KI-Förderung 2026: Diese Programme zahlen deine Digitalisierung

KI-Förderung 2026: Alle aktiven Bundesprogramme (KfW, BAFA, ZIM, KI4KMU) und Landesprogramme auf einen Blick. Plus: welche Programme beendet wurden.

62% der KMU kennen die passenden Förderprogramme nicht (Bitkom). Das ist eigentlich die wichtigste Zahl in diesem ganzen Artikel. Denn es gibt durchaus Geld – nur halt niemand, der den Unternehmen sagt, wo es liegt.

Und dann ist da noch das Internet voller veralteter Tipps. “Beantrage go-digital!” – Programm seit Ende 2024 beendet. “Nutze Digital Jetzt!” – seit Ende 2023 eingestellt. Wer diesen Empfehlungen folgt, verschwendet wertvolle Zeit mit Anträgen, die nirgendwo landen.

Tja. Also hab ich mich mal hingesetzt und den aktuellen Stand zusammengetragen. Was gibt’s noch? Was ist weg? Und was lohnt sich wirklich? Stand: März 2026. Alles geprüft gegen offizielle Quellen.


Erst mal: Was ist BEENDET

Das muss zuerst raus, damit du nicht auf Zombie-Programme reinfällst:

ProgrammBeendet seitWarum es noch im Internet steht
go-digital31.12.2024War das bekannteste KMU-Digitalprogramm, tausende Blog-Artikel
Digital Jetzt31.12.2023Beliebt wegen Zuschuss (statt Kredit), viele SEO-optimierte Ratgeber
Bildungsprämie31.12.2021Wurde oft mit Bildungsgutschein verwechselt

Wenn dir also jemand go-digital oder Digital Jetzt empfiehlt – veraltete Info. Gibt’s nicht mehr. Punkt. Grund war übrigens die angespannte Haushaltslage. Einen direkten Nachfolger für go-digital gibt es nicht; die Beratungsförderung lebt in deutlich abgespeckter Form bei der BAFA weiter.


Die Bundesprogramme: Was 2026 wirklich läuft

KfW ERP-Förderkredit Digitalisierung (seit 01.07.2025)

Das ist der Nachfolger des alten ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredits. Neues 3-Stufen-Modell:

StufeKreditvolumenTilgungszuschuss
BasisBis 7,5 Mio. EURKein Zuschuss
LevelUpBis 25 Mio. EUR3% (max 200.000 EUR)
HighEndBis 25 Mio. EUR5%

Für wen: KMU und Mittelstand, die in Digitalisierung und KI investieren wollen. Läuft über die Hausbank (Durchleitungsprinzip) – du gehst also nicht zur KfW direkt, sondern zu deiner Sparkasse oder Volksbank.

Ehrliche Einschätzung: Der Tilgungszuschuss bei LevelUp klingt nett (3% von z.B. 500.000 EUR = 15.000 EUR geschenkt), ist aber bei kleineren Vorhaben halt überschaubar. Für größere Digitalisierungsprojekte ab 200.000 EUR aufwärts lohnt es sich aber definitiv, den Antrag zu stellen.

ZIM – Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand

Neue Richtlinie seit 01.01.2025. Und die Konditionen sind tatsächlich besser geworden:

KategorieFörderquoteMaximalbetrag
Einzelprojekte (kleine Unternehmen)Bis 60%690.000 EUR
Einzelprojekte (mittlere Unternehmen)Bis 40%690.000 EUR
KooperationsprojekteBis 60%560.000 EUR
MarkteinführungBis 50%60.000 EUR

Für wen: KMU, die innovative Projekte entwickeln – also nicht einfach “wir kaufen ein KI-Tool”, sondern “wir entwickeln eine KI-Lösung für unser spezifisches Problem”. Erstinnovatoren und junge Unternehmen werden bevorzugt.

Achtung: ZIM ist Forschungsförderung, keine Betriebsmittelfinanzierung. Du brauchst einen klaren Innovationsgehalt. Aber wenn du den hast, sind bis zu 60% Zuschuss (!) schon ziemlich großzügig.

KI4KMU (BMBF)

Das Programm des BMBF fördert gezielt KI-Projekte in KMU:

  • Bis 50% Förderung der Projektkosten
  • Einzel- und Kooperationsprojekte
  • Thematische Aufrufe (April und Oktober)
  • 2 Jahre Projektlaufzeit
  • Teilweise ESF-Plus-kofinanziert

Für wen: Forschungsorientierte KMU, die KI entwickeln oder anwenden wollen. Die Einreichungsfristen sind halbjährlich – nächste Runde April 2026.

