Microsoft hat am 9. März 2026 etwas angekündigt, das für M365-Unternehmen in Deutschland ziemlich relevant sein dürfte: Copilot Cowork.
Das Besondere daran: Es basiert nicht auf GPT. Microsoft hat für diese Funktion mit Anthropic zusammengearbeitet und deren Claude-Technologie integriert. Das gleiche System, das hinter Anthropics eigenem Cowork-Agenten steckt — jetzt innerhalb von Microsoft 365.
Was das konkret heißt, was es kostet, und ob deutsche Unternehmen das auf dem Schirm haben sollten — darum geht’s hier.
Was Copilot Cowork macht
Stell dir vor, du sagst Copilot: „Bereite die Quartalspräsentation vor. Zieh die Verkaufszahlen aus dem Excel, fasse die letzte Teambesprechung zusammen, und erstell mir eine PowerPoint mit den wichtigsten Punkten."
Und Copilot macht das. Nicht als einzelne Schritte, die du nacheinander anstoßen musst — als kompletten Workflow, der über mehrere M365-Apps hinweg arbeitet.
Das ist der Unterschied zum normalen Copilot. Bisher konnte Copilot innerhalb einer App helfen (Word, Excel, PowerPoint einzeln). Cowork arbeitet übergreifend: Es zieht Daten aus Outlook, Teams, Excel und SharePoint zusammen und führt mehrstufige Aufgaben autonom aus.
Die Claude-Verbindung
Warum hat Microsoft nicht einfach GPT verwendet? Gute Frage. Die kurze Antwort: Für agentic Tasks — also autonome, mehrstufige Workflows — scheint Claudes Architektur besser geeignet zu sein.
Anthropic hat mit „Cowork" (ihrem Desktop-Agenten) gezeigt, dass Claude besonders stark darin ist, Aufgaben zu planen, aufzuteilen und selbstständig auszuführen. Microsoft hat diese Fähigkeit in ihre M365-Infrastruktur integriert.
Das heißt: Die KI hinter Copilot Cowork ist Claude, aber die Datenanbindung, Sicherheit und Governance laufen über Microsofts bestehende M365-Infrastruktur. Berechtigungen, Compliance-Richtlinien und Audit-Logs bleiben erhalten.
Für IT-Abteilungen in deutschen Unternehmen dürfte das ein wichtiger Punkt sein.
Was es kostet
| Lizenz | Preis | Copilot Cowork |
|---|---|---|
| M365 Copilot | $30/Nutzer/Monat | ✅ (Research Preview) |
| M365 E7 (neu) | $99/Nutzer/Monat | ✅ + Entra Suite + Agent 365 |
Ab Mai 2026 wird die neue E7-Lizenz verfügbar, die Copilot, Cowork, die Entra-Suite und Agent 365 bündelt. Für Unternehmen, die bereits M365 Copilot lizenziert haben, ist Cowork im Research Preview enthalten.
Puh, 99 Dollar pro Nutzer und Monat für E7 — das ist halt Microsoft-Enterprise-Preisniveau. Für KMUs eher nichts, aber für Konzerne, die ohnehin schon Copilot bezahlen, eine logische Erweiterung.
Was Copilot Cowork konkret kann
Übergreifende Workflows:
- Daten aus Excel ziehen → in einem Teams-Beitrag zusammenfassen → PowerPoint-Folie erstellen
- Outlook-E-Mails analysieren → Aufgaben identifizieren → in Planner eintragen
- Besprechungsprotokoll aus Teams → Aktionspunkte extrahieren → Follow-up-E-Mails verfassen
Intelligente Kontexterkennung: Cowork nutzt „Work IQ" — es versteht, woran du arbeitest, wer beteiligt ist, und welche Meetings/Mails zum Thema gehören. Es greift also nicht nur auf eine Datei zu, sondern auf den gesamten Kontext deiner Arbeit in M365.
Governance und Sicherheit:
- Läuft innerhalb der M365-Sicherheitsgrenzen
- Identität, Berechtigungen und Compliance-Richtlinien gelten automatisch
- Aktionen und Ergebnisse sind auditierbar
- Datenschutz über die bestehende M365-Infrastruktur geregelt
Copilot Cowork vs. Anthropic Cowork
| Copilot Cowork | Anthropic Cowork | |
|---|---|---|
| Läuft in | Microsoft 365 (Cloud) | Auf deinem Desktop (lokal) |
| KI-Modell | Claude (Anthropic) | Claude (Anthropic) |
| Datenquellen | Outlook, Teams, Excel, SharePoint, OneDrive | Lokale Dateien, 38+ Konnektoren |
| Sicherheit | M365 Governance, Audit-Logs | Lokale Sandbox, du kontrollierst den Zugriff |
| Preis | $30/Nutzer/Monat (M365 Copilot) | $20/Monat (Claude Pro, persönlich) |
| Zielgruppe | Unternehmen mit M365 | Einzelpersonen, kleine Teams |
Gleiche KI, unterschiedliche Umgebungen. Copilot Cowork ist für Unternehmen, die schon in M365 investiert haben. Anthropics Cowork ist für Einzelpersonen, die einen persönlichen KI-Assistenten wollen.
Relevanz für deutsche Unternehmen
Deutschland hat einen der höchsten M365-Verbreitungsgrade in Europa. Viele Mittelständler und Konzerne setzen bereits auf die M365-Suite. Copilot Cowork könnte daher auf fruchtbaren Boden fallen:
- Fachkräftemangel: Automatisierung von wiederkehrenden Wissensarbeiten (Berichte, E-Mail-Zusammenfassungen, Präsentationen) entlastet knappe Personalressourcen
- Datenschutz: Dadurch, dass alles innerhalb der M365-Infrastruktur bleibt, fallen viele DSGVO-Bedenken weg, die bei externen KI-Tools bestehen
- IT-Governance: Bestehende Compliance-Richtlinien greifen automatisch — kein zusätzlicher Aufwand für die IT-Abteilung
Allerdings: Der Preis ($30 oder $99/Nutzer/Monat) ist für größere Rollouts nicht trivial. Und es ist noch Research Preview — also nicht für produktionskritische Workflows empfohlen.
Wie geht’s weiter?
Copilot Cowork ist aktuell im Research Preview für eine begrenzte Nutzergruppe (Frontier-Programm). Breitere Verfügbarkeit ist für Ende März 2026 angekündigt, mit der E7-Lizenz ab Mai 2026.
Für IT-Entscheider in deutschen Unternehmen: Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, sich das in einer Pilotgruppe anzusehen. Nicht, weil es heute schon produktionsreif wäre — sondern weil die Richtung klar ist und First-Mover-Erfahrung bei KI-Agenten einen echten Vorteil bringt.
Stand: 24. März 2026. Copilot Cowork ist im Research Preview. Preise und Verfügbarkeit können sich ändern.
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