Lektion 7 12 Min.

Dein KI-Werkzeugkasten

Die richtigen Tools auswählen, ohne das Budget zu sprengen.

🔄 Recall: Marketing, Kommunikation, Finanzen, Vertrieb — alles mit KI. Aber welche Tools?

In den letzten Lektionen hast du gelernt, KI für Marketing, Kundenkommunikation, Betriebsabläufe, Finanzen und Vertrieb einzusetzen. Jetzt die praktische Frage: Welche Tools brauchst du wirklich? Und wie vermeidest du, zu viel Geld für zu viele Abos auszugeben?

Tool-Überflutung ist real

Tausende KI-Tools, jede Woche neue. Das erzeugt Lähmung: Was ist das richtige? Was, wenn ich das Falsche wähle? Lass dich davon nicht aufhalten.

Der minimale Werkzeugkasten

Zum Einstieg brauchst du genau ein Tool: Einen allgemeinen KI-Assistenten.

ToolStärkePreis
Claude (Anthropic)Schreibqualität, Reasoning, lange TexteKostenlos / ~20 €/Monat
ChatGPT (OpenAI)Breite Fähigkeiten, viele PluginsKostenlos / ~20 €/Monat
Gemini (Google)Google-Integration, multimodalKostenlos / ~20 €/Monat

Ehrlich: Alle drei sind gut genug. Wähle eines und lerne es richtig kennen. Das ist effektiver als drei Tools halbherzig zu nutzen.

Kostenlos starten. Die Free-Tiers sind limitiert, aber zum Ausprobieren reichen sie. Upgrade auf ~20 €/Monat erst, wenn du regelmäßig an Grenzen stößt. Das ist weniger als eine Stunde Mindestlohn.

Wann Spezial-Tools sinnvoll werden

Bevor du ein weiteres Tool kaufst, frag dich:

  1. Kann mein allgemeiner KI-Assistent das?
  2. Wie oft brauche ich das wirklich?
  3. Was kostet es im Monat?
  4. Löst es ein echtes Problem oder ein hypothetisches?
Spezial-ToolSinnvoll, wenn…
Schreib-Tool (z.B. Jasper)Du 10+ Texte pro Woche brauchst
Transkription (z.B. Otter)Du viele Meetings/Gespräche hast
Bildgenerierung (z.B. Midjourney)Visuals zentral für dein Geschäft sind
Social-Media-ManagementDu mehrere Plattformen gleichzeitig bespielst

Faustregel: Bezahle erst, wenn die kostenlose/allgemeine Variante dich wirklich frustriert.

Quick Check: Du überlegst, ein Social-Media-Management-Tool für 30 €/Monat zu kaufen. Du postest 3× pro Woche auf Instagram. Lohnt sich das?

(Antwort: Wahrscheinlich nicht. 3 Posts pro Woche auf einer Plattform kannst du manuell oder mit deinem allgemeinen KI-Assistenten managen. Ein Management-Tool lohnt sich erst bei mehreren Plattformen oder täglichem Posting.)

Vorhandene KI nutzen

Viele Tools, die du schon zahlst, haben bereits KI eingebaut:

  • Google Workspace → Gemini (in Gmail, Docs, Sheets)
  • Microsoft 365 → Copilot (in Outlook, Word, Excel)
  • Canva → KI-Designfunktionen
  • E-Mail-Marketing (z.B. Mailchimp, CleverReach) → KI-Vorschläge

Prüfe das zuerst. Vielleicht zahlst du schon für KI, ohne es zu nutzen.

Kosten im Griff behalten

KI-Abos summieren sich schnell.

Prompt:

Hilf mir, meine aktuellen Tool-Abos zu überprüfen.

Meine aktuellen Tools und Kosten:
[Aufzählung: Tool — Kosten/Monat — wofür ich es nutze]

Fragen:
- Nutze ich wirklich alles, wofür ich zahle?
- Gibt es günstigere Alternativen?
- Was würde ich verlieren, wenn ich kündige?
- Hat irgendein Tool einen klaren ROI?

Monatlicher Check: Nutzt du, wofür du zahlst? Wenn nicht — kündigen.

Datenschutz und DSGVO

In Deutschland besonders wichtig:

  • Keine Kundendaten in allgemeine KI-Tools eingeben (Namen, Adressen, Kontodaten)
  • Keine Finanzdaten ohne Anonymisierung teilen
  • Keine Passwörter oder vertrauliche Geschäftsgeheimnisse
  • DSGVO prüfen: Wo werden deine Daten verarbeitet? In der EU?
  • Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV): Bei geschäftlicher Nutzung relevant

Faustregel: Gib in KI-Tools nichts ein, was du nicht auch einem externen Berater schicken würdest. Im Zweifel anonymisieren.

Die Lernkurve einplanen

Jedes Tool braucht Einarbeitung:

  • 2-5 Stunden: Grundfunktionen
  • 10-20 Stunden: Wirklich produktiv

Deshalb: Weniger Tools, dafür richtig beherrschen. Ein Tool, das du gut kennst, schlägt ein „besseres" Tool, das du kaum nutzt.

Empfehlung nach Unternehmenstyp

Solo-Selbstständiger:

  • Ein KI-Assistent (kostenlose Version zum Start)
  • Tool richtig kennenlernen
  • Prompt-Sammlung aufbauen (deine besten Prompts speichern)
  • Spezial-Tools erst bei konkretem Engpass

Kleines Team (2-10 Leute):

  • Sich auf einen KI-Assistenten einigen
  • Prompt-Bibliothek im Team teilen
  • Collaboration-Tools mit KI prüfen (Google Workspace, Microsoft 365)
  • Überlappende Abos vermeiden

Wichtigste Erkenntnisse

  • Ein allgemeiner KI-Assistent deckt 80% deiner Bedürfnisse
  • Kostenlos starten, Premium erst bei echten Grenzen (~20 €/Monat)
  • Vorhandene KI in bestehenden Tools prüfen, bevor du Neues kaufst
  • Monatlicher Abo-Check: Nutzt du, wofür du zahlst?
  • DSGVO beachten: Keine Kundendaten, keine Finanzdaten, im Zweifel anonymisieren
  • Weniger Tools, besser beherrschen — schlägt viele Tools halbherzig

Nächste Lektion

Lektion 8 bringt alles zusammen: Dein persönlicher 30-Tage-Umsetzungsplan — damit aus Wissen auch Praxis wird.

Wissenscheck

1. Wie wählst du am besten KI-Tools für dein Unternehmen aus?

2. Wie viele KI-Tools braucht ein kleines Unternehmen zum Einstieg?

Beantworte alle Fragen zum Prüfen

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Passende Skills