Lektion 6 15 Min.

Moodboards erstellen

Professionelle Moodboards erstellen, die deine Designvision festhalten. Elemente kuratieren, digital umsetzen und Kaufentscheidungen daran pruefen.

Dein Design-Kompass

🔄 Recall: In Lektion 5 hast du Moebel und Styling-Accessoires ausgewaehlt. Bevor du etwas kaufst, gibt es einen entscheidenden Schritt: Ein Moodboard, das deine komplette Vision in einer visuellen Referenz festhaelt.

Kennst du das? Du startest mit einer klaren Vorstellung. Dann kaufst du ein Kissen in einem leicht anderen Farbton. Dann eine Lampe, die doch eher Industrial als skandinavisch ist. Stueck fuer Stueck driftet die Vision ab. Ein Moodboard verhindert genau das — es ist der visuelle Anker, an dem du jede Entscheidung pruefst.

Was auf ein Moodboard gehoert

Ein Moodboard ist mehr als eine Collage. Jedes Element hat eine Aufgabe:

Die Bausteine

ElementZweckAnzahl
FarbpaletteDefiniert die Farbgeschichte (aus Lektion 4)4-6 Farbfelder
InspirationsbilderFangen Stimmung und Atmosphaere ein3-5 Fotos
MaterialprobenZeigen Texturen (Holz, Stoff, Metall)3-4 Proben
Schluessel-MoebelVerankern die Stilrichtung2-3 Stuecke
AccessoiresDeuten Styling und Persoenlichkeit an2-3 Stuecke
StimmungswoerterBeschreiben das Gefuehl in Sprache2-4 Woerter

Gesamt: 9-15 Elemente

Mehr als 15 wird ueberleden. Weniger als 9 gibt nicht genug Richtung. Jedes Element muss seinen Platz verdienen.

Quick Check: Wenn du deinen Traumraum in 3 Adjektiven beschreiben mueesstest — welche waeren es? Diese Woerter gehoeren auf dein Moodboard.

Der Kuratierungsprozess

Moodboard erstellen heisst nicht sammeln — es heisst kuratieren:

Schritt 1: Breit sammeln

50-100 Bilder sammeln — Pinterest, Instagram, Einrichtungsmagazine, echte Fotos. Noch nicht filtern.

Schritt 2: Den roten Faden finden

Breite die Sammlung aus und suche nach Mustern:

  • Gleiche Farbtoene?
  • Gleiches Material (viel Holz? Messing-Akzente?)
  • Gleiche Stimmung (gemuetlich? minimalistisch? dramatisch?)
  • Gleicher Stil (skandinavisch? Japandi? Mid-Century?)

Der rote Faden ist deine Designrichtung.

Schritt 3: Gnadenlos aussortieren

Von 100 auf 12-15 kuerzen. Bei jedem Bild fragen: „Verstaerkt das den roten Faden oder verweasert es ihn?" Wenn es die Vision nicht staerkt — raus. Egal wie schoen.

Schritt 4: Luecken fuellen

Ergaenzen mit:

  • Farbfeldern aus deiner Palette
  • Texturreferenzen (Nahaufnahmen von Materialien)
  • Stimmungswoertern

KI-Hilfe

Ich habe 40 Bilder von Raeumen gesammelt, die mir gefallen.
Sie zeigen: warme Holztoene, weisse Waende, gruene Pflanzen,
strukturierte Stoffe wie Leinen und Wolle, Messing-Akzente.
Das Gesamtgefuehl ist ruhig und natuerlich.

Hilf mir:
1. Diesen Stil in praeziser Design-Fachsprache zu definieren
2. 3 Stimmungswoerter vorzuschlagen
3. Welche Elemente fehlen noch auf meinem Moodboard?

Digitale Moodboards erstellen

Tools fuer digitale Moodboards

ToolAm besten fuerKosten
CanvaEinsteiger, viele VorlagenKostenlos/Pro
Pinterest (privates Board)Sammeln und SortierenKostenlos
MilanoteProfis, raeumliches LayoutKostenlos/Pro
Google SlidesEinfach, teilbar, gemeinsam bearbeitbarKostenlos
MyMap.AIKI-generierte MoodboardsKostenlos/Pro

Layout-Tipps

Grid-Layout: Gleich grosse Bilder in Reihen. Aufgeraeumt und uebersichtlich. Am besten zum Praesentieren.

Organisches Layout: Ueberlappende Bilder in verschiedenen Winkeln. Kreativer und atmosphaerischer. Am besten als persoenliche Referenz.

Hierarchie-Layout: Ein grosses zentrales Bild (der Anker) umgeben von kleineren Elementen. Am besten fuer eine klare Richtung.

Moodboard als Entscheidungshilfe

Die eigentliche Kraft des Moodboards zeigt sich beim Einkaufen:

Der Moodboard-Test: Bevor du etwas kaufst, halte es (physisch oder mental) gegen dein Moodboard:

  • Passt die Farbe in meine Palette?
  • Passt das Material zu den Texturen auf meinem Board?
  • Verstaerkt es die Stimmung oder stoert es sie?
  • Wuerde es natuerlich neben den anderen Elementen aussehen?

Wenn eine Antwort „Nein" ist — Finger weg. Egal wie schoen das Stueck fuer sich allein ist.

Quick Check: Stell dir vor, du findest eine traumhafte Lampe, die aber eher Industrial als dein geplanter skandinavischer Stil ist. Was tust du? (Antwort: Finger weg — sie wuerde die Designrichtung verweasern.)

Typische Entscheidungssituationen

„Die Lampe ist wunderschoen, aber mehr Industrial als mein Board." → Nicht kaufen. Sie zieht den Raum in eine andere Richtung.

„Das Kissen ist fast meine Akzentfarbe, aber einen Tick zu orange." → Direkt vergleichen. Wenn es die Palette verschiebt, weitersuchen.

„Ich habe einen Teppich gefunden, der nicht auf meinem Board war, aber perfekt zur Stimmung passt." → Aufs Board setzen. Pruefen, ob er die Gesamtrichtung veraendert.

Key Takeaways

  • Ein Moodboard ist ein visueller Anker, der dein gesamtes Designprojekt zusammenhaelt
  • Enthalten: Farbpalette, Materialien, Inspirationsbilder, Moebelreferenzen und Stimmungswoerter (9-15 Elemente)
  • Gnadenlos kuratieren — jedes Element muss die Vision verstaerken, nicht verweasern
  • Kaufentscheidungen am Board testen — verhindert teures Abdriften
  • KI hilft, deinen Stil zu definieren, Elemente zu beschreiben und die Vision zu verfeinern

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In Lektion 7: KI-Visualisierung bringst du dein Moodboard zum Leben — mit KI-generierten Raumbildern, die dir zeigen, wie dein Design aussehen wird, bevor du einen Cent ausgibst.

Wissenscheck

1. Was ist der Hauptzweck eines Moodboards in der Raumgestaltung?

2. Was gehoert auf ein Moodboard?

3. Warum sollte ein Moodboard maximal 9-15 Elemente haben?

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