Pivot-Tabellen: Daten in Sekunden auswerten
Lerne Pivot-Tabellen von Grund auf — erstellen, konfigurieren und mit Gruppierungen, Berechnungen und Datenschnitten arbeiten.
Die Auswertung, die Tage gedauert haette
Eine Abteilungsleiterin musste den Quartalsabschluss vorbereiten: 12.000 Bestellungen, aufgeschluesselt nach Region, Produkt und Monat. Umsatz, Stueckzahl, Durchschnittsbestellwert — alles gekreuzt.
Mit SUMMEWENN-Formeln haette das Dutzende verschachtelter Formeln erfordert. Mit einer Pivot-Tabelle? Drei Klicks, 30 Sekunden, fertig. Und wenn die Chefin eine andere Aufschluesselung wollte — nochmal 10 Sekunden.
Pivot-Tabellen sind der schnellste Weg von Rohdaten zu Erkenntnissen.
🔄 Recall: In Lektion 3 hast du gelernt, wie saubere Tabellenstrukturen aussehen — eine Zeile pro Datensatz, eine Spalte pro Information, keine leeren Zeilen. Genau diese Struktur braucht die Pivot-Tabelle. Wenn deine Daten diese Regeln erfuellen, funktioniert Pivot sofort. Wenn nicht, zurueck zu Lektion 3.
Pivot-Tabelle erstellen
In Excel
- Klicke in deine Daten (irgendwo innerhalb)
- Einfuegen > PivotTable
- Waehle “Neues Arbeitsblatt” > OK
- Rechts erscheint die Feldliste — fertig, jetzt geht’s los
In Google Sheets
- Markiere deine Daten
- Einfuegen > Pivot-Tabelle
- Waehle “Neues Tabellenblatt” > Erstellen
- Der Editor oeffnet sich rechts
Die vier Bereiche verstehen
Jede Pivot-Tabelle hat vier Bereiche. Du ziehst Felder (Spaltennamen) per Drag-and-Drop hinein:
| Bereich | Was es macht | Typisches Feld |
|---|---|---|
| Zeilen | Gruppiert deine Daten vertikal | Region, Produkt, Mitarbeiter |
| Spalten | Gruppiert horizontal (Kreuztabelle) | Monat, Quartal, Jahr |
| Werte | Die eigentliche Berechnung | Umsatz, Stueckzahl, Kosten |
| Filter | Schraenkt die gesamte Tabelle ein | Jahr, Kategorie, Status |
Beispiel: Du willst den Umsatz pro Region und Monat sehen:
- “Region” in Zeilen
- “Monat” in Spalten
- “Umsatz” in Werte
Ergebnis: Eine Kreuztabelle mit Regionen als Zeilen, Monaten als Spalten und Umsaetzen in den Zellen.
✅ Quick Check: Du hast Verkaufsdaten mit den Spalten Datum, Produkt, Verkaeufer und Umsatz. Wie wuerdest du die Pivot-Tabelle konfigurieren, um den Umsatz pro Verkaeufer und Produkt zu sehen?
Berechnungen aendern
Standardmaessig summiert die Pivot-Tabelle Zahlenfelder. Aber du kannst die Berechnung aendern:
- Summe: Gesamtwert (Standard fuer Zahlen)
- Anzahl: Wie viele Eintraege
- Durchschnitt: Mittlerer Wert
- Maximum / Minimum: Hoechster / niedrigster Wert
- Prozent des Gesamtwerts: Anteil am Gesamt
So aenderst du die Berechnung:
- Rechtsklick auf eine Zahl in der Pivot-Tabelle
- “Wertfeldeinstellungen” (Excel) oder “Zusammenfassen nach” (Google Sheets)
- Gewuenschte Berechnung waehlen
Pro-Tipp: Du kannst dasselbe Feld mehrfach in den Werte-Bereich ziehen — einmal als Summe, einmal als Durchschnitt. So siehst du beides gleichzeitig.
