| Sonntag · 10. Mai 2026 |
Issue № 004 |
14 Min. Lesezeit |
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FindSkill Wochen-Briefing
The Skill
Nur für FindSkill Pro-Mitglieder. Die KI-News, die wirklich etwas an deinem Arbeitsalltag ändern.
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Nur für Pro-Mitglieder
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Privates Briefing
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Wird nirgends veröffentlicht
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Mia
KI-Lern-Redakteurin · FindSkill.ai
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Willkommen zu Issue 004.
Ich bin Mia, und jeden Montag lande ich in deinem Posteingang, um die KI-News der Woche zu sortieren — ohne Jargon, ohne Hype, ohne dieses "10 Dinge, die du WISSEN MUSST"-Geschrei. Dieses Briefing erscheint nirgendwo sonst. Es geht ausschließlich an Pro-Mitglieder. Mehr nicht.
Diese Woche sind drei Sachen passiert, die auf den ersten Blick wie drei separate Geschichten aussehen. Sind sie aber nicht. Anthropic hat Claude direkt in Excel, Word, PowerPoint und Outlook reingesetzt, plus zehn fertige Finanz-Agenten obendrauf. OpenAI hat GPT-5.5 Instant zum Standard gemacht und Memory über alte Chats, Dateien und Gmail aufgedreht. Cloudflare hat Agent Memory offiziell gestartet. Memory ist halt gerade zum nächsten Layer geworden. Letzte Ausgabe ging's um Wahl (welche KI für welche Aufgabe). Diese Woche geht's um Kontinuität: wenn die KI über Sessions hinweg weiß, woran du arbeitest.
Kurzer Rückblick: Letzte Woche hatte ich gefragt, ob ihr die Modell-Router-Tabelle wirklich gebaut habt. Die Antworten waren halb-halb. Die eine Hälfte schickte mir Tabellen (manche richtig gut, eine sah aus wie eine NASA-Checkliste). Die andere Hälfte gab zu: nicht gemacht, weil sie ständig vergisst, welches Modell wofür gut war, und am Ende doch wieder das Default-Tab aufmacht. Das ist komischerweise auch das Thema dieser Ausgabe. Bei Memory geht's halt nicht nur darum, dass die KI sich an dich erinnert. Sondern eben auch darum, dass du dir nicht mehr alles über die KI merken musst.
— Mia
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01 |
Diese Woche in KI
Drei Schlagzeilen. Ein Muster.
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Tool Launch
Claude ist letzte Woche in dein Outlook eingezogen. Mit dem Chatbot-Tab ist halt Schluss.
Am Montag hat Anthropic Claude Opus 4.7 ausgerollt: gleicher Preis wie 4.6, Platz eins auf dem Vals-AI-Finance-Agent-Benchmark mit 64,4 %. Das ist der langweilige Teil. Der spannende kommt jetzt. Claude läuft direkt in Excel, Word und PowerPoint, Outlook ist in der Beta. Dazu zehn vorgefertigte Finanz-Agenten für genau die Arbeit, die Junior-Analysten ihre Zwanziger lang machen: Pitchbooks, KYC, Credit Memos, Monatsabschluss. Und obendrauf Moody's komplette Kreditdaten zu 600 Millionen Firmen, eingebettet als native App. Jamie Dimon wird damit zitiert, Claude habe ihm ein Finanz-Dashboard "in 20 Minuten, mit allem Backup, der ganzen Recherche, sehr akkurat" gebaut. Die 20 Minuten sind die Zahl, die jeder weitererzählt. Die zwölf Monate Kontext, die der Agent vorher schon kannte, sind eigentlich die Geschichte. Für DACH-Leser steckt da noch eine zweite Pointe drin: Ab dem 2. August 2026 zwingt die BaFin-Orientierungshilfe (veröffentlicht am 18. Dezember 2025) jeden dieser Agenten-Workflows in den DORA-Lebenszyklus, also Datenbeschaffung, Modell, Betrieb, Stilllegung, inklusive Vorstandsfreigabe für die KI-Strategie. Das Fenster bis dahin ist überschaubar. Im Mittelstand gilt parallel: Microsoft hat weltweit bisher 15 Mio bezahlte Copilot-Lizenzen, aber nur rund 3 % der 450 Mio M365-Nutzer. Wer eh schon Microsoft 365 Copilot Business hat (18,20 € pro User, im Promo bis Juni bei 15,60 €), bekommt Claude jetzt im selben Add-in-Slot. Wer auf Souveränität setzt, schaut sich Aleph Alpha Pharia an: von Cohere im April für rund 20 Mrd. $ übernommen, neuer Europa-Sitz Berlin, On-Prem-Vertrieb über Schwarz Digits. Das ist die DACH-Wahl. Office-Stack mit Claude obendrauf, oder souveräner Stack mit Pharia.
