Abschlussprojekt: Alles zusammen
Wende alles Gelernte in einem realistischen Szenario an, das alle deine neuen KI-Skills auf die Probe stellt.
🔄 Recall: Dein bisheriges Toolkit
In den letzten Lektionen hast du ein komplettes Prompting-Arsenal aufgebaut: RAKF-Framework, Kontext laden, Formate festlegen, Fehler diagnostizieren und fortgeschrittene Techniken wie Chain-of-Thought und Persona-Stacking. Jetzt kommt der Praxistest.
Deine letzte Herausforderung
Glückwunsch — du hast das Abschlussprojekt erreicht! In dieser Lektion kommt alles zusammen: ein realistisches Szenario, das deine neuen Skills auf die Probe stellt.
In dieser Lektion wirst du:
- Ein mehrstufiges, realistisches Projekt durcharbeiten
- Techniken aus allen bisherigen Lektionen anwenden
- Ein Referenz-Handbuch erstellen, das du nach dem Kurs nutzen kannst
Das Szenario
Du sollst den Launch eines neuen Produkt-Features in deinem Unternehmen leiten. Du hast eine Woche Zeit für:
- Wettbewerbsanalyse erstellen
- Launch-Ankündigung schreiben
- FAQ für das Support-Team erstellen
- Gesprächsleitfaden für den Vertrieb entwickeln
Lass uns KI für jede Phase einsetzen — mit allem, was du gelernt hast.
Phase 1: Wettbewerbsanalyse
Dein Vorgehen
Schritt 1: Kontext laden (Lektion 4)
„Bevor ich dich um Hilfe bei einer Wettbewerbsanalyse bitte, hier der Kontext:
- Ich arbeite bei [Unternehmenstyp]
- Wir launchen [Feature-Beschreibung]
- Unsere Hauptkonkurrenten sind [3-4 auflisten]
- Unsere Zielkunden sind [Beschreibung]
- Was uns differenziert ist [Alleinstellungsmerkmal]
Hast du Rückfragen, bevor wir mit der Analyse loslegen?"
Schritt 2: Strukturierte Anfrage mit Format (Lektion 5)
„Erstelle eine Wettbewerbsanalyse, die unser neues Feature mit dem Angebot von [Wettbewerber A], [B] und [C] vergleicht.
Format als Tabelle mit diesen Spalten: | Aspekt | Unser Angebot | Wettbewerber A | Wettbewerber B | Wettbewerber C |
Diese Aspekte abdecken: Kernfunktionalität, Preismodell, Differenzierungsmerkmale, Schwächen
Füge nach der Tabelle einen Abschnitt ‚Unsere Wettbewerbsvorteile’ mit 3-5 Stichpunkten hinzu."
Schritt 3: Konfidenz kalibrieren (Lektion 7)
„Bewerte deine Konfidenz bei dieser Analyse. Welche Angaben zu den Wettbewerbern sollte ich auf deren Webseiten verifizieren?"
Phase 2: Launch-Ankündigung
Dein Vorgehen
Schritt 1: Persona + Aufgabe (Lektion 3 — RAKF)
„Du bist eine erfahrene Produkt-Marketing-Managerin, die überzeugende Produktankündigungen schreibt.
Schreib eine Launch-Ankündigung für unser neues [Feature]. Diese wird:
- Auf unserem Unternehmensblog veröffentlicht
- An unseren E-Mail-Verteiler gesendet (50.000 Abonnenten)
- Auf LinkedIn geteilt
Die Ankündigung soll:
- Mit dem Kundennutzen führen, nicht dem Feature
- Ein Kundenzitat enthalten (Platzhalter okay)
- 400-500 Wörter lang sein
- Mit klaren nächsten Schritten enden
Ton: Professionell, aber persönlich — kein Corporate-Sprech."
Schritt 2: Iterieren (Lektion 6)
„Das ist ein guter Anfang. Folgende Änderungen:
- Headline stärker auf den Kundennutzen ausrichten
- Absatz 2 um 30% kürzen
- Den Call-to-Action dringender formulieren
- Soll sich lesen, als hätte ein Mensch es geschrieben, nicht KI"
Schritt 3: Format für verschiedene Kanäle (Lektion 5)
„Erstelle jetzt zwei Varianten:
- Eine LinkedIn-Post-Version (unter 300 Wörter, persönlich)
- E-Mail-Betreffzeile + Vorschautext (unter 100 Zeichen für den Betreff)"
Phase 3: Support-Team-FAQ
Dein Vorgehen
Schritt 1: Few-Shot Prompting nutzen (Lektion 4)
„Erstelle ein FAQ-Dokument für unser Support-Team zum neuen [Feature].
Formatiere jedes Q&A so wie dieses Beispiel:
F: Kann ich dieses Feature auf dem Handy nutzen? A: Ja, das Feature ist auf iOS und Android verfügbar. Die Ersteinrichtung muss aber am Desktop erfolgen. Danach funktioniert alles auch mobil. Interne Notiz: Bei mobilen Problemen App-Version prüfen — mindestens 4.2
Decke diese Fragekategorien ab:
- Zugang und Einrichtung (3-4 Fragen)
- Nutzung und Einschränkungen (4-5 Fragen)
- Fehlerbehebung (3-4 Fragen)
- Abrechnung/Preise (2-3 Fragen)"
Schritt 2: Stresstest mit Premortem (Lektion 7)
„Stell dir vor, das Feature geht live und die Support-Tickets explodieren. Welche Fragen haben wir übersehen? Füge 5 weitere FAQ-Einträge für unerwartete Fragen hinzu."
