Ein Budget, das funktioniert
Die 50/30/20-Regel, Mehrkonten-Modell und automatische Sparplaene — ein Budget-System, das wirklich haelt.
Warum Budgets scheitern
🔄 Recall: In Lektion 2 hast du deine finanzielle Bestandsaufnahme gemacht — Einkommen, Ausgaben, Schulden, Vermoegen. Jetzt baust du daraus ein Budget, das tatsaechlich funktioniert.
Tja, die meisten Budgets halten etwa so lange wie Neujahrsvorsaetze. Der Grund: Sie sind zu kompliziert. 47 Kategorien, jeder Euro verplant, und beim ersten spontanen Abendessen mit Freunden ist das Ding Makulatur.
Ein gutes Budget ist einfach, automatisch und hat Spielraum fuer das echte Leben.
Die 50/30/20-Regel
Der einfachste Budget-Ansatz, der tatsaechlich funktioniert. Dein Netto-Einkommen wird in drei Toepfe aufgeteilt:
50% — Grundbeduerfnisse (muss sein):
- Miete + Nebenkosten
- Lebensmittel (Grundversorgung)
- Versicherungen
- Transport (Deutschlandticket, Auto-Fixkosten)
- Strom, Internet, Handy
30% — Persoenliche Wuensche (will ich):
- Essen gehen, Lieferdienste
- Shopping, Kleidung
- Freizeit, Ausgehen
- Streaming, Abos
- Urlaub, Reisen
- Hobbys
20% — Sparen und Schulden (Zukunft):
- Notgroschen aufbauen
- ETF-Sparplan
- Extra Schuldentilgung (ueber Mindestrate hinaus)
- Altersvorsorge
Hilf mir, die 50/30/20-Regel auf mein Budget anzuwenden.
Mein monatliches Netto-Einkommen: [Betrag]
Meine aktuellen Fixkosten (Grundbeduerfnisse):
[alle auflisten mit Betraegen]
Meine aktuellen Wuensche-Ausgaben:
[alle auflisten mit Betraegen]
Meine aktuellen Spar-/Tilgungsraten:
[auflisten]
Analysiere:
1. Wie verteilen sich meine Ausgaben auf 50/30/20?
2. Wo liege ich ueber oder unter den Richtwerten?
3. Was sind realistische Anpassungen (nicht "verzichte auf alles")?
4. Wie koennte ein konkreter Monatsplan aussehen?
✅ Quick Check: Was tust du, wenn deine Fixkosten schon 60% deines Einkommens ausmachen? (Antwort: Das ist ein Signal, dass du entweder deine Wohnkosten zu hoch sind oder du an den Fixkosten arbeiten musst — Versicherungen vergleichen, Vertraege wechseln, laengerfristig guenstigere Wohnung suchen. Die 50/30/20-Regel ist ein Richtwert, kein Gesetz.)
Das Mehrkonten-Modell
Die 50/30/20-Regel wird erst richtig stark, wenn du sie mit dem Mehrkonten-Modell kombinierst:
Konto 1: Girokonto (dein „Spasskonto") Hier bleibt nur, was du ausgeben darfst. Alles andere wird am Monatsanfang per Dauerauftrag abgezogen.
Konto 2: Fixkosten-Konto (oder 2. Girokonto) Alle Fixkosten laufen von hier: Miete, Versicherungen, Strom. Am 1. oder 2. des Monats per Dauerauftrag befuellt.
Konto 3: Tagesgeldkonto (Notgroschen + Sparen) Dein Sparanteil landet hier. Automatisch. Am Monatsanfang.
Konto 4: Depot (optional, fuer ETF-Sparplan) Wenn der Notgroschen steht, geht ein Teil direkt ins Depot.
Warum das funktioniert: Du musst nicht mehr rechnen. Was auf dem Girokonto ist, darfst du ausgeben. Fertig. Kein Kopfrechnen, kein schlechtes Gewissen.
Pay Yourself First
Der entscheidende Trick: Spare am Monatsanfang, nicht am Monatsende.
Die meisten Leute machen es andersherum — „was am Monatsende uebrig bleibt, spare ich." Spoiler: Es bleibt nie was uebrig. Ausgaben dehnen sich immer auf das verfuegbare Geld aus (Parkinson’s Law).
So geht es richtig:
- Gehalt kommt rein (z.B. am 27.)
- Am 1. gehen Dauerauftraege raus: Fixkosten, Sparrate, ETF-Sparplan
- Was auf dem Girokonto bleibt = dein Budget fuer Wuensche
- Kein Nachdenken noetig
Hilf mir, ein Mehrkonten-Modell einzurichten.
Mein Netto-Einkommen: [Betrag]
Meine Fixkosten gesamt: [Betrag]
Mein Spar-Ziel (20% oder anderer Betrag): [Betrag]
Erstelle einen konkreten Dauerauftrag-Plan:
1. Welche Betraege am 1. wohin ueberweisen?
2. Welche Konten brauche ich (und welche kostenlosen Anbieter
gibt es)?
3. Was bleibt als Spielraum auf dem Girokonto?
4. Wie passe ich das an, wenn ein unerwarteter Monat kommt
(Weihnachten, Urlaub, Autoreparatur)?
Unregelmaessige Ausgaben einplanen
Der Budget-Killer Nummer eins: Ausgaben, die nicht monatlich kommen, aber trotzdem vorhersehbar sind.
Jaehrliche Kosten (auf Monate umrechnen):
- KFZ-Versicherung
- GEZ (jaehrlich zahlen ist guenstiger)
- Urlaub
- Weihnachtsgeschenke
- TÜV / Wartung Auto
- Jahresbeitraege (Vereine, ADAC, etc.)
Tipp: Rechne alle jaehrlichen Kosten zusammen, teile durch 12, und richte einen Dauerauftrag auf ein separates Tagesgeldkonto ein. Wenn die Rechnung kommt, ist das Geld schon da.
Paar-Finanzen
Wenn du in einer Beziehung lebst, wird Budget komplizierter. Drei gaengige Modelle:
Komplett gemeinsam: Alles in einen Topf. Einfach, aber erfordert volles Vertrauen und gleiche Werte.
Komplett getrennt: Jeder zahlt seinen Anteil. Einfach, aber kann bei Einkommensunterschieden unfair werden.
Hybrid (beliebtestes Modell): Gemeinsames Konto fuer Fixkosten und Haushalt (anteilig nach Einkommen), eigene Konten fuer persoenliches Geld. Jeder hat Freiheit, gemeinsame Kosten sind fair verteilt.
Key Takeaways
- Die 50/30/20-Regel gibt dir eine einfache Struktur: 50% Grundbeduerfnisse, 30% Wuensche, 20% Sparen
- Das Mehrkonten-Modell automatisiert dein Budget — was auf dem Girokonto ist, darfst du ausgeben
- Pay Yourself First: Spare am Monatsanfang per Dauerauftrag, nicht am Monatsende vom Rest
- Jaehrliche Kosten auf Monate umrechnen und separat ansparen
- Ein gutes Budget hat Spielraum — perfekt geplante Budgets scheitern am echten Leben
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