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Was das für dich bedeutet
Hör auf, KI als Tab im Browser zu denken. Mach die Apps auf, in denen du eh den ganzen Tag bist (Outlook, Excel, Word, dein CRM, dein Helpdesk) und schau, ob da ein KI-Panel ist. Gibt's wahrscheinlich. Du hast es nur noch nicht aktiviert. Der eigentliche Unlock ist nicht ein schlaueres Modell, sondern dass das Modell jetzt da sitzt, wo deine Arbeit passiert. Und für DACH-Banken: Wenn ihr auf dem Evident AI Index gerade Platz 28 (erste deutsche Bank) seid und die Deutsche Bank parallel 100 Filialen schließt, weil ein digitaler Assistent den Service übernimmt, dann ist die Frage halt nicht mehr "ob", sondern "wie schnell DORA-konform".
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Model-Release
OpenAI hat "Instant" rausgehauen. Die Schlagzeile ist die Geschwindigkeit. Die Story ist, dass ChatGPT jetzt deine Mails kennt.
Am Dienstag hat OpenAI das Standard-Modell für alle ChatGPT-User getauscht: GPT-5.5 Instant löst 5.3 Instant ab. Die Schlagzeilen-Zahlen: AIME-2025-Mathe rauf auf 81,2 (von 65,4), MMMU-Pro multimodal auf 76 (von 69,2), laut OpenAI 52,5 % weniger halluzinierte Aussagen in Recht, Medizin, Finanzen. Alles real, alles willkommen, alles aber nicht die eigentliche Story. Die steht nämlich einen Absatz weiter unten in der Ankündigung: ChatGPT durchsucht jetzt deine alten Chats, deine hochgeladenen Dateien und dein verbundenes Gmail, um Antworten zu personalisieren. Eine neue "Memory Sources"-UI zeigt dir, welcher alte Chat oder welche Mail die Antwort beeinflusst hat. Quellen kannst du löschen oder als irrelevant markieren. Plus- und Pro-Web-User haben es jetzt, Free, Go und Enterprise folgen in den nächsten Wochen. Für DE-Leser ist die Story doppelt scharf. Wenn du in einer Steuerkanzlei, Arztpraxis oder Anwaltskanzlei arbeitest, ist ChatGPT Free/Plus mit Memory plus Gmail-Connector bei mandatsbezogenen Daten faktisch raus. Die Bundessteuerberaterkammer hat das im FAQ-Katalog vom 27. Januar 2026 unmissverständlich gemacht. §203 StGB verbietet die Weitergabe geheimhaltungspflichtiger Daten an Dritte ohne ausdrückliche Mandanten-Einwilligung, und in der Consumer-Version gibt es eben keinen AVV, keine Geheimhaltungsvereinbarung, Inputs können fürs Training genutzt werden. Wer Memory plus Mail koppeln will und sensible Daten anfasst, braucht zwingend OpenAI Enterprise oder Azure OpenAI mit AVV. Und mal ehrlich: Im DACH-Mittelstand läuft die geschäftliche Mail eh nicht über Gmail. Sondern über Outlook, manchmal Tutanota oder Posteo. Der Gmail-Connector trifft hier deutlich weniger Leute, als die Schlagzeile suggeriert.
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Was das für dich bedeutet
Mach diese Woche zehn Minuten Memory-Audit. Einstellungen → Personalisierung → Memory. Lies, was es da angeblich alles über dich weiß. Die Hälfte ist nützlich. Manches ist schlicht falsch. Ein paar Einträge willst du aus Prinzip löschen. Solange du das nicht durchgegangen bist, wird jede "personalisierte" Antwort von Daten personalisiert, die du nie kuratiert hast. Und wenn du in einem Beruf mit Schweigepflicht bist: nutz Memory plus Connectors nur in der Enterprise- oder Azure-Variante mit AVV. Sonst hast du am Ende ein DSGVO- und §203-StGB-Problem, das niemand für dich aufräumt.
