Stichpunkte)
[ABSCHLUSS]: Klarer nächster Schritt oder Deadline
Checkliste: Vor dem Absenden
- Betreffzeile ist konkret und frontgeladen
- Bitte erscheint in den ersten 3 Sätzen
- Formatiert für Scanning (kurze Absätze, Stichpunkte)
- Ton passt zu Beziehung und Inhalt
- Leicht zu beantworten (konkrete Fragen, Optionen gegeben)
- Eine klare Bitte pro E-Mail
- Laut gelesen — klingt es nach dir?
Nächste Schritte
Dein E-Mail-Game ist jetzt deutlich besser als der Durchschnitt. So bleibst du dran:
- Tracke, was funktioniert — Welche E-Mails bekommen schnelle Antworten?
- Vorlagen verfeinern — Auf Basis echter Ergebnisse aktualisieren
- Mit dem Team teilen — Vorlagen können gemeinsame Ressourcen werden
- Dranbleiben — E-Mail-Normen entwickeln sich weiter
Jetzt geh raus und schreib E-Mails, die tatsächlich beantwortet werden.
Wichtigste Erkenntnisse
- Fünf Kern-Vorlagen decken 80% deiner E-Mail-Situationen ab
- Aus der Praxis bauen: Die besten Vorlagen kommen von E-Mails, die funktioniert haben
- Konsistente Struktur: Ordner + einheitliche Benennung = schneller Zugriff
- Testen und verfeinern: Vorlagen sind lebendige Dokumente, keine statischen Texte
- Sofort anfangen: Nimm eine Vorlage und nutze sie bei deiner nächsten E-Mail. Heute noch.
Wissenscheck
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Lektion abgeschlossen!