Versicherungsmakler: ChatGPT-Prompts + die neue Offenlegungspflicht

7 copy-paste ChatGPT-Prompts für Versicherungsmakler — plus was die EU-AI-Act-Transparenzpflicht seit 2. August 2026 für dich bedeutet.

Seit dem 2. August 2026 gilt in der ganzen EU eine neue Pflicht, die in deutschen Maklerbüros noch kaum angekommen ist: Wenn du KI im Kundenkontakt einsetzt, musst du das offenlegen. Artikel 50 des EU AI Act ist keine Ankündigung mehr, sondern geltendes Recht — und die meisten Ratgeber, die dir sieben ChatGPT-Prompts für die Kundenkommunikation verkaufen wollen, erwähnen das mit keinem Wort.

Was gerade wirklich passiert

Die BaFin hat längst klargestellt, dass sie zur Marktaufsichtsbehörde für KI-Systeme im regulierten Finanzsektor wird, sobald das deutsche Umsetzungsgesetz zur KI-Verordnung in Kraft tritt. Der GDV wiederum hat in seinem neuen Statistik-Portal ein Leitthema für 2026 ausgegeben, das ziemlich unverblümt ist: “Preiserhöhungen stoßen an Grenzen — KI spart Personal ein.” Übersetzt heißt das: Die Branche investiert in KI, weil sie muss, nicht weil sie Lust dazu hat.

Für dich als Makler oder gebundenen Vermittler ändert das erstmal wenig am Alltag. Du hast trotzdem einen Kunden, der eine Nachfrage zur Wohngebäudeversicherung hat, ein Angebot, das du bis morgen raushauen musst, und keine Zeit, dafür Software für 200 Euro im Monat zu evaluieren. Genau da kommt ChatGPT ins Spiel — kostenlos, sofort einsatzbereit, und mit den richtigen sieben Prompts erledigst du damit den Großteil dessen, was teure Vermittlersoftware wie Modus verspricht.

Der Unterschied zu den üblichen “25 Prompts für Versicherungsmakler”-Listen, die gerade durchs Netz gehen: Kaum eine erwähnt, dass du seit dem 2. August offenlegen musst, wenn KI beteiligt war — und noch weniger erklären, was du niemals in ein kostenloses KI-Tool eingeben darfst. Das holen wir hier nach.

Warum “einfach mal ausprobieren” hier nicht reicht

Bei procontra-online.de und versicherungsbote.de liest man gerade viel über die Frage, ob ChatGPT Vermittler überflüssig macht. Bei pfefferminzia.de dagegen einen nüchternen Punkt, der es auf den Kern bringt: Du haftest persönlich für jede Kundenkommunikation — auch wenn die E-Mail von der KI kommt. Das ist der Satz, den du dir merken solltest, bevor du den ersten Prompt überhaupt abschickst.

Die sieben Prompts (copy-paste, ohne Fachchinesisch)

Bevor du loslegst: Lies zuerst den Absatz zur Datenminimierung weiter unten. Es dauert eine Minute und bewahrt dich vor einem DSGVO-Problem, das du dir mit einem einzigen unbedachten Copy-Paste einhandeln kannst.

1. Der Policen-Erklärer in Alltagssprache

Formuliere den folgenden Versicherungstext in einfacher, alltagstauglicher Sprache für einen Kunden ohne Versicherungsvorwissen. Nenne 2-3 konkrete Beispiele, was gedeckt ist und was nicht. Hebe die 3 wichtigsten Punkte hervor, die dieser Kunde wissen muss. Als kurze, klar gegliederte Zusammenfassung, keine Textwand.

[POLICENTEXT EINFÜGEN — OHNE NAME, ADRESSE, VERTRAGS- ODER KUNDENNUMMER]

Praxisbeispiel. Nimm den Leitungswasserschaden-Ausschluss in einer Wohngebäudeversicherung — eine der meistmissverstandenen Klauseln überhaupt. Du fügst den Ausschlusstext ein (anonymisiert) und lässt ihn übersetzen. Das Ergebnis unterscheidet in der Regel klar zwischen einem plötzlichen Rohrbruch (gedeckt) und langsamem Durchsickern oder Rückstau ohne Rückstauklappe (meist ausgeschlossen) — und weist fast immer darauf hin, dass Elementarschäden eine separate Einschlussklausel brauchen. Aus einem Zwei-Minuten-Prompt wird so ein Fünf-Minuten-Gespräch, das eine echte Deckungslücke schließt.