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Trend-Spotlight
Memory wird zur eigenen Kategorie. Drei Releases, eine Richtung.
Cloudflare hat Agent Memory offiziell gestartet: managed Service mit vier Operationen (Ingest, Remember, Recall, Forget) und vier Memory-Typen (Facts, Events, Instructions, Tasks), gebaut auf Llama 4 Scout zur Extraktion und Nemotron 3 zur Synthese. Heise hat das am Launchtag gecovert: "Cloudflare gibt KI-Agenten ein Langzeitgedächtnis", direkter Treffer auf Context Decay, also das Verschwinden von früher Kontext-Information aus dem Modell-Fenster. Mem0 ist mit der Reboot-Version GA gegangen, Open-Source-Memory-Layer mit Reranker und Metadaten-Filter. Das Context-ReAct-Paper hat fünf atomare Memory-Operationen vorgestellt und mit einem 30-Mrd-Parameter-Qwen-Fine-Tune 61,5 % auf BrowseComp erreicht. Es gibt jetzt Memory-Benchmarks (LongMemEval, LoCoMo, BEAM). Es gibt ein Vokabular für den Layer. Es gibt eine eigene Vendor-Reihe auf jeder KI-Konferenz. Vor zwölf Monaten hieß "Memory" schlicht Kontextfenster-Länge. Heute meint es einen eigenen Retrieval-Layer, der zwischen Sessions überlebt. Wer in DACH was Souveränes braucht, schaut sich Aleph Alpha Pharia + Schwarz Digits an. Wer Mittelstand-tauglich will, geht zu Langdock (Berlin) oder liest die Memory-Praxis-Posts von Mayflower und Promptics. Beide DE-Beratungen haben im April 2026 ausführliche Memory-Architektur-Stücke veröffentlicht.
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Was das für dich bedeutet
Wenn eine Kategorie im selben Quartal mit Benchmarks, Vokabular und eigener Vendor-Liste auftaucht, musst du die Produkte noch gar nicht lernen. Du musst das Konzept verinnerlichen. Die ChatGPT-Memory aus Story 2 und das Agent-Gedächtnis in Anthropic's Finanz-Templates aus Story 1 sind im Kern dieselbe Idee. Versteh die Idee jetzt. Such dir das Tool später aus.
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02 |
Begriff der Woche
Das eine Konzept, das du diese Woche verstehen solltest
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Begriff №004
Agent Memory
< agent memory *(keine Erweiterung — der Begriff ist die Beschreibung)* >
Ein Layer, der außerhalb des KI-Modells sitzt und Fakten, Ereignisse und Anweisungen speichert, die die KI über Sessions hinweg über dich wissen soll. Strikt getrennt vom Kontextfenster, das das Modell ja jedes Mal neu lädt.
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Stell dir das so vor →
Wie Konferenzprotokoll vs. Aktennotiz. Das Kontextfenster ist die Live-Diskussion im Meeting, vergessen, sobald jeder den Raum verlassen hat. Agent Memory ist die Aktennotiz, die im Mandanten-Ordner liegt. Wird beim nächsten Termin rausgezogen, ergänzt, wieder archiviert. Die meisten nutzen KI gerade wie ein Meeting ohne Protokoll: Jedes Gespräch fängt bei null an, und die Last des Erinnerns liegt beim Menschen, der den Prompt tippt. Memory verschiebt diese Last weg von dir.
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⚠ Häufiger Irrtum
"Agent Memory heißt doch einfach größeres Kontextfenster." Eben nicht. Ein größeres Kontextfenster ist ein größerer Arbeitsplatz innerhalb einer Session. Agent Memory ist das, was zwischen Sessions überlebt, und es wird kuratiert, nicht einfach reingestopft. Memory ≠ längerer Prompt. Memory = Zustand, den das Modell bei Bedarf abrufen kann. Genau der Punkt ist halt: Du musst nicht mehr jedes Mal alles reinkippen.
