Lektion 8 20 Min.

Abschlussprojekt: Alles zusammen

Wende alles Gelernte in einem realistischen Szenario an, das alle deine neuen KI-Skills auf die Probe stellt.

🔄 Recall: Dein bisheriges Toolkit

In den letzten Lektionen hast du ein komplettes Prompting-Arsenal aufgebaut: RAKF-Framework, Kontext laden, Formate festlegen, Fehler diagnostizieren und fortgeschrittene Techniken wie Chain-of-Thought und Persona-Stacking. Jetzt kommt der Praxistest.

Deine letzte Herausforderung

Glückwunsch — du hast das Abschlussprojekt erreicht! In dieser Lektion kommt alles zusammen: ein realistisches Szenario, das deine neuen Skills auf die Probe stellt.

In dieser Lektion wirst du:

  • Ein mehrstufiges, realistisches Projekt durcharbeiten
  • Techniken aus allen bisherigen Lektionen anwenden
  • Ein Referenz-Handbuch erstellen, das du nach dem Kurs nutzen kannst

Das Szenario

Du sollst den Launch eines neuen Produkt-Features in deinem Unternehmen leiten. Du hast eine Woche Zeit für:

  1. Wettbewerbsanalyse erstellen
  2. Launch-Ankündigung schreiben
  3. FAQ für das Support-Team erstellen
  4. Gesprächsleitfaden für den Vertrieb entwickeln

Lass uns KI für jede Phase einsetzen — mit allem, was du gelernt hast.


Phase 1: Wettbewerbsanalyse

Dein Vorgehen

Schritt 1: Kontext laden (Lektion 4)

„Bevor ich dich um Hilfe bei einer Wettbewerbsanalyse bitte, hier der Kontext:

  • Ich arbeite bei [Unternehmenstyp]
  • Wir launchen [Feature-Beschreibung]
  • Unsere Hauptkonkurrenten sind [3-4 auflisten]
  • Unsere Zielkunden sind [Beschreibung]
  • Was uns differenziert ist [Alleinstellungsmerkmal]

Hast du Rückfragen, bevor wir mit der Analyse loslegen?"

Schritt 2: Strukturierte Anfrage mit Format (Lektion 5)

„Erstelle eine Wettbewerbsanalyse, die unser neues Feature mit dem Angebot von [Wettbewerber A], [B] und [C] vergleicht.

Format als Tabelle mit diesen Spalten: | Aspekt | Unser Angebot | Wettbewerber A | Wettbewerber B | Wettbewerber C |

Diese Aspekte abdecken: Kernfunktionalität, Preismodell, Differenzierungsmerkmale, Schwächen

Füge nach der Tabelle einen Abschnitt ‚Unsere Wettbewerbsvorteile’ mit 3-5 Stichpunkten hinzu."

Schritt 3: Konfidenz kalibrieren (Lektion 7)

„Bewerte deine Konfidenz bei dieser Analyse. Welche Angaben zu den Wettbewerbern sollte ich auf deren Webseiten verifizieren?"


Phase 2: Launch-Ankündigung

Dein Vorgehen

Schritt 1: Persona + Aufgabe (Lektion 3 — RAKF)

„Du bist eine erfahrene Produkt-Marketing-Managerin, die überzeugende Produktankündigungen schreibt.

Schreib eine Launch-Ankündigung für unser neues [Feature]. Diese wird:

  • Auf unserem Unternehmensblog veröffentlicht
  • An unseren E-Mail-Verteiler gesendet (50.000 Abonnenten)
  • Auf LinkedIn geteilt

Die Ankündigung soll:

  • Mit dem Kundennutzen führen, nicht dem Feature
  • Ein Kundenzitat enthalten (Platzhalter okay)
  • 400-500 Wörter lang sein
  • Mit klaren nächsten Schritten enden

Ton: Professionell, aber persönlich — kein Corporate-Sprech."

