Lektion 8 15 Min.

Abschlussprojekt: Deine Vorlagen-Bibliothek

Alles zusammenführen — baue dir eine persönliche E-Mail-Vorlagen-Bibliothek, die du jeden Tag nutzen kannst.

🔄 Recall: 15 Vorlagen aus Lektion 7 — jetzt deine eigenen

In Lektion 7 hast du fertige Vorlagen für Meetings, Bitten, Updates und schwierige Situationen kennengelernt. Jetzt baust du daraus deine persönliche Sammlung — zugeschnitten auf deinen Arbeitsalltag.

Alles zusammenführen

Du hast die Prinzipien gelernt. Jetzt bau etwas, das du tatsächlich nutzen wirst.

Dieses Abschlussprojekt führt dich durch den Aufbau deiner persönlichen E-Mail-Vorlagen-Bibliothek — eine Sammlung bewährter Vorlagen, angepasst an deine konkreten Situationen.

Warum eine Bibliothek?

Eine Vorlagen-Bibliothek heißt nicht, roboterhaft zu klingen. Sie bedeutet:

  • Zeit sparen bei E-Mails, die du ständig schreibst
  • Konsistenz sichern bei wichtiger Kommunikation
  • Entscheidungsmüdigkeit reduzieren an langen Tagen
  • Festhalten, was funktioniert — bevor du es vergisst

Dein persönliches Playbook für E-Mails.

Schritt 1: Deine häufigsten E-Mails identifizieren

Bevor du Vorlagen baust, identifiziere Muster. Schau dir dein Gesendet-Postfach der letzten vier Wochen an.

KategorieBeispielHäufigkeit
MeetingsAnfragen, verschieben, absagenTäglich
BittenInformation, Feedback, FreigabenTäglich
UpdatesProjektstatus, EntscheidungenWöchentlich
NetworkingVorstellungen, Wiederaufnahme, DankeWöchentlich
SchwierigesAbsagen, schlechte Nachrichten, EntschuldigungenMonatlich

Deine Vorlagen sollten deine tatsächlichen Viel-Schreiber abdecken.

Schritt 2: Fünf Kern-Vorlagen erstellen

Bau Vorlagen für deine Top-5-E-Mail-Typen. Für jede:

  1. Vorlage schreiben mit den Kurs-Prinzipien
  2. Anpassungspunkte markieren mit [Klammern]
  3. Varianten einbauen für häufige Situationen
  4. Testen an echten E-Mails

Vorlage 1: Deine häufigste Bitte

Denk an eine Bitte, die du regelmäßig stellst. Bau eine Vorlage, die:

  • Einen konkreten, spezifischen Betreff hat
  • Mit Kontext eröffnet (1 Satz)
  • Die Bitte klar formuliert (BLUF)
  • Notwendigen Kontext liefert (2-3 Sätze)
  • Es leicht macht, zu antworten
  • Einen klaren Abschluss hat

Vorlage 2: Dein wöchentliches Update

Falls du Statusupdates sendest:

  • Konsistentes Betreff-Format
  • Scannbare Formatierung (Stichpunkte, Überschriften)
  • Abdecken: Fortschritt, Blocker, Bedarf
  • Auf dein Publikum abgestimmt

Vorlage 3: Dein Follow-up

Bau eine Vorlage, die:

  • Nicht aufdringlich wirkt
  • Mehrwert liefert oder die Antwort vereinfacht
  • Zu deiner häufigsten Follow-up-Situation passt

Vorlage 4: Dein Networking-E-Mail

Ob Kaltakquise oder Wiederaufnahme:

  • Überzeugender Betreff
  • Schnell Relevanz herstellen
  • Konkrete, leichte Bitte
  • Respekt vor der Zeit des anderen

Vorlage 5: Dein schwieriges Gespräch

Wähl einen schwierigen E-Mail-Typ, mit dem du zu tun hast:

  • Direkt und empathisch zugleich
  • Schlechte Nachricht nicht vergraben
  • Weg nach vorne aufzeigen

Quick Check: Du willst eine Vorlage für Feedback-Bitten erstellen. Was sollte unbedingt drin sein?

(Antwort: Konkreter Betreff, was genau du feedbacken lassen willst, worauf der Empfänger achten soll, Deadline, und der Hinweis, dass grobe Eindrücke reichen — das reduziert den Aufwand.)

