Wareneinsatz & Lagerhaltung
Mit KI Wareneinsatz tracken, Abfall reduzieren, Bestandsprognosen erstellen, Lieferantenpreise vergleichen und Rezeptkalkulationen aufbauen, die deine Margen schuetzen.
🔄 Quick Recall: In der letzten Lektion hast du jedes Gericht nach Rentabilitaet und Beliebtheit klassifiziert, Preise optimiert und ueberzeugende Beschreibungen erstellt. Jetzt gehst du an die Kostenseite — du baust Systeme, die jeden Euro Wareneinsatz tracken und Probleme erkennen, bevor sie deine Marge auffressen.
Wareneinsatz ist der groesste steuerbare Kostenblock in deinem Betrieb. Laut DEHOGA-Barometer kaempfen ueber 80% der Betriebe mit gestiegenen Einkaufspreisen. Die Gastronomen, die in Echtzeit tracken, analysieren und nachjustieren, sind die, die ueberleben.
Der Unterschied zwischen 32% und 28% Wareneinsatz bei 750.000 € Umsatz: 30.000 € pro Jahr. Das ist der Unterschied zwischen „gerade so ueber die Runden kommen" und „endlich investieren koennen".
Rezeptkalkulation: Das Fundament
Jedes Gericht auf deiner Karte braucht eine dokumentierte Rezeptkalkulation. Ohne sie kalkulierst du blind.
KI-Prompt fuer Rezeptkalkulation:
Du bist ein Gastro-Kalkulator. Ich gebe dir ein Rezept mit Zutaten und Mengen. Fuer jede Zutat nenne ich die Einkaufseinheit (Kiste/Kilo/Liter) und den Preis. Berechne: (1) Kosten pro nutzbare Einheit nach Abzug der Ausbeute (z.B. ganzes Haehnchen hat ca. 65% Ausbeute nach Parieren), (2) Gesamtrezept-Wareneinsatz, (3) Kosten pro Portion, (4) empfohlener Verkaufspreis bei [ZIEL]% Wareneinsatz, (5) Deckungsbeitrag beim empfohlenen Preis. Rezept: [GERICHT] — [ZUTATEN MIT MENGEN UND EINKAUFSPREISEN].
Ausbeute-Prozentsaetze — das uebersehen viele:
| Zutat | Einkaufsgewicht | Nutzbare Ausbeute | Tatsaechliche Kosten/kg |
|---|---|---|---|
| Ganzes Haehnchen | 1 kg fuer 5,50 € | 65% (Knochen, Paruerabschnitte) | 8,46 €/kg nutzbar |
| Ganze Garnelen | 1 kg fuer 22,00 € | 55% (Koepfe, Schalen) | 40,00 €/kg nutzbar |
| Rinderfilet | 1 kg fuer 55,00 € | 80% (Silberhaut, Paruerabschnitte) | 68,75 €/kg nutzbar |
| Romanasalat | 1 Stueck fuer 1,80 € | 75% (aeussere Blaetter, Strunk) | 2,40 €/Stueck nutzbar |
| Frische Kraeuter | 1 Bund fuer 2,00 € | 50% (Stiele, welke Blaetter) | 4,00 €/Bund nutzbar |
✅ Quick Check: Dein Rezept verlangt 200 g Rinderfilet. Du kaufst es bei METRO fuer 55 €/kg ein. Was kostet die Zutat pro Teller wirklich? (Antwort: Bei 80% Ausbeute liegen die tatsaechlichen Kosten bei 68,75 €/kg nutzbar. 200 g = 0,2 kg × 68,75 € = 13,75 € pro Teller — nicht die 11 €, die du mit dem Einkaufspreis berechnen wuerdest. KI wendet Ausbeutefaktoren automatisch auf jede Zutat an.)
Wareneinsatz-Tracking-System
Monatliches Wareneinsatz-Tracking reicht nicht — bis du die Zahlen vom letzten Monat siehst, hast du laengst Geld verloren. KI ermoeglicht woechentliches oder sogar taegliches Tracking.
Die woechentliche Wareneinsatz-Formel:
Anfangsbestand + Einkauf - Endbestand = Wareneinsatz (COGS)
COGS ÷ Speisenumsatz = Tatsaechlicher Wareneinsatz %
KI-Prompt fuer Wareneinsatz-Analyse:
Analysiere den Wareneinsatz meines Restaurants fuer diese Woche. Anfangsbestand: [BETRAG] €. Einkauf diese Woche: [BETRAG] €. Endbestand: [BETRAG] €. Speisenumsatz: [BETRAG] €. Berechne: tatsaechlichen Wareneinsatz-Prozentsatz, Abweichung von meinem Ziel von [ZIEL]%, Euro-Betrag der Abweichung und hochgerechnete Jahreswirkung. Dann vergleiche mit den letzten 4 Wochen, um den Trend zu erkennen. Wenn die Abweichung mehr als 1 Prozentpunkt betraegt, schlage drei moegliche Ursachen zur Untersuchung vor.
Abweichungs-Warnstufen einrichten:
| Abweichung | Schweregrad | Massnahme |
|---|---|---|
| Unter 0,5% | Normal | Keine Aktion — im akzeptablen Bereich |
| 0,5-1,5% | Beobachten | Abfall-Logbuch pruefen, Portionskonsistenz checken |
| 1,5-3% | Warnung | High-Cost-Positionen auditieren, Rechnungen pruefen, Mise en Place beobachten |
| Ueber 3% | Kritisch | Sofortige Untersuchung — wahrscheinlich Schwund, Verschwendung oder Kalkulationsfehler |
Abfall-Tracking und Reduzierung
Laut einer Studie der Uni Stuttgart und dem WWF landen in der deutschen Ausser-Haus-Verpflegung jaehrlich 1,9 Millionen Tonnen Lebensmittel im Muell. Fuer ein einzelnes Restaurant bedeutet das typischerweise 4-10% des eingekauften Warenwertes — bei 250.000 € Einkauf also 10.000-25.000 € pro Jahr. KI hilft dir, Abfall systematisch zu tracken, zu kategorisieren und zu reduzieren.