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Where you'll hear it: Cloudflare Agent Memory (managed Service, Beta seit 17. April 2026). Mem0 (Open Source, der Layer, den die meisten Drittanbieter-Agent-Plattformen nutzen). Zep (kommerziell, Enterprise). ChatGPT's "Memory Sources"-UI (die Consumer-Oberfläche derselben Idee, diese Woche frisch ausgerollt). Anthropic's Finanz-Agenten, die "die Bücher zum Monatsende schließen": Die merken sich die Bücher zwischen Sessions. Im DACH-Markt: **Aleph Alpha Pharia** (souverän, On-Prem über Schwarz Digits), **Langdock** (DACH-Mittelstand-Plattform mit Memory-Workflows). Jeder Memory-Benchmark, der dir dieses Jahr begegnet (LongMemEval, LoCoMo, BEAM), misst Performance auf diesem Layer, nicht auf dem Modell.
MCP — wie Agenten an Memory und Tools andocken →
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03 |
Tiefe Einsicht
Memory ist der neue Layer — und was du bis nächsten Montag damit anfängst
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Die meisten "KI-Trend-Stücke" gerade streiten noch, ob Agenten überhaupt real sind. Der Streit ist eigentlich durch. Die spannende Frage ist, was sich oben drauf stapelt. Die Antwort kam diese Woche.
Ich schreibe dieses Briefing jetzt seit drei Wochen. Jede Ausgabe hat dir eine Linse mitgegeben. RAG war die Linse für Antworten, also wenn KI Sachen nachschlägt. Agenten waren die Linse für Aktionen, wenn KI was tut. Routing war die Linse für Wahl, also welche KI für welche Aufgabe. Diese Woche kam die vierte Linse, und es ist die seltsamste von allen. Memory. Die Linse für Kontinuität: wenn die KI weiß, woran du arbeitest, ohne dass du's ihr nochmal erklären musst.
2023–2024 war die Ära der Antworten. KI war ein schlauerer Google. Bessere Autovervollständigung, schnellere Zusammenfassungen. RAG (Issue 001) hat dafür gesorgt, dass Antworten echte Quellen zitieren. Die Werteinheit war eine einzelne gute Antwort auf eine einzelne gute Frage. Die meisten nutzen KI immer noch genau so: was reinpasten, Antwort holen, Tab schließen. Daran ist nichts falsch. Es ist halt nur dünn.
2024–2025 war die Ära der Aktionen. Agenten (Issue 002) haben KI dazu gebracht, Sachen zu tun, statt sie nur zu beschreiben. Computer Use, Atlas Browser, Operator. Plötzlich war die Werteinheit eine erledigte Aufgabe, nicht ein geschriebener Absatz. Die Messlatte ist von "die Antwort war gut" zu "die Arbeit ist gemacht" gewandert. Manche sind jetzt da. Die meisten eben nicht.
Ende 2025 bis Anfang 2026 war die Ära der Wahl. Routing (Issue 003) hat anerkannt, dass kein einzelnes Modell alles gewinnt. Foundry Router, OpenRouter, Portkey, der ganze Wildwuchs an Modell-Vergleichs-Newslettern. Die Werteinheit wurde "das richtige Tool für den Moment", und der kognitive Overhead war, zu entscheiden, was richtig ist. Die meisten Pro-Leser fangen gerade an, hier zu leben.
Mai 2026 ist die Ära der Kontinuität. Memory wird der Layer über allen drei davor. Cloudflare Agent Memory ist offiziell live. Mem0 ist GA. ChatGPT durchsucht jetzt deine alten Chats, deine Dateien, dein Gmail. Anthropic's Finanz-Agenten erinnern sich über Sessions hinweg an den Deal: deshalb hat JPMorgan ein Dashboard "in 20 Minuten" bekommen, weil der Agent die letzten zwölf Monate eben schon kannte. Es gibt jetzt eine Benchmark-Suite (LongMemEval, LoCoMo, BEAM), ein gemeinsames Vokabular (Facts, Events, Instructions, Tasks), eine Vendor-Liste. Die Werteinheit ist gerade zu KI, die weiß, woran du arbeitest geworden. Und für den DACH-Mittelstand kommt der Druck nicht aus dem Hype, sondern aus der Compliance: Ab 2. August 2026 muss jede neue KI-Workflow-Implementierung in regulierten Branchen DORA-konform dokumentiert sein. Wer Memory ohne kuratierte Hygiene aufdreht, sitzt am Ende auf einem Audit-Problem.
