Automatisierung und Vorlagen
Lerne wiederverwendbare Templates mit drei Zonen, dynamische Formeln und automatisierte Workflows — damit du die gleiche Auswertung nie zweimal manuell machst.
Die Vorlage, die sich selbst gebaut hat
Jeden Montag derselbe Ablauf: Daten aus dem CRM exportieren, in Excel oeffnen, die gleichen Formeln schreiben, das gleiche Dashboard formatieren, den gleichen Bericht verschicken. Zwei Stunden, jede Woche.
Dann baute ein Kollege eine Vorlage. Daten einfuegen, kurz pruefen, fertig. 15 Minuten statt zwei Stunden. Mal 52 Wochen — das sind ueber 90 Stunden im Jahr. Fuer eine einmalige Investition von vielleicht drei Stunden.
Nach dieser Lektion baust du wiederverwendbare Vorlagen, die aus Rohdaten automatisch Ergebnisse erzeugen.
🔄 Recall: Du kennst jetzt Formeln (Lektion 2), saubere Datenstrukturen (Lektion 3), Verweisfunktionen (Lektion 4), Pivot-Tabellen (Lektion 5) und Visualisierungen (Lektion 6). Jetzt packst du alles in eine Vorlage, die du immer wieder verwenden kannst.
Die Drei-Zonen-Architektur
Jede gute Vorlage hat drei klar getrennte Bereiche:
Zone 1: Eingabe
Hier kommen die Rohdaten rein. Nichts anderes. Klar beschriftet, mit Datenvalidierung geschuetzt.
Beispiel: Ein Tabellenblatt “Daten” mit den Spalten: Datum, Produkt, Menge, Einzelpreis, Region.
Zone 2: Berechnung
Hier laufen alle Formeln — geschuetzt, damit niemand sie versehentlich ueberschreibt.
Beispiel: Ein Tabellenblatt “Berechnung” mit Pivot-Tabellen, SUMMEWENN-Formeln, berechneten Feldern.
Zone 3: Ausgabe
Das fertige Ergebnis — Diagramme, Dashboards, Zusammenfassungen. Das ist die Seite, die du prasentierst oder verschickst.
Beispiel: Ein Tabellenblatt “Dashboard” mit den wichtigsten Kennzahlen und Diagrammen.
Zellschutz einrichten:
- Markiere die Eingabe-Zone
- Rechtsklick > Zellen formatieren > Schutz > “Gesperrt” deaktivieren
- Ueberpruefen > Blatt schuetzen
Jetzt kann man nur noch in der Eingabe-Zone tippen — Formeln und Diagramme sind geschuetzt.
Dynamische Formeln
Formale Tabellen nutzen
Formale Tabellen (Strg+T, siehe Lektion 3) sind der einfachste Weg zu dynamischen Bereichen. Neue Zeilen werden automatisch einbezogen — alle Formeln, die auf die Tabelle verweisen, aktualisieren sich von selbst.
Benannte Bereiche
Gib wichtigen Datenbereichen sprechende Namen:
- Bereich markieren
- Im Namensfeld (links oben neben der Bearbeitungsleiste) einen Namen eingeben: “Umsatz”
- Enter
Jetzt schreibst du =SUMME(Umsatz) statt =SUMME(B2:B5000). Lesbarer und wartbarer.
HEUTE() und JETZT()
Fuer automatische Datumsberechnungen:
=HEUTE() → Heutiges Datum
=JETZT() → Aktuelles Datum und Uhrzeit
=HEUTE()-30 → Datum vor 30 Tagen
=WENN(A2<HEUTE()-30;"Ueberfaellig";"OK")
✅ Quick Check: Du baust eine Vorlage fuer monatliche Berichte. In welcher Zone gehoeren die SUMMEWENN-Formeln — Eingabe, Berechnung oder Ausgabe?