✅ Quick Check: Bevor du weitermachst — welche Techniken aus welchen Lektionen hast du bisher in diesem Szenario erkannt?
Phase 4: Vertriebs-Gesprächsleitfaden
Dein Vorgehen
Schritt 1: Persona-Stack (Lektion 7)
„Du bist eine Sales-Enablement-Managerin UND eine Top-Vertriebsmitarbeiterin.
Erstelle Gesprächspunkte für unser Vertriebsteam zum neuen [Feature]:
- Elevator Pitch (30 Sekunden)
- Kern-Nutzenargumente (3-5 Punkte mit Belegen)
- Einwand-Behandlung
- ‚Wir haben dafür schon eine Lösung'
- ‚Was unterscheidet das von [Wettbewerber]?'
- ‚Lohnt sich der Aufpreis?'
- Discovery-Fragen (5 Fragen, um passende Interessenten zu identifizieren)
Direkte, persönliche Sprache — kein Marketing-Blabla."
Schritt 2: Einwände steelmannen (Lektion 7)
„Für den Einwand ‚Wir haben schon eine Lösung’: Steelmanne die Position des Interessenten. Was sind legitime Gründe, bei der aktuellen Lösung zu bleiben? Dann verfeinere unsere Antwort, um diese berechtigten Bedenken aufzugreifen."
Kursrückblick: Dein Prompting-Toolkit
Hier eine Zusammenfassung von allem, was du gelernt hast:
Die Grundlagen
| Lektion | Kernkonzept | Wann einsetzen |
|---|---|---|
| 2. Wie KI funktioniert | KI sagt vorher, denkt nicht | Realistische Erwartungen setzen; Fakten prüfen |
| 3. RAKF-Framework | Rolle, Aufgabe, Kontext, Format | Jeder strukturierte Prompt |
| 4. Kontext & Gedächtnis | Kontext laden; Beispiele nutzen | Komplexe Aufgaben; konsistente Ausgaben |
| 5. Ausgabeformate | Struktur explizit festlegen | Immer wenn du bestimmte Formatierung brauchst |
| 6. Typische Fehler | Vage Prompts, keine Iteration | Fehlgeschlagene Prompts diagnostizieren |
| 7. Fortgeschrittene Techniken | CoT, Personas, Frameworks | Komplexes Reasoning; Multi-Perspektiven-Aufgaben |
Schnellreferenz-Prompts
Komplexe Aufgabe starten:
„Bevor ich dir die Aufgabe gebe, hier der Kontext: [Kontext]. Hast du Rückfragen?"
Format festlegen:
„Präsentiere deine Antwort als [Format] mit [Struktur]. Jede/r [Element] soll [Anforderungen] enthalten."
Beispiele zeigen:
„Folge diesem Format: [Beispiel-Eingabe] → [Beispiel-Ausgabe]. Wende das jetzt an auf: [tatsächliche Eingabe]"
Besseres Reasoning:
„Denke Schritt für Schritt durch, bevor du deine Antwort gibst."
Mehrere Perspektiven:
„Du bist ein/e [Rolle 1] UND ein/e [Rolle 2]. Betrachte das aus beiden Perspektiven."
Iterieren:
„Das ist ein guter Anfang. Jetzt mach es [konkrete Änderung] und [konkrete Änderung]."
Reflexion: Dein Fortschritt
Erinnerst du dich an den Selbstcheck aus Lektion 1? Wie oft hast du beim ersten Versuch gute KI-Antworten bekommen?
Nach diesem Kurs solltest du eine deutliche Verbesserung sehen, weil du jetzt:
- Verstehst, wie KI tatsächlich funktioniert (und ihre Grenzen kennst)
- Prompts mit Rolle, Aufgabe, Kontext und Format strukturierst
- Kontext effektiv lieferst und Beispiele einsetzt
- Ausgabeformate festlegst, die dir brauchbare Ergebnisse liefern
- Typische Prompting-Fehler erkennst und behebst
- Fortgeschrittene Techniken für komplexe Aufgaben anwendest
Deine nächsten Schritte
Sofort üben. Wende diese Techniken bei deiner nächsten KI-Interaktion an — heute noch.
Vorlagen erstellen. Bau dir eine Sammlung von Prompt-Vorlagen für Aufgaben, die du regelmäßig erledigst.
Skills-Bibliothek erkunden. Schau dir fertige KI-Skills an, die Best Practices direkt umsetzen: Skills entdecken
Zertifikat holen. Schließ das Quiz ab und sichere dir dein Abschlusszertifikat.
Wichtigste Erkenntnisse
- Komplexe Aufgaben in Phasen aufteilen mit klarem Kontext laden
- Antworten iterieren, statt beim ersten Versuch Perfektion zu erwarten
- Techniken kombinieren nach Bedarf — RAKF, Few-Shot, CoT, Persona-Stacking
- Prompting ist eine Fähigkeit — du wirst mit Übung besser
- Du hast jetzt ein Toolkit, das jede KI-Interaktion effektiver macht
Herzlichen Glückwunsch!
Du hast KI-Grundlagen abgeschlossen!
Du bist jetzt mit dem Wissen und den Techniken ausgestattet, um deutlich bessere Ergebnisse mit KI-Assistenten zu erzielen. Der Unterschied zwischen dir und jemandem, der diesen Kurs nicht gemacht hat, ist nicht der Zugang zu besseren Tools — es ist die Fähigkeit, effektiv mit den Tools zu kommunizieren, die alle haben.
Dein letzter Schritt: Bestehe das Quiz oben und klick dann auf „Zertifikat holen", um dein Abschlusszertifikat zu beanspruchen.
Wissenscheck
Erst das Quiz oben abschließen
Lektion abgeschlossen!