Das Muster ist jedes Mal dasselbe. Jeder Layer macht den davor persönlich. RAG hat KI informiert gemacht. Agenten haben KI nützlich gemacht. Routing hat KI passend gemacht. Memory macht KI deine. Die Verschiebung ist eben kein neues Feature, sondern eine neue Werteinheit. Und jedes Mal, wenn die Einheit sich verschiebt, gewinnen nicht die Leute mit dem besten Tool. Sondern die, die das Konzept zuerst verinnerlicht und ihre Nutzung der bestehenden Tools angepasst haben.
Das, was niemand laut sagt. Der 2026er-Gewinner ist nicht die Person mit den besten Prompts. Sondern die mit der besten Memory-Hygiene. Vor fünf Jahren hätten wir das "Wissensmanagement" genannt, und am Ende wäre eine Notion-Empfehlung dabei rausgekommen. Jetzt ist es der Unterschied zwischen einer KI, die in jedem Gespräch wegdriftet, und einer KI, die sich aufkumuliert, je länger du sie nutzt.
Das hier machst du vor nächstem Montag
| 1. | Audit. Mach deine Standard-KI auf (ChatGPT Memory, Claude Projects, Gemini). Lies, was sie alles über dich zu wissen behauptet. Lösch alles, was falsch ist. Notier, was fehlt. | | 2. | Kuratiere. Such dir deine drei aktivsten Projekte oder Mandanten raus. Schreib für jeden fünf Fakten, an die sich die KI immer erinnern soll: wer sie sind, wo du gerade stehst, was sie gefragt haben, was du versprochen hast, was du nie wiederholen sollst. Pin die Fakten in den Memory-Slot der KI (jede Plattform hat einen, der Name variiert halt). | | 3. | Test. Im nächsten Gespräch über dieses Projekt: bloß nicht neu erklären. Frag direkt nach dem Nächsten, was du brauchst. Wenn das Modell das Memory zieht, hast du dauerhaft kognitiven Overhead abgegeben. Wenn nicht, war das Memory schlicht nicht spezifisch genug. | | 4. | Entscheide, was draußen bleibt. Memory, das du nicht kuratierst, ist Memory, das wegdriftet. Weniger ist hier schärfer als mehr. Das Modell muss nicht die Namen deiner Kinder kennen. Es muss wissen, was dein Mandant im März über die Roadmap gesagt hat. |
Hör auf zu fragen "Was ist der Prompt?". Fang an zu fragen "Was weiß diese KI über mich, und ist das auch das, was ich will, dass sie weiß?". Die Arbeit dieser Woche ist nicht, was Neues zu bauen. Sondern das zu editieren, was schon da ist.
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04 |
Der Workflow
Eine Art, KI diese Woche bei deinem Job zu nutzen
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| ◆ KI bei der Arbeit · Idee №004 |
Bau deiner KI eine "Mandanten-Memory-Seite" — fünfzehn Minuten einmal, gespart in jedem Gespräch danach.
Mach die KI auf, die du am meisten nutzt. ChatGPT Projects, Claude Projects, Microsoft 365 Copilot in Loop, Notion AI Workspace: Jede Plattform hat einen "Memory"- oder "Projektwissen"-Slot, nur unter unterschiedlichem Namen. Such dir einen aktiven Mandanten oder Kunden raus. Mach ein leeres Dokument auf. Schreib fünf Fakten rein: (1) Wer ist er in einem Satz: Name, Rolle, Firma, was er gekauft hat. (2) Wo stehst du gerade mit ihm: die offene Frage, die anstehende Entscheidung, das nächste Liefer-Item. (3) Was er vorher gesagt hat, was jede Antwort beeinflussen sollte: Präferenzen, Ablehnungen, Tabus. (4) Was du ihm versprochen hast: Deadlines, Liefer-Items, Follow-ups. (5) Was die KI nicht tun soll: frühere Fehler, Sensibilitäten, Themen, an die er nicht erinnert werden will. Pin die fünf Fakten in den Memory-Slot der KI. Speichern. Wenn du in einer Steuerkanzlei, Anwaltskanzlei oder Praxis sitzt: nutz dafür Microsoft 365 Copilot mit deiner geschäftlichen Tenant-Lizenz oder Langdock, nicht die Consumer-ChatGPT.