BAFA-Beratungsförderung

Die BAFA fördert Unternehmensberatungen für KMU – und ja, KI-Strategieberatung zählt dazu:

  • Bis 31.12.2026 (danach unklar)
  • 50% von maximal 3.500 EUR = max 1.750 EUR Zuschuss
  • Maximal 5 Beratungen insgesamt, 2 pro Jahr
  • Alte Bundesländer: 50%, neue Bundesländer: 80% (max 2.800 EUR)

Ehrliche Einschätzung: 1.750 Euro ist nicht die Welt. Aber für einen ersten Strategieworkshop mit einem KI-Berater reicht es, um überhaupt mal rauszufinden, wo KI im eigenen Betrieb Sinn macht. Und das ist ja oft der schwerste Schritt.

Mittelstand-Digital Zentren

29 Zentren bundesweit, alle kostenlos. Workshops, Beratung, Praxisbeispiele. Das ist das Programm mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis – weil der Preis null ist.

  • 260.000+ Unternehmenskontakte seit 2021
  • Läuft schrittweise bis Ende 2026 aus
  • Ab 2027 neues Netzwerk geplant (Einreichungsfristen März/April 2026)

Tipp: Ruf einfach mal an. Die Zentren sind erstaunlich gut und individuell – hab schon von mehreren Unternehmern gehört, dass die Beratung dort besser war als bei teuren Consultants. (Kein Witz.)


Landesprogramme: Was dein Bundesland bietet

Neben den Bundesprogrammen haben viele Bundesländer eigene Fördertöpfe. Die wichtigsten:

BundeslandProgrammFörderungLaufzeit
BayernDigitalbonusStandard 7.500 EUR, Plus 30.000 EUR (50%)Bis 31.12.2027
BayernKI-Transfer PlusKostenlos, 9 Monate Begleitung5. Runde ab Mai 2026
NRWMID-GutscheineBis 15.000 EUR (40%)Aktiv
Baden-WürttembergDigitalisierungsprämie PlusBis 10.000 EUR (50%)Aktiv
HessenDigi-ZuschussBis 10.000 EURAktiv
SachsenMittelstand DigitalIndividuellAktiv

Digitalbonus Bayern ist mit Abstand das großzügigste Landesprogramm. KI-Projekte sind explizit förderfähig (beim Plus-Programm bis 30.000 EUR). Achtung: Seit Mai 2025 ist ein ELSTER-Unternehmenskonto für die Antragstellung erforderlich.

KI-Transfer Plus Bayern: 24 Unternehmen pro Runde, 9 Monate intensive Begleitung. Komplett kostenlos. Dreiklang: KI-Strategie erarbeiten → Wissen aufbauen → Pilotprojekt umsetzen. 5. Runde startet Mai 2026 – erstmals auch mit photonischen KI-Rechnern. Wer in Bayern sitzt und bisher noch keine KI nutzt: Das ist wahrscheinlich das beste Programm, das es gibt.

Für den Überblick: foerderdatenbank.de ist die offizielle Datenbank des Bundes, filterbar nach Bundesland, Branche und Förderart. Oder frag bei deiner IHK/HWK nach – die kennen die aktuellen Landesprogramme am besten.


Die Förderlandschaft auf einen Blick

ProgrammTypMax. FörderungBesonderheit
KfW ERP-FörderkreditKredit25 Mio. EUR + 5% ZuschussÜber Hausbank
ZIMZuschuss690.000 EUR (60%)Innovationsprojekte
KI4KMUZuschuss50%BMBF, halbjährliche Aufrufe
BAFA BeratungZuschuss1.750 EURStrategieberatung
Mittelstand-DigitalKostenlosWorkshops, Beratung
Digitalbonus BayernZuschuss30.000 EUR (50%)Bis 2027
MID NRWZuschuss15.000 EUR (40%)Gutscheinmodell
Digi-Prämie BaWüZuschuss10.000 EUR (50%)

Kombinieren: Mehr rausholen

Das wissen die wenigsten: Viele Programme lassen sich kombinieren. Ein paar Beispiele:

Kombi 1 – Strategieberatung + Umsetzung:

  1. BAFA-Beratungsförderung für KI-Strategieberatung (1.750 EUR Zuschuss)
  2. KfW-Förderkredit für die Umsetzung
  3. Ergebnis: Beratung halb bezahlt, Investition günstig finanziert