Schritt 2: Iterieren (Lektion 6)

„Das ist ein guter Anfang. Folgende Änderungen:

  • Headline stärker auf den Kundennutzen ausrichten
  • Absatz 2 um 30% kürzen
  • Den Call-to-Action dringender formulieren
  • Soll sich lesen, als hätte ein Mensch es geschrieben, nicht KI"

Schritt 3: Format für verschiedene Kanäle (Lektion 5)

„Erstelle jetzt zwei Varianten:

  1. Eine LinkedIn-Post-Version (unter 300 Wörter, persönlich)
  2. E-Mail-Betreffzeile + Vorschautext (unter 100 Zeichen für den Betreff)"

Phase 3: Support-Team-FAQ

Dein Vorgehen

Schritt 1: Few-Shot Prompting nutzen (Lektion 4)

„Erstelle ein FAQ-Dokument für unser Support-Team zum neuen [Feature].

Formatiere jedes Q&A so wie dieses Beispiel:

F: Kann ich dieses Feature auf dem Handy nutzen? A: Ja, das Feature ist auf iOS und Android verfügbar. Die Ersteinrichtung muss aber am Desktop erfolgen. Danach funktioniert alles auch mobil. Interne Notiz: Bei mobilen Problemen App-Version prüfen — mindestens 4.2

Decke diese Fragekategorien ab:

  1. Zugang und Einrichtung (3-4 Fragen)
  2. Nutzung und Einschränkungen (4-5 Fragen)
  3. Fehlerbehebung (3-4 Fragen)
  4. Abrechnung/Preise (2-3 Fragen)"

Schritt 2: Stresstest mit Premortem (Lektion 7)

„Stell dir vor, das Feature geht live und die Support-Tickets explodieren. Welche Fragen haben wir übersehen? Füge 5 weitere FAQ-Einträge für unerwartete Fragen hinzu."

Quick Check: Bevor du weitermachst — welche Techniken aus welchen Lektionen hast du bisher in diesem Szenario erkannt?


Phase 4: Vertriebs-Gesprächsleitfaden

Dein Vorgehen

Schritt 1: Persona-Stack (Lektion 7)

„Du bist eine Sales-Enablement-Managerin UND eine Top-Vertriebsmitarbeiterin.

Erstelle Gesprächspunkte für unser Vertriebsteam zum neuen [Feature]:

  1. Elevator Pitch (30 Sekunden)
  2. Kern-Nutzenargumente (3-5 Punkte mit Belegen)
  3. Einwand-Behandlung
    • ‚Wir haben dafür schon eine Lösung'
    • ‚Was unterscheidet das von [Wettbewerber]?'
    • ‚Lohnt sich der Aufpreis?'
  4. Discovery-Fragen (5 Fragen, um passende Interessenten zu identifizieren)

Direkte, persönliche Sprache — kein Marketing-Blabla."

Schritt 2: Einwände steelmannen (Lektion 7)

„Für den Einwand ‚Wir haben schon eine Lösung’: Steelmanne die Position des Interessenten. Was sind legitime Gründe, bei der aktuellen Lösung zu bleiben? Dann verfeinere unsere Antwort, um diese berechtigten Bedenken aufzugreifen."


Kursrückblick: Dein Prompting-Toolkit

Hier eine Zusammenfassung von allem, was du gelernt hast:

Die Grundlagen

LektionKernkonzeptWann einsetzen
2. Wie KI funktioniertKI sagt vorher, denkt nichtRealistische Erwartungen setzen; Fakten prüfen
3. RAKF-FrameworkRolle, Aufgabe, Kontext, FormatJeder strukturierte Prompt
4. Kontext & GedächtnisKontext laden; Beispiele nutzenKomplexe Aufgaben; konsistente Ausgaben
5. AusgabeformateStruktur explizit festlegenImmer wenn du bestimmte Formatierung brauchst
6. Typische FehlerVage Prompts, keine IterationFehlgeschlagene Prompts diagnostizieren
7. Fortgeschrittene TechnikenCoT, Personas, FrameworksKomplexes Reasoning; Multi-Perspektiven-Aufgaben

Schnellreferenz-Prompts

Komplexe Aufgabe starten:

„Bevor ich dir die Aufgabe gebe, hier der Kontext: [Kontext]. Hast du Rückfragen?"