Abfallkategorien und Loesungen:
| Abfallart | Beispiele | KI-Loesung |
|---|---|---|
| Prep-Abfall | Paruerabschnitte, Schalen, Ueberproduktion | KI-optimierte Par-Levels basierend auf Nachfrageprognose |
| Verderb | Abgelaufene Ware, falsche Lagerung | KI-gestuetztes FIFO-Tracking und MHD-Warnungen |
| Tellerabfall | Zurueckkommende Teller, unangeruehrte Beilagen | KI-Analyse, welche Gerichte konsistent nicht aufgegessen werden |
| Ueberportionierung | Groessere Portionen als laut Rezeptur | KI-Rezeptkarten mit exakten Grammangaben und Fotos |
| Ueberproduktion | Zu viel Mise en Place fuer die tatsaechliche Nachfrage | KI-Nachfrageprognose basierend auf Wochentag, Wetter und Events |
KI-Prompt fuer Abfallreduzierungsplan:
Ich fuehre ein [RESTAURANTTYP] mit [UMSATZ] €/Woche. Mein aktueller Wareneinsatz liegt bei [X]%, Ziel ist [Y]%. Ich habe zwei Wochen lang Abfall protokolliert: [ABFALL-EINTRAEGE: Position, Menge, Grund]. Analysiere die Daten, identifiziere die 3 Kategorien, die mich am meisten kosten, und erstelle einen Aktionsplan mit: konkreten Prozessaenderungen, Messmethoden und erwarteten Einsparungen. Schlage ausserdem ein taegliches Abfall-Tracking vor, das mein Kuechenteam in unter 5 Minuten schafft.
✅ Quick Check: Deine Kueche produziert jeden Tag 7 kg mehr Mise en Place als noetig. Bei einem durchschnittlichen Kilopreis von 8 €: Was kostet diese Verschwendung im Jahr? (Antwort: 7 kg × 8 € × 365 Tage = 20.440 € pro Jahr. Und das ist nur Ueberproduktion — ohne Verderb, Ueberportionierung und Tellerabfall. KI-Nachfrageprognose reduziert Ueberproduktion, indem sie vorhersagt, wie viel du wirklich verkaufen wirst.)
Bestandsprognose und Bestellung
Zu viel bestellen erzeugt Abfall. Zu wenig bestellen bedeutet „leider aus" und frustrierte Gaeste. KI-Prognosen finden die goldene Mitte.
KI-Prompt fuer Bestandsprognose:
Basierend auf den Verkaufsdaten meines Restaurants der letzten 4 Wochen: Prognostiziere den Verbrauch naechster Woche fuer diese Schluesselpositionen [TOP 20 ZUTATEN MIT VERBRAUCH DER LETZTEN 4 WOCHEN]. Beruecksichtige: Wochentagsmuster, bevorstehende Events oder Feiertage [AUFLISTEN], Wettervorhersage [BEDINGUNGEN], und Trends in den Daten. Empfiehl fuer jede Position: Bestellmenge (Verbrauch + 10-15% Sicherheitsbestand), Bestelltag (basierend auf Lieferzeit von [X] Tagen) und Par-Level.
Lieferantenpreis-Monitoring:
Ob METRO, Transgourmet, Chefs Culinar oder regionale Haendler — regelmaessige Preisvergleiche lohnen sich:
| Pruefung | Haeufigkeit | KI generiert |
|---|---|---|
| Rechnungsaudit | Jede Lieferung | Vergleich Rechnungspreis vs. vereinbarter Preis |
| Marktpreischeck | Woechentlich | Preistrends fuer die Top-10-Positionen bei mehreren Lieferanten |
| Lieferantenvergleich | Monatlich | Seite-an-Seite-Vergleich deiner Top-20-Positionen bei 2-3 Lieferanten |
| Vertragscheck | Quartalsweise | Analyse, ob deine Konditionen den aktuellen Markt widerspiegeln |
Key Takeaways
- Rezeptkalkulation mit Ausbeutefaktoren zeigt die wahren Kosten — ein Haehnchen fuer 5,50 €/kg kostet tatsaechlich 8,46 €/kg nutzbar, und KI berechnet das fuer jede Zutat
- Track den Wareneinsatz woechentlich, nicht monatlich — eine 2%-Abweichung in Woche eins kostet 200 €; nach einem Monat sind es 800 €+
- Deutsche Gastrobetriebe verschwenden tonnenweise Lebensmittel pro Jahr — KI-Abfall-Tracking kategorisiert und reduziert jede Art: Prep, Verderb, Tellerabfall, Ueberportionierung und Ueberproduktion
- KI-Nachfrageprognose reduziert Ueberbestellung, indem sie den Absatz basierend auf Wochentag, Wetter, Events und historischen Daten vorhersagt
- 3 Prozentpunkte weniger Wareneinsatz bei 1 Mio. € Umsatz = 30.000 €/Jahr — genug fuer Kuechenausstattung, Mitarbeiter-Boni oder Marketing
Up Next
In der naechsten Lektion geht es an den zweitgroessten Kostenblock: Personal. Du baust KI-Dienstplaene, die Abdeckung optimieren, Ueberstunden reduzieren und gleichzeitig das Arbeitszeitgesetz einhalten.
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