Lektion 8 20 Min.

Abschlussprojekt: Deine komplette Präsentation

Alles zusammenbringen: Baue eine komplette Präsentation von der Zielgruppenanalyse bis zur Delivery.

🔄 Recall: Proben, Feedback, Q&A — jetzt alles zusammen

In der letzten Lektion hast du gelernt, wie du probst, Stressfragen vorbereitest und Lampenfieber verwandelst. Jetzt hast du ein komplettes Werkzeugset: Zielgruppenanalyse, Purpose Statement, SKL-Framework, Foliendesign, Daten-Storytelling, Zielgruppen-Anpassung, Probe-Methodik. Zeit, alles in einer echten Präsentation zusammenzuführen.

Das Abschlussprojekt

Baue eine 10-Minuten-Präsentation zu einem Thema, das für dich relevant ist. Arbeit, Studium, Verein — egal, Hauptsache echt.

Kein echtes Thema? Fünf Szenarien zur Auswahl:

  1. Pitche ein Projekt bei deiner Geschäftsführung
  2. Präsentiere Ergebnisse vor dem Team
  3. Schlage eine Verbesserung in deiner Abteilung vor
  4. Halte einen Konferenz-Talk zu deinem Fachgebiet
  5. Empfiehl eine Lösung an einen Kunden

Schritt 1: Zielgruppenanalyse (15 Min.)

Erstelle deinen Spickzettel aus Lektion 2:

FeldAusfüllen
WER
STIMMUNG
INTERESSIERT AN
WISSEN SCHON
ZWECK (DENKEN/FÜHLEN/TUN)
KERNBOTSCHAFT
TOP-EINWÄNDE
ERFOLG SIEHT AUS WIE

Grillparty-Test: Kannst du deine Kernbotschaft in einem Satz zusammenfassen?

Schritt 2: Struktur (15 Min.)

Baue dein Framework aus Lektion 3:

  • EINSTIEG: Welche Technik? (Überraschende Zahl / Frage / Geschichte / These / Kontrast) — Entwurf:
  • SKL: Situation → Komplikation → Lösung
  • PUNKT 1: Behauptung / Beweis / Bedeutung / Überleitung
  • PUNKT 2: Behauptung / Beweis / Bedeutung / Überleitung
  • PUNKT 3: Behauptung / Beweis / Bedeutung / Überleitung
  • SCHLUSS: Zusammenfassung / Kernbotschaft / Call to Action
  • ZEITBUDGET: 1 / 2,5 / 2,5 / 2 / 1 / 1 Min.

Schritt 3: Folien texten (20 Min.)

Für jede Folie aus Lektion 4:

  • Headline: Behauptung, unter 12 Wörter
  • Visual: Was unterstützt visuell?
  • Text: Unter 40 Wörter
  • Sprechernotizen: Details, Übergänge, Geschichten

Ziel: 8-10 Folien. Headline-Test: Nur Headlines lesen → schlüssige Argumentation?

Schritt 4: Daten-Folien (falls relevant, 10 Min.)

Für jeden Datenpunkt aus Lektion 5:

  • Welche Geschichte erzählen die Daten?
  • Welches Diagramm passt?
  • Headline = Erkenntnis (nicht Thema)
  • Wie verankere ich die Zahlen greifbar?
  • KONTEXT → DATEN → ERKENNTNIS → IMPLIKATION

Quick Check: Du hast jetzt 12 Folien. Dein Zeitbudget sagt: maximal 10. Welche 2 streichst du — und wie entscheidest du?

(Antwort: Die 2 Folien, die am wenigsten zum Purpose Statement beitragen. Frag dich: Wenn ich diese Folie weglasse — fehlt meinem Publikum etwas Entscheidendes? Wenn nein — raus damit oder in die Backup-Folien.)

Schritt 5: Q&A-Vorbereitung (10 Min.)

Generiere 10 Stressfragen aus Lektion 7:

  • 3 zur Evidenz/Datengrundlage
  • 3 zur Machbarkeit/Umsetzung
  • 2 zu Risiken
  • 2 unangenehme Spontanfragen

Übe die Antworten laut: ANERKENNEN → ANTWORTEN → BELEGEN → ÜBERLEITEN

Schritt 6: Proben (30 Min.)

Durchlauf 1 (Inhalt): Fließt die Struktur? Zeitbudget eingehalten? Übergänge smooth? Einstieg packt? Schluss sitzt?

Durchlauf 2 (Delivery): Tempo, Blickkontakt, Energie, Füllwörter — nimm dich auf.

Durchlauf 3 (Simulation): KI als Publikum — Feedback nach jedem Abschnitt.

Schritt 7: Letzter Schliff (10 Min.)

Behebe die Probleme, die in den Proben aufgefallen sind. Stärke Einstieg und Schluss.

Pre-Delivery-Checkliste

INHALT:

  • Spickzettel griffbereit
  • Kernbotschaft in einem Satz
  • Drei Hauptpunkte klar
  • Call to Action definiert

FOLIEN:

  • Richtig angezeigt auf dem Präsentationsrechner
  • Tippfehler gecheckt
  • Backup-Folien am Ende

LOGISTIK:

  • Technik funktioniert (Beamer, Adapter, Ton)
  • Wasser da
  • Timer griffbereit
  • Fernbedienung getestet

MINDSET:

  • Einstieg 3× geprobt
  • Stressfragen durchgegangen
  • 3 langsame Atemzüge
  • Erinnern: Ich bin vorbereitet

Kurs-Zusammenfassung

LektionKernprinzipMerksatz
1Drei TodsündenNicht du zählst — dein Publikum
2Zielgruppe & ZweckDENKEN / FÜHLEN / TUN
3StrukturSituation → Komplikation → Lösung
4Folien textenEine Idee, eine Headline, 40 Wörter
5Daten erzählenKontext → Daten → Erkenntnis → Implikation
6ZielgruppenEntscheider ≠ Technik ≠ Kunden ≠ Konferenz
7Üben3-4 Durchläufe, laut, aufgenommen
8Alles zusammenSystem schlägt Talent

Der Verbesserungskreislauf

Vorher: Mit dem Prozess aus diesem Kurs aufbauen Während: Reaktionen beobachten — wo nicken sie? Wo schauen sie aufs Handy? Nachher: Festhalten, was funktioniert hat und was nicht Über Zeit: Eine Bibliothek aus wiederverwendbaren Modulen aufbauen

Gute Vortragende sind nicht talentierter. Sie haben halt einfach öfter iteriert.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Reihenfolge zählt: Zielgruppe → Zweck → Struktur → Folien → Proben → Verfeinern
  • Kürzen macht besser — wenn die Probe zu lang ist, Inhalte streichen, nicht schneller reden
  • Letzter Check: Technik, Spickzettel, Einstieg, Call to Action — nicht mehr am Inhalt schrauben
  • Erfolg = Purpose Statement — hat das Publikum getan, was du wolltest?
  • System schlägt Talent — dieser Kurs gibt dir ein System, das bei jeder Präsentation funktioniert

Wissenscheck

1. In welcher Reihenfolge baust du eine Präsentation?

2. Dein Probe-Durchlauf zeigt: Deine Präsentation ist 5 Minuten zu lang. Was tust du?

3. Was ist der letzte Check vor jeder Präsentation?

4. Woran misst du, ob eine Präsentation erfolgreich war?

Beantworte alle Fragen zum Prüfen

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Passende Skills