Workflow-Automatisierung
Daten automatisch sammeln (Google Sheets)
Google Forms kann Antworten direkt in eine Google-Sheets-Tabelle schreiben. Perfekt fuer:
- Woechentliche Team-Updates
- Bestellformulare
- Feedback-Erfassung
Die Tabelle aktualisiert sich automatisch mit jeder neuen Antwort — und deine Pivot-Tabellen und Diagramme gleich mit.
Daten aus mehreren Blaettern zusammenfuehren
Wenn Daten auf verschiedenen Blaettern liegen (z.B. ein Blatt pro Monat):
=SUMME(Januar!C2:C100;Februar!C2:C100;Maerz!C2:C100)
Oder eleganter mit INDIREKT:
=INDIREKT("'"&A2&"'!C2:C100")
Dabei ist A2 der Blattname — aendert sich der Name, aendert sich die Referenz.
Workflow-Uebersicht
| Schritt | Was passiert | Tool |
|---|---|---|
| Daten erfassen | Formulareingabe oder Import | Google Forms, CSV-Import |
| Daten pruefen | Validierung und Bereinigung | Datenvalidierung, bedingte Formatierung |
| Daten auswerten | Berechnungen und Pivot-Tabellen | Formeln, Pivot |
| Ergebnis darstellen | Diagramme und Dashboard | Charts, bedingte Formatierung |
| Ergebnis teilen | Export oder Freigabe | PDF, E-Mail, Freigabe-Link |
Vorlage dokumentieren
Eine Vorlage, die nur du verstehst, ist keine gute Vorlage. Dokumentiere:
- Zweck: Was macht diese Vorlage?
- Eingabe: Welche Daten muessen eingegeben werden? In welchem Format?
- Ausgabe: Was kommt raus?
- Anleitung: Schritt-fuer-Schritt fuer den Benutzer
- Formeln: Kurze Erklaerung der wichtigsten Berechnungen
KI fuer Dokumentation:
Ich habe eine Excel-Vorlage gebaut. Hier ist die Struktur:
- Blatt "Daten": [Spalten beschreiben]
- Blatt "Berechnung": [Formeln beschreiben]
- Blatt "Dashboard": [Diagramme beschreiben]
Schreibe eine kurze Anleitung fuer einen neuen Benutzer,
der diese Vorlage zum ersten Mal oeffnet.
Maximal eine halbe Seite.
✅ Quick Check: Du hast eine Vorlage gebaut und gibst sie an einen Kollegen weiter. Was sind die drei wichtigsten Dinge, die in der Dokumentation stehen muessen?
Kompletter Vorlagen-Workflow
- Ziel definieren: Was soll die Vorlage leisten?
- Eingabe planen: Welche Daten kommen rein? Validierung einrichten
- Berechnung aufbauen: Formeln, Pivot-Tabellen, Verweise
- Ausgabe gestalten: Dashboard, Diagramme, Zusammenfassung
- Schuetzen: Zellschutz fuer Formeln, nur Eingabe-Zone editierbar
- Dokumentieren: Kurze Anleitung fuer Benutzer
Wichtigste Erkenntnisse
- Die Drei-Zonen-Architektur (Eingabe, Berechnung, Ausgabe) schuetzt Formeln und macht Vorlagen wartbar
- Formale Tabellen und benannte Bereiche machen Formeln dynamisch und lesbar
- HEUTE() und INDIREKT() ermoeglichen automatische Datumsberechnungen und flexible Blattverweise
- Zellschutz verhindert, dass Benutzer versehentlich Formeln ueberschreiben
- Dokumentation ist Pflicht — eine Vorlage ohne Anleitung ist nur fuer dich selbst nuetzlich
Nächste Lektion
In Lektion 8: Abschlussprojekt baust du ein komplettes Dashboard aus Rohdaten — von der Datenbereinigung ueber Formeln und Pivot-Tabellen bis zur fertigen Visualisierung. Alles, was du gelernt hast, kommt zusammen.
Wissenscheck
Erst das Quiz oben abschließen
Lektion abgeschlossen!