2. Deckungslücken-Gesprächspunkte

Ich habe ein Kundengespräch mit folgendem Versicherungsschutz als Ausgangslage: [Versicherungsarten und Deckungssummen beschreiben, ohne Namen]. Identifiziere basierend auf typischen Risiken für [Immobilienbesitzer/Selbstständigen/Familie] 3 mögliche Deckungslücken und formuliere für jede einen Gesprächspunkt — im Plauderton, nicht verkäuferisch, mit Begründung, warum das relevant ist.

3. Die Erinnerung zur Vertragsverlängerung

Formuliere eine Erinnerungs-E-Mail zur Vertragsverlängerung für einen Kunden, dessen Police in [Zeitraum] verlängert wird. Ton: warm, direkt, nicht verkäuferisch. Enthält: was sich ändert (falls etwas), eine kurze Erinnerung an den bestehenden Schutz, und einen einfachen Call-to-Action für ein kurzes Beratungsgespräch. Unter 150 Wörter. Unterschrift: [dein Name], [Firmenname].

Schreib statt des echten Kundennamens einfach “[Kunde]” als Platzhalter in den Prompt und trage den Namen erst danach selbst ein. Diese eine Gewohnheit nimmt dir 90 % des Datenschutzrisikos bei diesem Prompt-Typ ab.

Praxisbeispiel — vorher/nachher. So sieht das an einem echten (fiktiven, zur Veranschaulichung erstellten) Versicherungsschein aus, anonymisiert nach der Routine weiter unten.

Was du einfügst:

Wohngebäude (Baustein A): 340.000 €
Nebengebäude (Baustein B): 34.000 €
Hausrat (Baustein C): 170.000 €
Mehrkosten bei Unbewohnbarkeit: 68.000 €
Privathaftpflicht: 300.000 €
Selbstbeteiligung: 500 € (allgemein), 1.000 € (Elementar)
Jahresbeitrag: 890 €
Zusatzbausteine: keine gelistet

Was zurückkommt, in etwa:

BausteinSummeSelbstbeteiligungBedeutung in Alltagssprache
Wohngebäude (A)340.000 €500 €Wiederaufbau des Gebäudes selbst bei Schaden
Nebengebäude (B)34.000 €500 €Garage, Gartenhaus, Zaun
Hausrat (C)170.000 €500 €Möbel, Elektronik, Kleidung im Haus
Unbewohnbarkeit68.000 €500 €Vorübergehende Unterkunft, falls das Haus nicht bewohnbar ist
Privathaftpflicht300.000 €Schützt bei Personenschäden Dritter

Gefolgt von einem Hinweis, der sich lohnt: “Keine Zusatzbausteine gelistet — falls diese Immobilie Folgendes hat, könnte der Schutz eingeschränkt sein: Rückstau ohne Rückstauklappe, Wertsachen über dem Standardlimit, Home-Office-Ausstattung oder Elementarrisiko (Hochwasser, Starkregen — braucht eine separate Einschlussklausel).” Genau dieser Hinweis ist der eigentliche Wert der Übung — die Frage, auf die kein Kunde von selbst kommt, und die natürliche Brücke zum Deckungslücken-Gespräch aus Prompt 2.

4. Deckungsübersicht aus dem Versicherungsschein

Fasse diesen Versicherungsschein in einer einfachen Tabelle zusammen: Deckungsart, Summe, Selbstbeteiligung, Beitrag. Schreibe danach eine 3-Sätze-Zusammenfassung in einfacher Sprache für einen Laien. Markiere alles, was im Vergleich zu üblichen Deckungen auffällig niedrig oder hoch wirkt.

[VERSICHERUNGSSCHEIN-TEXT EINFÜGEN — NAME, ADRESSE, VERTRAGSNUMMER ENTFERNEN]

5. Cross-Selling-Hinweis

Basierend auf dem bestehenden Versicherungsschutz dieses Kunden — [Versicherungsarten auflisten] — und typischen Cross-Selling-Chancen in [Sach/Leben/Kranken]: formuliere einen kurzen, unaufdringlichen Hinweis auf eine konkrete Ergänzung, die diesem Kunden wirklich nützt. Ein Satz Begründung, kein Verkaufstext.