Format festlegen:

„Präsentiere deine Antwort als [Format] mit [Struktur]. Jede/r [Element] soll [Anforderungen] enthalten."

Beispiele zeigen:

„Folge diesem Format: [Beispiel-Eingabe] → [Beispiel-Ausgabe]. Wende das jetzt an auf: [tatsächliche Eingabe]"

Besseres Reasoning:

„Denke Schritt für Schritt durch, bevor du deine Antwort gibst."

Mehrere Perspektiven:

„Du bist ein/e [Rolle 1] UND ein/e [Rolle 2]. Betrachte das aus beiden Perspektiven."

Iterieren:

„Das ist ein guter Anfang. Jetzt mach es [konkrete Änderung] und [konkrete Änderung]."


Reflexion: Dein Fortschritt

Erinnerst du dich an den Selbstcheck aus Lektion 1? Wie oft hast du beim ersten Versuch gute KI-Antworten bekommen?

Nach diesem Kurs solltest du eine deutliche Verbesserung sehen, weil du jetzt:

  • Verstehst, wie KI tatsächlich funktioniert (und ihre Grenzen kennst)
  • Prompts mit Rolle, Aufgabe, Kontext und Format strukturierst
  • Kontext effektiv lieferst und Beispiele einsetzt
  • Ausgabeformate festlegst, die dir brauchbare Ergebnisse liefern
  • Typische Prompting-Fehler erkennst und behebst
  • Fortgeschrittene Techniken für komplexe Aufgaben anwendest

Deine nächsten Schritte

  1. Sofort üben. Wende diese Techniken bei deiner nächsten KI-Interaktion an — heute noch.

  2. Vorlagen erstellen. Bau dir eine Sammlung von Prompt-Vorlagen für Aufgaben, die du regelmäßig erledigst.

  3. Skills-Bibliothek erkunden. Schau dir fertige KI-Skills an, die Best Practices direkt umsetzen: Skills entdecken

  4. Zertifikat holen. Schließ das Quiz ab und sichere dir dein Abschlusszertifikat.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Komplexe Aufgaben in Phasen aufteilen mit klarem Kontext laden
  • Antworten iterieren, statt beim ersten Versuch Perfektion zu erwarten
  • Techniken kombinieren nach Bedarf — RAKF, Few-Shot, CoT, Persona-Stacking
  • Prompting ist eine Fähigkeit — du wirst mit Übung besser
  • Du hast jetzt ein Toolkit, das jede KI-Interaktion effektiver macht

Herzlichen Glückwunsch!

Du hast KI-Grundlagen abgeschlossen!

Du bist jetzt mit dem Wissen und den Techniken ausgestattet, um deutlich bessere Ergebnisse mit KI-Assistenten zu erzielen. Der Unterschied zwischen dir und jemandem, der diesen Kurs nicht gemacht hat, ist nicht der Zugang zu besseren Tools — es ist die Fähigkeit, effektiv mit den Tools zu kommunizieren, die alle haben.

Dein letzter Schritt: Bestehe das Quiz oben und klick dann auf „Zertifikat holen", um dein Abschlusszertifikat zu beanspruchen.

Wissenscheck

1. Du startest eine komplexe KI-Aufgabe. Was solltest du ZUERST tun?

2. Die KI-Antwort ist größtenteils gut, aber ein paar wichtige Punkte fehlen. Was ist der beste Ansatz?

3. Welche Aussage beschreibt effektives KI-Prompting am besten?

Beantworte alle Fragen zum Prüfen

Erst das Quiz oben abschließen

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