Gruppierungen
Datumsgruppierung
Wenn du ein Datumsfeld in den Zeilen-Bereich ziehst, gruppiert Excel es automatisch nach Jahren und Quartalen. Du kannst die Gruppierung aendern:
- Rechtsklick auf eine Datums-Zeile
- “Gruppieren”
- Waehle: Tage, Monate, Quartale oder Jahre (oder Kombinationen)
So wird aus einer Tagesliste eine Monats- oder Quartalsauswertung — ohne extra Spalten.
Drill-Down: Den Zahlen auf den Grund gehen
Doppelklick auf eine beliebige Zahl in der Pivot-Tabelle. Excel erstellt sofort ein neues Blatt mit allen Datensaetzen, die in diese Zahl eingegangen sind.
Beispiel: Doppelklick auf den Januar-Umsatz der Region Nord — du siehst alle Einzelbestellungen aus dem Januar fuer Region Nord.
Drei fortgeschrittene Techniken
1. Mehrere Wertfelder
Ziehe mehrere Felder in den Werte-Bereich:
- Umsatz (Summe)
- Bestellungen (Anzahl)
- Durchschnittlicher Bestellwert (Durchschnitt)
So siehst du alle relevanten Kennzahlen in einer Tabelle.
2. Berechnete Felder
Du brauchst einen Wert, der nicht in deinen Daten existiert? Erstelle ein berechnetes Feld:
- In der Pivot-Tabelle: Analysieren > Felder, Elemente und Saetze > Berechnetes Feld
- Name: “Marge”
- Formel:
=Umsatz-Kosten
Das berechnete Feld erscheint wie ein normales Pivot-Feld.
3. Datenschnitte (Slicers)
Datenschnitte sind visuelle Filter-Buttons — eleganter als der Filter-Bereich:
- Klicke in die Pivot-Tabelle
- Einfuegen > Datenschnitt (Excel) oder “Datenschnitt hinzufuegen” (Google Sheets)
- Waehle ein Feld (z.B. Region)
- Klicke auf Buttons, um zu filtern
Datenschnitte sind besonders nuetzlich fuer Dashboards — sie sehen professionell aus und sind intuitiv bedienbar.
✅ Quick Check: Du hast eine Pivot-Tabelle mit Umsatz pro Monat erstellt. Deine Chefin fragt: “Was ist der Anteil jedes Monats am Jahresumsatz?” Wie aenderst du die Berechnung?
KI fuer Pivot-Tabellen
KI kann dir beim Design der Pivot-Tabelle helfen:
Ich habe eine Tabelle mit diesen Spalten:
[Spalten auflisten]
Ich moechte folgende Fragen beantworten:
1. [Frage 1]
2. [Frage 2]
3. [Frage 3]
Welche Pivot-Tabellen brauche ich dafuer?
Beschreibe fuer jede: welche Felder in Zeilen,
Spalten, Werte und Filter.
Wichtigste Erkenntnisse
- Pivot-Tabellen werten Tausende Zeilen in Sekunden aus — per Drag-and-Drop, ohne Formeln
- Vier Bereiche: Zeilen (Gruppierung), Spalten (Kreuztabelle), Werte (Berechnung), Filter (Einschraenkung)
- Berechnungen lassen sich jederzeit aendern — Summe, Durchschnitt, Anzahl, Prozent des Gesamtwerts
- Drill-Down (Doppelklick) zeigt die Einzeldaten hinter jeder Zahl
- Datenschnitte machen Filter visuell und interaktiv — ideal fuer Dashboards
Nächste Lektion
In Lektion 6: Datenvisualisierung lernst du, wie du aus Pivot-Tabellen und Rohdaten aussagekraeftige Diagramme und Dashboards baust — und welche Diagrammtypen welche Geschichten am besten erzaehlen.
Wissenscheck
Erst das Quiz oben abschließen
Lektion abgeschlossen!