Warum es funktioniert: Die meisten KI-Gespräche verbringen die ersten 40 % damit, Kontext aufzubauen, der eigentlich permanent sein sollte. Indem du fünf Fakten pro Projekt in den dauerhaften Memory verschiebst, holst du dir diese Minuten zurück und (wichtiger) das Modell driftet halt nicht mehr weg. Jedes Gespräch startet vom selben Anker statt von dem, was du zufällig morgens getippt hast. Die Arbeit ist nicht, den Prompt besser zu schreiben. Sondern dem Prompt besseren Boden zu geben.
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Diese Woche machen
Bau die Fünf-Fakten-Memory für ein Projekt heute. Nutz sie im nächsten Gespräch über das Projekt. Wenn das Modell sie sauber zieht, skalier am Freitag auf drei Projekte. Spring nicht direkt auf zehn. Fünf Fakten × drei Projekte ist der Sweet Spot. Zehn Projekte mit schlechtem Memory sind schlimmer als drei Projekte mit gutem.
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Der Nebenverdienst
Eine Art, mit KI diese Woche Geld zu verdienen
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| ◆ Einkommens-Idee · Play №004 |
Verkauf ein "AI-Memory-Starter-Kit" für eine konkrete Berufsgruppe.
Such dir eine Rolle raus, in der du tief drin steckst: Steuerberater, Versicherungsmakler, Notare, Mittelstand-IT-Consultants, Hausärzte mit eigener Praxis. Bau eine einzige Notion-Seite oder ein PDF, ungefähr 25 Seiten, mit dem Titel "Richte das Memory deiner KI in 90 Minuten ein, für [Rolle]." Drin steht: (1) ein Fünf-Template-Layout "was deine KI über jeden Mandanten merken sollte", zugeschnitten auf den tatsächlichen Workflow dieser Rolle. (2) acht konkrete Anweisungs-Prompts zum Pinnen in den Memory-Slot der KI. (3) ein monatliches Memory-Audit-Prompt: paste rein, die KI sagt dir, was sie über dich speichert und was du löschen solltest. (4) eine einseitige Workflow-Vorlage "Mandanten-Aufnahme ins Memory" für neue Klienten. Preis bei 69–89 € für Steuerberater (höhere Zahlungsbereitschaft, BStBK-FAQ-Druck), 49–69 € für Versicherungsmakler. Verkauf über Digistore24 (Reseller-Modell, MwSt.-Handling inklusive, AGB- und Rückerstattungs-Service: der König im DACH-Markt für Wissens-Produkte) oder CopeCart (4,9 % + 1 €, deutlich günstiger). Ablefy (ehemals elopage), wenn du eh schon eine Kursplattform brauchst. Die Positionierung ist schlicht: "Du brauchst keine bessere KI. Du brauchst eine KI, die deine Mandanten-Arbeit kennt, DSGVO- und §203-konform."
Warum es funktioniert: Der ChatGPT-Memory-Rollout aus Story 2 trifft diesen Monat ungefähr hundert Millionen Leute. Die meisten kapieren nicht, wie sie ihn vernünftig nutzen: Sie ignorieren ihn entweder oder versauen ihn versehentlich. In DE kommt der Compliance-Druck obendrauf: Die Bundessteuerberaterkammer hat im Januar-FAQ klargemacht, dass Mandanten-Einwilligung Pflicht ist, sobald KI fürs Mandat eingesetzt wird. Eine kurze, rollen-spezifische Anleitung löst ein Problem, das die Zielgruppe zwar spürt, aber nicht selbst artikulieren kann. Realistischer Umsatz: 500–3 000 € im Monat für ein knackiges Pack ohne Audience, 3 000–8 000 € im Monat, wenn du es zusätzlich per LinkedIn-DM in der Nische ausspielst. Auf Digistore24 noch das Affiliate-Programm aktivieren (10–30 % Provision): Die DE-Affiliate-Crowd ist klein, aber sehr zielgerichtet. Keine "10K in 3 Tagen"-Geschichten. Ehrliche Zahlen.