Schritt 3: Bibliothek strukturieren

Organisiere Vorlagen so, dass du sie schnell findest:

E-MAIL-VORLAGEN
├── Meetings
│   ├── Meeting anfragen
│   ├── Meeting verschieben
│   └── Meeting absagen
├── Bitten
│   ├── Um Information bitten
│   ├── Um Feedback bitten
│   ├── Um Freigabe bitten
│   └── Um Vorstellung bitten
├── Updates
│   ├── Projektstatus
│   └── Ergebnisse teilen
├── Networking
│   ├── Erstansprache
│   ├── Danke nach Gespräch
│   └── Kontakt wiederaufnehmen
├── Follow-ups
│   ├── Kurzer Bump
│   ├── Follow-up mit Mehrwert
│   └── Letztes Follow-up
└── Schwieriges
    ├── Absage
    ├── Schlechte Nachricht
    ├── Fehler korrigieren
    └── Entschuldigung

Schritt 4: Speichern und schnell zugreifen

Optionen:

  • Textdatei — Einfach, durchsuchbar, portabel
  • Notiz-App (Notion, Apple Notizen, Obsidian) — Organisiert, überall verfügbar
  • Gmail-Vorlagen — Direkt im Compose-Fenster
  • Textexpansion (TextExpander, Raycast) — Kürzel tippen, Vorlage erscheint
  • KI-Prompt — „Schreibe mir eine E-Mail an [Person] wegen [Thema], Ton: [professionell/locker]"

Profi-Tipp: Einheitliche Benennung: [Kategorie] – [konkreter Zweck]

  • Meeting – Anfrage 30 Min
  • Follow-up – keine Antwort
  • Absage – Meeting-Einladung

Kurs-Rückblick

LektionKerntechnikAnwendung
1. Warum E-Mails scheitern3-Sekunden-Test, Aufwand-GleichungFür Scanning strukturieren
2. E-Mail-StrukturBLUF, Fünf-Teile-FormatBitte nach vorne stellen
3. Betreffzeilen40-50 Zeichen, konkret, Wichtiges vorneBetreffs zuletzt schreiben
4. Ton und StilFormalität, Wärme, DirektheitAn Beziehung anpassen
5. Schwierige E-MailsDirekt + empathisch, Weg nach vorneSchlechtes nicht vergraben
6. Nachfassen3-5 Tage warten, Mehrwert liefernAntwort leicht machen
7. VorlagenZeit sparen, Konsistenz sichernBibliothek aufbauen
8. AbschlussprojektAlles anwendenVorlagen ab sofort nutzen

Die E-Mail-Formel

Jede wirksame E-Mail folgt diesem Muster:

BETREFF: [Thema] — [Was du brauchst / Warum relevant]

[ERÖFFNUNG]: Ein Satz Kontext

[BITTE]: Was du brauchst (konkret, handlungsfähig)

[KONTEXT]: Gerade genug Hintergrund (2-4 Sätze oder Stichpunkte)

[ABSCHLUSS]: Klarer nächster Schritt oder Deadline

Checkliste: Vor dem Absenden

  • Betreffzeile ist konkret und frontgeladen
  • Bitte erscheint in den ersten 3 Sätzen
  • Formatiert für Scanning (kurze Absätze, Stichpunkte)
  • Ton passt zu Beziehung und Inhalt
  • Leicht zu beantworten (konkrete Fragen, Optionen gegeben)
  • Eine klare Bitte pro E-Mail
  • Laut gelesen — klingt es nach dir?

Nächste Schritte

Dein E-Mail-Game ist jetzt deutlich besser als der Durchschnitt. So bleibst du dran:

  1. Tracke, was funktioniert — Welche E-Mails bekommen schnelle Antworten?
  2. Vorlagen verfeinern — Auf Basis echter Ergebnisse aktualisieren
  3. Mit dem Team teilen — Vorlagen können gemeinsame Ressourcen werden
  4. Dranbleiben — E-Mail-Normen entwickeln sich weiter

Jetzt geh raus und schreib E-Mails, die tatsächlich beantwortet werden.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Fünf Kern-Vorlagen decken 80% deiner E-Mail-Situationen ab
  • Aus der Praxis bauen: Die besten Vorlagen kommen von E-Mails, die funktioniert haben
  • Konsistente Struktur: Ordner + einheitliche Benennung = schneller Zugriff
  • Testen und verfeinern: Vorlagen sind lebendige Dokumente, keine statischen Texte
  • Sofort anfangen: Nimm eine Vorlage und nutze sie bei deiner nächsten E-Mail. Heute noch.

Wissenscheck

1. Was entscheidet ein Empfänger als Erstes, wenn er deine E-Mail scannt?

2. Wofür steht BLUF und warum ist es wichtig?

3. Was unterscheidet ein professionelles Follow-up von einem aufdringlichen?

4. Wie solltest du schlechte Nachrichten per E-Mail überbringen?

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Passende Skills