Interkommunale Zusammenarbeit
Gemeinsam staerker: Wie Kommunen bei KI kooperieren, Kosten teilen, voneinander lernen und regionale KI-Netzwerke aufbauen.
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🔄 Kurzer Rueckblick: In Lektion 6 hast du KI in der Personalverwaltung eingesetzt — Stellenausschreibungen, Arbeitszeugnisse, Beurteilungen. Jetzt geht es um die Frage: Wie koennen Kommunen gemeinsam mehr erreichen?
Eine einzelne Kommune mit 20.000 Einwohnern: 150 Beschaeftigte, kein IT-Spezialist fuer KI, Budget fuer Digitalisierung gleich null. Zehn Kommunen zusammen: 1.500 Beschaeftigte, gemeinsame Schulungen, geteilte Kosten, erprobte Loesungen statt Inselloesungen. Interkommunale Zusammenarbeit ist kein Nice-to-have — fuer kleine Kommunen ist sie die einzige realistische Moeglichkeit, KI einzufuehren.
Warum Kooperation bei KI besonders sinnvoll ist
| Alleingang | Kooperation |
|---|---|
| Jede Kommune erfindet das Rad neu | Eine entwickelt, alle profitieren |
| Hohe Kosten pro Kommune | Kosten geteilt auf 5-10 Kommunen |
| Einzelne Erfahrungen, keine Vergleichswerte | Erfahrungsaustausch, Best Practices |
| Fehler werden ueberall wiederholt | Fehler werden einmal gemacht, dann vermieden |
| Kein internes KI-Know-how | Gemeinsamer Wissenspool |
Drei Kooperationsmodelle
Modell 1: Informelles Netzwerk (Einstieg)
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Teilnehmer | 5-10 Kommunen aus einer Region |
| Treffen | Quartalweise (online oder reihum vor Ort) |
| Aufwand | Minimal — eine Kommune laedt ein, wechselt |
| Kosten | Nahe null (nur Arbeitszeit) |
| Was geteilt wird | Erfahrungen, Prompts, Schulungsideen |
| Formalisierung | Keine Satzung noetig |
Modell 2: Gemeinsames KI-Projekt (Aufbau)
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Teilnehmer | 3-5 Kommunen mit aehnlicher Groesse |
| Laufzeit | 6-12 Monate |
| Aufwand | Mittel — Projektkoordinator benoetigt |
| Kosten | 5.000-20.000 EUR, geteilt |
| Was geteilt wird | Prompt-Bibliothek, Schulungskonzept, Dienstanweisung |
| Foerderung | Oft foerderbar (Digitalpakt, Landesfoerderung) |
Modell 3: Zweckverband / Kooperationsvereinbarung (Skalierung)
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Teilnehmer | Landkreis oder Region (10-30 Kommunen) |
| Struktur | Formale Vereinbarung, ggf. eigene Stelle |
| Aufwand | Hoch — Verwaltungsaufwand fuer Gruendung |
| Kosten | 50.000+ EUR/Jahr, nach Einwohnerzahl umgelegt |
| Was geteilt wird | Gemeinsame KI-Plattform, Support, Schulungsprogramm |
| Vorteil | Skaleneffekte, professionelle Betreuung |
✅ Quick Check: Warum sollte man mit dem informellen Netzwerk starten und nicht gleich einen Zweckverband gruenden? (Tipp: Ein Zweckverband braucht Satzung, Gremienbeschluesse, Budget — das dauert Monate. Ein informelles Netzwerk kann naechste Woche starten. Und erst wenn man weiss, was funktioniert, lohnt sich Formalisierung.)
Die gemeinsame Prompt-Bibliothek
Aufbau
| Feld | Beispiel |
|---|---|
| Name | Stellungnahme B-Plan (Umweltamt) |
| Fachbereich | Bauamt / Umwelt |
| KI-Tool | ChatGPT, Claude, Copilot |
| Prompt | [Vollstaendiger Prompt-Text] |
| Bewertung | ★★★★☆ (4/5 — gut, Fachpruefung noetig) |
| Getestet von | Stadt Musterstadt, 03/2026 |
| Anpassungshinweise | Rechtsgrundlage an Landesrecht anpassen |
| Zeitersparnis | ca. 60% gegenueber manuell |
Prompt fuer den Aufbau
Du bist Projektkoordinator fuer ein interkommunales KI-Netzwerk
mit [Anzahl] Kommunen in [Bundesland/Region].
Erstelle eine Vorlage fuer eine gemeinsame Prompt-Bibliothek:
- Kategorien: Buergerservice, Bauamt, Finanzen, Personal, Ordnungsamt
- Pro Kategorie: 5-10 Standard-Prompts
- Fuer jeden Prompt: Name, Beschreibung, Anwendungsfall,
Qualitaetsbewertung, Anpassungshinweise
- Verwaltungsformat: Tabelle oder Datenbank-Vorlage
Ziel: Jeder Sachbearbeiter findet in unter 2 Minuten
den passenden Prompt fuer seinen Anwendungsfall.
Gemeinsame Schulungsformate
| Format | Aufwand | Reichweite | Kosten |
|---|---|---|---|
| Online-Workshop (2 Std.) | Gering | 20-50 Teilnehmer | ~500 EUR (Referent) |
| Praesenztag (reihum) | Mittel | 15-25 Teilnehmer | ~1.500 EUR |
| E-Learning-Kurs (gemeinsam erstellt) | Hoch (einmalig) | Unbegrenzt | ~5.000 EUR (einmalig) |
| Peer-Learning (Tandems) | Minimal | 2-4 Teilnehmer | 0 EUR |
| Hospitationsbesuche | Gering | 1-3 Teilnehmer | Nur Reisekosten |
Gemeinsame KI-Dienstanweisung
Warum gemeinsam?
Statt 10 Kommunen je einzeln eine KI-Dienstanweisung zu entwickeln, erstellt das Netzwerk eine gemeinsame Vorlage. Jede Kommune passt sie an — aber 80% des Textes ist identisch.
Bausteine
| Baustein | Inhalt |
|---|---|
| Praeambel | Zweck, Geltungsbereich |
| Zugelassene Tools | Liste freigegebener KI-Anwendungen |
| Datenschutzregeln | Was darf eingegeben werden, was nicht |
| Qualitaetssicherung | Pruefpflicht, Vier-Augen-Prinzip |
| Dokumentation | Kennzeichnung KI-generierter Texte |
| Ansprechpartner | KI-Beauftragte/r pro Kommune |
Key Takeaways
- Interkommunale Zusammenarbeit: Kostenteilung, Erfahrungsaustausch und Nachnutzung erprobter Loesungen
- Drei Kooperationsmodelle: Informelles Netzwerk (sofort) → Gemeinsames Projekt (6-12 Monate) → Zweckverband (Skalierung)
- Gemeinsame Prompt-Bibliothek: kuratiert mit Bewertung, Fachbereich und Anpassungshinweisen
- Gemeinsame KI-Dienstanweisung: 80% identisch, 20% individuelle Anpassung
- Fuer kleine Kommunen ist Kooperation oft die einzige realistische Moeglichkeit, KI einzufuehren
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In der letzten Lektion erstellst du deinen persoenlichen kommunalen KI-Plan — mit konkreten Massnahmen fuer die naechsten 30, 90 und 180 Tage.
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