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Diese Woche machen
Such dir die Rolle heute aus. Schreib das Fünf-Template-Memory-Layout heute Abend. Alles andere kommt nach dem ersten Verkauf. Das Pack muss nicht fertig sein, bevor es gelistet wird. Es muss nur genug existieren, dass der erste Käufer zufrieden ist.
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06 |
The Stack
Drei Tools, die ich diese Woche teste
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01 |
Mem0
Open-Source-Agent-Memory-Layer · Free OSS / Cloud ab 19 $/Monat
Das ist quasi das Dev-seitige Gegenstück zu Story 3. Selbst wenn du keinen Code schreibst, macht es einen riesigen Unterschied, ob du Memory als Magie oder als Datenbank verstehst. Lies einmal den Quickstart, zwanzig Minuten reichen, und du siehst die ChatGPT-Memory-Funktion, die du diese Woche aktiviert hast, mit komplett anderen Augen. Das Feature ist nicht Intelligenz. Es ist Retrieval gegen einen kuratierten Store. Allein diese Umrahmung ist die Lesezeit wert. Pluspunkt für DACH: Open Source, läuft on-prem, EU-konform installierbar. In DE-Beratungen wie Mayflower und Promptics als Referenz-Layer im Einsatz.
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02 |
Langdock
DACH-souveräne KI-Plattform mit Memory · Pricing nach Anfrage
Limitless ist hier übrigens raus: Meta hat im Dezember 2025 übernommen und den Hardware-Verkauf an EU/UK aus Datenschutz-Gründen eingestellt. Bestandsservice noch ein Jahr. Stattdessen also Langdock aus Berlin. Sicherer Zugang zu Memory-fähigen Agent-Workflows für den DACH-Mittelstand, EU-Hosting, Memory zwischen Sessions, Anbindung an Microsoft 365 und SAP. Die naheliegende Wahl, wenn du Memory haben willst, aber die ChatGPT-Consumer-Variante in der Kanzlei nicht einsetzen darfst. Heißt: Die Memory-Story aus Section 03 ist eben nicht nur ein US-Hyperscaler-Spiel. Es gibt eine DACH-Antwort, und sie heißt Langdock.
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03 |
Reflect
KI-augmentierte Notes mit Backlinks · 10 $/Monat
Die Notiz-App, die mir in den letzten 30 Tagen leise meine Notion-Gewohnheit weggeputzt hat. Der Trick sind die Backlinks: Jede Notiz zu einem Projekt verbindet sich automatisch mit jeder anderen Notiz zu dem Projekt, und die KI nutzt den Graphen für Antworten. Das Nächste an "persönlicher Memory-Infrastruktur", was du diese Woche als normaler User einfach so kaufen kannst. Wer Roam, Obsidian oder Tana mal probiert hat und an der Komplexität abgesprungen ist: Reflect ist die freundlichere Variante, die den Graphen trotzdem hinkriegt. EU-Stripe-Checkout funktioniert, Ende-zu-Ende-verschlüsselt, passt zur DACH-Datenschutz-Sensibilität. ---
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07 |
Aus FindSkill
Was diese Woche neu für Mitglieder ist
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| New |
KI für IT-Consulting Controller (Deutsch)
Direkter Spiegel zu Story 1. Deutsche Controller, die KI-Workflows für den audit-trail-lastigen Monatsabschluss bauen. Der Käufer-Blick auf das, was Anthropic gerade als Finanz-Agenten ausrollt. Kurs starten →
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MCP em Português
Direkter Anschluss an den Begriff der Woche. MCP (Model Context Protocol) ist die Schnittstelle, über die KI-Agenten an Memory-Layer, Tools und externe Daten andocken — die Sanitärinstallation unter allem, worum es in Section 02 geht. Aktuell auf Portugiesisch, EN kommt diesen Monat. Kurs starten →
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| New |
ChatGPT Agents and Projects (Portuguese)
Praxis-Walkthrough für GPT-5.5's Agent- und Projects-Modus, also die Oberfläche, auf der Story 2's neue Memory-Features landen. Kurs starten →
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