Lektion 6 10 Min.

Fachkraefte finden und binden

Gewinne Fachkraefte und Azubis mit KI-optimierten Stellenanzeigen, modernem Arbeitgeber-Auftritt und Social-Media-Recruiting.

🔄 Kurzer Rueckblick: In der letzten Lektion hast du deine Kundenkommunikation digitalisiert — Online-Terminbuchung, Textbausteine und Projekt-Updates. Jetzt zum groessten Problem der Branche: Wo kommen die Leute her?

Ueber 250.000 offene Stellen im Handwerk. Die Auftragsbucher sind voll, aber es fehlen die Leute. Und die klassische Zeitungsanzeige bringt schon lange nichts mehr. Zeit fuer neue Methoden.

Die Stellenanzeige neu denken

Die meisten Stellenanzeigen im Handwerk lesen sich wie Behoerdenformulare. Das Problem: Bei 250.000 offenen Stellen konkurrierst du mit hunderten anderen Betrieben um dieselben Fachkraefte. Du musst auffallen.

Vorher (Standard):

„Wir suchen zum naechstmoeglichen Zeitpunkt einen Anlagenmechaniker SHK (m/w/d). Sie verfuegen ueber eine abgeschlossene Ausbildung und Berufserfahrung."

Nachher (KI-optimiert):

„Heizungen installieren kann jeder. Aber wer sorgt dafuer, dass Frau Muellers Wohnung im Winter warm wird UND die Energiewende vorankommt? Du. Bei uns im Team."

Schreibe meine Stellenanzeige um — weg vom
Behoerdenstil, hin zum Bewerber-Magneten:

Gewerk: [Gewerk]
Position: [Titel]
Was die Person tatsaechlich macht: [Alltag beschreiben]
Was wir bieten: [Gehalt, Benefits, Arbeitszeiten, Team]
Was unseren Betrieb besonders macht: [Teamgroesse,
Spezialisierung, Stimmung]

Schreibe die Anzeige so, dass sie:
1. Mit dem Nutzen fuer den Bewerber beginnt
2. Ehrlich beschreibt, wie der Arbeitsalltag aussieht
3. Konkrete Benefits nennt (nicht nur 'attraktives Gehalt')
4. Persoenlich klingt, nicht wie aus dem Baukasten

Quick Check: Lies deine aktuelle Stellenanzeige nochmal. Wuerdest du dich selbst darauf bewerben? Wenn nicht — KI hilft dir, sie umzuschreiben.

Social Media Recruiting

Die erfolgreichsten Handwerksbetriebe finden ihre Fachkraefte ueber Social Media — nicht ueber Jobportale:

BeispielPlattformErgebnis
tschulique (Maurermeisterin)TikTok1,3 Mio.+ Follower
Voegel Energie Bad Waerme (SHK)TikTok~125.000 Follower
@frauimhandwerk (SHK)Instagram„Unglaublich viele Bewerbungen"
Raumausstatter Florian KratzFacebook/Instagram80% des Umsatzes ueber Social

Was auf Social Media funktioniert:

  • Zeitraffer von der Baustelle (30 Sekunden)
  • „Ein Tag als…" — authentischer Arbeitsalltag
  • Team-Fotos und Azubi-Geschichten
  • Vorher-Nachher von Projekten
  • Humorvolle Szenen aus dem Handwerker-Alltag

Content-Ideen mit KI:

Erstelle 5 Social-Media-Post-Ideen speziell fuer
die Fachkraeftegewinnung:

Betrieb: [Name, Gewerk, Teamgroesse]
Offene Stelle: [Position]
Was den Betrieb besonders macht: [Benefits, Team, Projekte]
Zielgruppe: [Gesellen / Azubis / Quereinsteiger]

Fuer jeden Post:
1. Format (Foto/Video/Karussell)
2. Inhalt und Bildidee
3. Text mit Hashtags
4. Call-to-Action

Benefits die zaehlen

Gehalt ist wichtig — aber nicht alles. Fuer viele Fachkraefte sind andere Faktoren entscheidend:

BenefitWirkungKostet
4-Tage-WocheSehr hoch bei jungen FachkraeftenReorganisation
Firmenwagen (auch privat)Hoch300-500 EUR/Monat
WeiterbildungsbudgetHoch bei Ambitionierten1.000-3.000 EUR/Jahr
Betriebliche AltersvorsorgeMittelAb 50 EUR/Monat
Moderne Werkzeuge/AusstattungUeberraschend hochInvestition
Freie Getraenke + MittagessenTaeglich spuerbar100-200 EUR/Monat

Azubi-Gewinnung: Generation Z erreichen

Fuer Azubis gelten andere Regeln. Sie informieren sich ueber TikTok und Instagram, nicht ueber die Handwerkskammer-Website.

Was Azubis wollen:

  • Sehen, wie der Alltag wirklich aussieht (Authentizitaet)
  • Wissen, dass das Team nett ist (Arbeitsklima)
  • Perspektive nach der Ausbildung (Uebernahme, Meister, Weiterbildung)
  • Moderne Arbeitsumgebung (digitale Tools statt Zettelwirtschaft)

Und genau hier schliesst sich der Kreis: Ein Betrieb der KI nutzt, digital arbeitet und auf Social Media praeesent ist, wirkt automatisch attraktiver fuer junge Fachkraefte.

Key Takeaways

  • Stellenanzeigen muessen ueberzeugen, nicht fordern — bei 250.000 offenen Stellen bist du der Bewerber, nicht der Kandidat
  • Social Media Recruiting funktioniert im Handwerk nachweislich: authentische Einblicke schlagen Hochglanz-Anzeigen
  • Benefits jenseits vom Gehalt zaehlen: 4-Tage-Woche, Firmenwagen, Weiterbildung
  • Azubis erreicht man ueber TikTok und Instagram — nicht ueber Zeitungsanzeigen
  • KI schreibt Stellenanzeigen, Social-Media-Posts und Recruiting-Content — du lieferst die Fotos und die Authentizitaet

Up Next

In der naechsten Lektion wird es praktisch: Baustellendokumentation digital — Fotos, Protokolle und Zeiterfassung per App statt Zettelwirtschaft.

Wissenscheck

1. Du suchst einen Gesellen fuer deinen SHK-Betrieb. Wo erreichst du die meisten Bewerber?

2. Deine Stellenanzeige beginnt mit: 'Wir suchen zum naechstmoeglichen Zeitpunkt einen Anlagenmechaniker SHK (m/w/d).' Was ist das Problem?

3. Ein Handwerksbetrieb postet auf TikTok Zeitraffer-Videos vom Arbeitsalltag. Was bringt das fuer die Fachkraeftegewinnung?

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