Kombi 2 – Bayern-Paket:

  1. KI-Transfer Plus (kostenlos, 9 Monate)
  2. Digitalbonus Plus für die Hardware/Software (bis 30.000 EUR)
  3. Ergebnis: Strategie + Umsetzung gefördert

Kombi 3 – Weiterbildung + Investition:

  1. Qualifizierungschancengesetz für Mitarbeiterschulungen (bis 100% für KMU <10 MA)
  2. Landesprogramm für die KI-Software
  3. Ergebnis: Mitarbeiter qualifiziert, Tool finanziert

Wer sich systematisch durch alle Programme klicken will: Der Kurs KI-Förderung beantragen hat eine Schritt-für-Schritt-Anleitung – inklusive Checkliste, welche Unterlagen du für jeden Antrag brauchst.


Antrag stellen: So geht’s praktisch

Die meisten KMU scheitern nicht am Programm, sondern am Antrag. Weil die Formulare halt nicht selbsterklärend sind. (Überraschung.) Ein paar Tipps:

  1. Vor Projektbeginn beantragen. Fast alle Programme fordern: Antrag VOR dem ersten Euro Ausgabe. Wer zuerst kauft und dann beantragt, geht leer aus.

  2. Eigenanteil einplanen. Auch 50% Förderung heißt: Die andere Hälfte zahlst du selbst. Liquiditätsplanung nicht vergessen.

  3. Innovationsgehalt beschreiben. Bei ZIM und KI4KMU reicht “wir wollen KI nutzen” nicht. Du brauchst eine nachvollziehbare Beschreibung, was dein Projekt konkret neu macht.

  4. IHK/HWK fragen. Die Kammern helfen kostenlos bei Anträgen. Ernsthaft – das ist deren Job. Und sie kennen die Fallstricke.

  5. KI für den Antrag nutzen. Ja, wirklich. Ein guter Prompt kann dir beim Projektbeschreibung-Entwurf helfen. Natürlich musst du den Text prüfen und anpassen – aber als Startpunkt ist KI erstaunlich gut.


Für den Mittelstand: Der rote Faden

Wenn du ein KMU bist und gerade überlegst, wo du anfangen sollst:

Schritt 1: Mittelstand-Digital Zentrum kontaktieren (kostenlos). Die helfen dir, deinen KI-Bedarf zu identifizieren.

Schritt 2: BAFA-Beratungsförderung nutzen (1.750 EUR Zuschuss) für eine individuelle KI-Strategieberatung.

Schritt 3: Passendes Förderprogramm für die Umsetzung finden (KfW, ZIM, oder Landesprogramm).

Schritt 4: Mitarbeiter qualifizieren – über das Qualifizierungschancengesetz oder Weiterbildung steuerlich absetzen.

Wer den Gesamtkontext verstehen will: Der Kurs KI für den Mittelstand zeigt die 7 Einsatzbereiche mit dem besten ROI. Und Digitalisierung im Mittelstand geht über KI hinaus in die breitere digitale Transformation. Unser Mittelstand-Blog hat die wichtigsten Zahlen auf einen Blick.


Das Wichtigste in 30 Sekunden

  1. go-digital und Digital Jetzt sind beendet – nicht drauf reinfallen
  2. KfW ERP-Förderkredit ist der Nachfolger (3-Stufen, bis 5% Tilgungszuschuss)
  3. ZIM wurde verbessert: Jetzt bis 60% Förderung (statt 55%)
  4. Digitalbonus Bayern ist das großzügigste Landesprogramm (bis 30.000 EUR)
  5. Mittelstand-Digital Zentren sind kostenlos und gut – einfach anrufen
  6. Programme lassen sich kombinieren – BAFA + KfW + Landesprogramm

62% der KMU kennen ihre Fördermöglichkeiten nicht. Du jetzt schon. Der nächste Schritt? Den Kurs KI-Förderung beantragen durcharbeiten – 8 Lektionen, jedes Programm im Detail, mit Antrags-Checklisten. Kostenlos, mit Quiz und Zertifikat.

Für Einzelpersonen und Angestellte: Unser Guide KI-Weiterbildung und Zertifikate 2026 zeigt, welche IHK-Zertifikate sich lohnen und wie das Qualifizierungschancengesetz die Kosten übernimmt.

Echte KI-Skills aufbauen

Schritt-für-Schritt-Kurse mit Quizzes und Zertifikaten für den Lebenslauf