6. Bewertungsanfrage

Formuliere eine kurze, lockere WhatsApp-Nachricht, die einen zufriedenen Kunden um eine Google-Bewertung bittet, nachdem ich [einen Schaden reguliert / einen besseren Tarif gefunden / die Jahresüberprüfung abgeschlossen] habe. Unter 300 Zeichen, freundlich, ohne Ausrufezeichen-Inflation.

7. Einwandbehandlung

Ein Interessent sagte: "[Einwand einfügen, z.B. 'Ich habe schon eine Versicherung über meinen Arbeitgeber']." Formuliere 3 unterschiedliche Antworten — eine einfühlsame, eine faktenbasierte, eine mit Rückfrage. Jede unter 40 Wörter, damit es im Gespräch natürlich klingt, nicht abgelesen.

Was du niemals eingeben darfst — und die neue Offenlegungspflicht

Das ist der Abschnitt, den du dir merken solltest. Für Versicherungsdaten gilt die DSGVO in voller Härte — Kundendaten sind personenbezogene Daten, und Gesundheitsdaten fallen unter die besonders geschützte Kategorie. Dazu kommt seit dem 2. August 2026 die Transparenzpflicht aus Artikel 50 des EU AI Act: Kunden müssen erfahren, wenn KI an der Kommunikation mit ihnen beteiligt war. Die Versicherungsberatung gehört laut Kommission ausdrücklich zu den sensiblen Kontexten, in denen diese Pflicht besonders ernst genommen wird.

Niemals in kostenloses ChatGPT eingeben (oder in irgendein KI-Tool ohne Auftragsverarbeitungsvertrag):

  • Vollständiger Name in Kombination mit Geburtsdatum
  • Vertrags- oder Kundennummern
  • Gesundheitsdaten (Diagnosen, Vorerkrankungen, Medikation)
  • Bankverbindung oder vollständige Einkommensangaben
  • Jede Kombination, die eine Re-Identifizierung eines konkreten Kunden erlaubt

Grundsätzlich unbedenklich, sobald anonymisiert:

  • Der reine Vertragstext und die Deckungsbedingungen
  • Generische Beträge und Summen ohne Namensbezug
  • Hypothetische Szenarien (“ein Kunde mit X-Deckung fragt Y”)
  • Branchenübliche Textbausteine und Vorlagen

Und die Offenlegungspflicht konkret: Wenn eine E-Mail oder ein Textbaustein KI-unterstützt entstanden ist und im direkten Kundenkontakt landet, gehört dazu — je nach Ausgestaltung in deinem Betrieb — ein kurzer Hinweis, dass KI-Unterstützung im Spiel war. Das ist keine Bürokratie zum Selbstzweck: Es ist die gleiche Logik wie bei einer Filiale, die einen Chatbot einsetzt und das kennzeichnen muss. Frag im Zweifel deinen Compliance-Verantwortlichen oder deine Maklerpool-Geschäftsstelle, wie das bei euch konkret umgesetzt wird — die Guidelines dazu sind noch frisch und die Praxis ist branchenweit uneinheitlich.

Die 90-Sekunden-Routine vor jedem Copy-Paste

Schritt 1: Text kopieren, nicht als Bild einfügen. Ein Screenshot eines Versicherungsscheins versteckt personenbezogene Daten nur, er entfernt sie nicht.

Schritt 2: Der Vier-Punkte-Scan. Name, Geburtsdatum, jede Art von Nummer (Vertrag, Kunde, IBAN), Adresse. Diese vier Kategorien decken den Großteil dessen ab, was aus einem harmlosen Textausschnitt personenbezogene Daten macht.

Schritt 3: Ersetzen statt löschen. “[Kunde]” statt Name, “[die Immobilie]” statt Adresse — so bleibt der Satz grammatikalisch sauber und die KI versteht trotzdem den Kontext.

Schritt 4: Einmal laut vorlesen. Das fängt die Sachen ab, die eine automatische Suche übersieht — eine Signatur am Ende, eine beiläufig erwähnte Ehepartner-Angabe.

