Lektion 2 15 Min.

Marketing-Inhalte, die funktionieren

Social-Media-Posts, Newsletter und Website-Texte erstellen — ohne dass es nach Roboter klingt.

Der Marketing-Zeitdruck

Du weißt, dass regelmäßiges Marketing wichtig ist. Aber zwischen Kundenterminen, Aufträgen und Verwaltung bleibt dafür kaum Zeit. Das Ergebnis: unregelmäßige Posts, kein Newsletter, eine Website, die seit Monaten nicht aktualisiert wurde.

KI löst das Startproblem. Das leere Textfeld, der blinkende Cursor — das ist der schwierigste Teil. Wenn du einen Entwurf hast, ist Bearbeiten viel schneller als Schreiben von null.

Der richtige Workflow

  • Falsch: KI generiert → direkt posten
  • Richtig: KI generiert → du fügst deine Stimme und Details hinzu → posten

Der mittlere Schritt ist entscheidend. Ohne ihn klingt dein Content wie jeder andere.

Social-Media-Posts

Prompt:

Erstelle 5 Social-Media-Post-Ideen für mein Unternehmen.

Branche: [z.B. Friseur, Elektriker, Café, Steuerberater]
Ton: [z.B. locker und freundlich / professionell / humorvoll]
Thema diese Woche: [z.B. Sommertipps, neues Angebot, Kundenstory]
Plattform: [Instagram / Facebook / LinkedIn]

Für jeden Post:
- Überschrift/Hook
- Haupttext (max. 150 Wörter)
- Bild-Idee (was ich mit dem Handy fotografieren könnte)
- Call-to-Action

Dein Job danach: Den besten Post auswählen, ein echtes Detail aus deinem Alltag einbauen und den Ton anpassen. Ein generischer Post über „Frühjahrsputz-Tipps" wird zu einer echten Geschichte: „Letzte Woche bei Frau Müller haben wir unter dem Sofa 23 Legosteine und eine Fernbedienung gefunden, die seit 2019 vermisst wurde."

Echte Geschichte + Persönlichkeit = das hat ein Mensch geschrieben.

Quick Check: Du lässt KI einen Instagram-Post für dein Café generieren. Er klingt perfekt — aber auch wie jedes andere Café. Was fehlt?

(Antwort: Ein konkretes Detail aus DEINEM Café. Statt „Probiert unseren neuen Latte" lieber „Die neue Hafer-Chai-Latte — inspiriert von der Reise unserer Barista Marie nach Indien letzten Herbst." Das kann keine KI erfinden.)

Newsletter

Die meisten kleinen Unternehmen versenden keinen Newsletter — nicht weil er nicht funktioniert, sondern weil das Schreiben zu lange dauert.

Newsletter-Struktur:

  1. Persönlicher Einstieg (2-3 Sätze aus deinem Alltag)
  2. Hauptthema mit Mehrwert (Tipps, Einblicke, Neuigkeiten)
  3. Sekundärer Inhalt (Angebot, Veranstaltung, Empfehlung)
  4. Call-to-Action

Prompt:

Erstelle einen Entwurf für meinen monatlichen Newsletter.

Unternehmen: [Name, Branche]
Hauptthema diesen Monat: [z.B. Sommertipps, neuer Service]
Neuigkeiten: [Was Neues gibt es?]
Angebot/Aktion: [Falls vorhanden]

Liefere:
- 3 Betreffzeilen-Vorschläge
- Persönlichen Einstieg (den ich anpassen werde)
- Hauptteil mit Mehrwert
- Abschluss mit Call-to-Action
- Länge: max. 400 Wörter

Personalisierung: Den Einstieg mit einer echten Geschichte ersetzen. Konkrete Beispiele aus dem Monat einbauen. Kundennamen (mit Erlaubnis) oder anonymisierte Geschichten verwenden.

Produkt- und Dienstleistungsbeschreibungen

Wenn du zu nah an deinem eigenen Angebot bist, fällt es schwer, es für Kunden zu beschreiben.

Prompt:

Beschreibe mein Angebot aus Kundensicht.

Was ich anbiete: [Produkt/Dienstleistung]
Hauptnutzen für den Kunden: [Was hat der Kunde davon?]
Typischer Kunde: [Wer kauft das?]
Preis: [Falls relevant]
Was mich vom Wettbewerb unterscheidet: [Dein USP]
Ton: [z.B. professionell, warm, direkt]

Wichtig: Fokus auf das, was der Kunde BEKOMMT, nicht auf das, was du LIEFERST. „In 30 Sekunden alles finden" statt „Professioneller Ordnungs-Service mit zertifizierten Beratern".

Content-Batching: Die echte Effizienz

Statt jede Woche einzelne Posts zu schreiben, erstelle alles auf einmal:

Monatliche Session (2 Stunden):

SchrittDauerWas du tust
Themen brainstormen15 Min.Monatsthemen, Feiertage, Aktionen festlegen
Social-Media-Posts generieren30 Min.12-16 Posts für den Monat
Newsletter entwerfen30 Min.1-2 Newsletter-Entwürfe
Bearbeiten und personalisieren45 Min.Deine Stimme, echte Details, Fotos planen

Ergebnis: Ein ganzer Monat Content in einer Session. Statt täglichem Stress.

Den KI-Sound vermeiden

Generischer KI-Content verrät sich sofort:

KI-VerdächtigBesser
„Wir freuen uns, bekannt zu geben…"Direkt sagen, was Sache ist
Buzzwords ohne SubstanzKonkrete Zahlen und Beispiele
Perfekte Grammatik, null PersönlichkeitDein echter Ton, auch mal ein Satz ohne Verb
Vage BehauptungenEchte Kundenstories (anonymisiert)
Vorhersehbare StrukturMal kurz, mal lang, mal überraschend

Faustregel: Wenn du den Post laut vorliest und er nicht nach dir klingt — bearbeiten, bis er es tut.

Wichtigste Erkenntnisse

  • KI löst das Startproblem — der Entwurf ist schnell da, du machst ihn zu deinem
  • Workflow: Entwurf → Bearbeiten → Posten — nie direkt veröffentlichen
  • Echte Details unterscheiden guten Content von generischem
  • Content-Batching: 2 Stunden pro Monat statt täglicher Stress
  • Fokus auf Kundennutzen bei Beschreibungen, nicht auf deine Leistungen
  • Den KI-Sound vermeiden: Konkret, persönlich, in deiner Stimme

Nächste Lektion

Lektion 3 zeigt dir, wie du Kundenkommunikation skalierst — Vorlagen, Personalisierung und Antwort-Management, ohne ein Team einzustellen.

Wissenscheck

1. Was ist der größte Fehler bei KI-generierten Marketing-Texten?

2. Wie solltest du mit KI-generierten Marketing-Texten umgehen?

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