Schritt 5: Prompt absenden, Ergebnis mit dem Original abgleichen. Erst dann geht es an den Kunden raus — und mit Hinweis auf die KI-Unterstützung, wo es die Situation verlangt.

Kostenloses ChatGPT vs. deutsche Vermittler-Software

ToolWas es istPreisVerarbeitet echte Kundendaten?Am besten für
Kostenloses ChatGPTAllzweck-KI-Assistent, Consumer-Tier0 €Nein — kein AVV, vorher anonymisierenPolicen-Erklärer, Erinnerungsmails, Gesprächspunkte, Entwürfe
ChatGPT Team/EnterpriseDieselbe KI, mit Datenverarbeitungsvertrag25–30 €/Nutzer/MonatJa, mit AVVMaklerbüros, die KI nutzen wollen, ohne eine Vertikal-Lösung zu kaufen
ModusKI-Software speziell für VersicherungsmaklerIndividuelles AngebotJa — als Vermittlersoftware konzipiertBüros, die eine vollintegrierte Lösung mit Bestandsanbindung wollen
Bestehende Vermittlersoftware mit KI-ModulKI-Funktionen innerhalb deines bestehenden VerwaltungsprogrammsMeist im Bestandsvertrag enthaltenJaMakler, die bereits ein etabliertes System nutzen

Die ehrliche Einschätzung: Als Einzelmakler oder kleines Büro fährst du mit kostenlosem ChatGPT und diesen sieben Prompts erstmal richtig. Der Moment, in dem sich eine spezialisierte Lösung lohnt, ist nicht “wenn ich mal Zeit habe, mich umzuschauen” — sondern wenn du merkst, dass du dieselben Redaktionsschritte für denselben Kunden mehrmals pro Woche wiederholst. Vorher ist es Geld für ein Problem, das sieben Prompts längst lösen.

Ein zweiter, oft übersehener Punkt: Vermittlersoftware mit KI-Modul löst dein Datenschutzproblem meist automatisch mit, weil sie von Anfang an für die Verarbeitung von Kundendaten gebaut ist — inklusive Auftragsverarbeitungsvertrag. Kostenloses ChatGPT löst das nicht mit. Das ist kein Grund, auf die Prompts zu verzichten, aber ein guter Grund, die Datenminimierung nicht als lästige Pflicht, sondern als den eigentlichen Kern der Methode zu betrachten.

Was das für dich bedeutet

Wenn du Einzelmakler bist: Starte mit Prompt 1 und 4 — Policen-Erklärer und Deckungsübersicht. Erste Aktion: nimm deine nächste Jahresüberprüfung und lauf den Deckungsübersicht-Prompt vorab durch.

Wenn du im Lebensversicherungsgeschäft arbeitest: Prompt 7 und 6 sind dein Terrain — Leben lebt vom Gespräch, nicht vom Papier. Erste Aktion: deine drei häufigsten Einwände heute durch Prompt 7 jagen und als persönliche Skriptsammlung speichern.

Wenn du gebundener Vermittler bei einem Versicherer bist: Frag zuerst, ob dein Haus bereits eine eigene KI-Richtlinie hat — die Offenlegungspflicht trifft auch dich, und manche Versicherer haben strengere interne Vorgaben als das Gesetz verlangt. Erste Aktion: diese Woche eine kurze Mail an deine Compliance-Abteilung.

Wenn du ein Maklerbüro mit mehreren Vermittlern führst: Die “87 % ohne schriftliche KI-Richtlinie”-Lücke, die international beobachtet wird, gilt in Deutschland genauso. Erste Aktion: diese Woche eine Ein-Seiten-Richtlinie schreiben — was erlaubt ist, was anonymisiert werden muss, welche Tools freigegeben sind.

Wenn du Berufseinsteiger bist: Beginne nur mit Prompt 1. Policen in Alltagssprache erklären zu können, ist die Kernkompetenz, die du dieses Jahr aufbaust — lass dir von der KI das Muster zeigen, dann übe es in eigenen Worten, bis du den Prompt nicht mehr brauchst.

Wenn du im gewerblichen Geschäft unterwegs bist: Prompt 2 bringt hier am meisten — gewerbliche Verträge haben mehr bewegliche Teile und mehr echte Lücken zu entdecken. Erste Aktion: vor dem nächsten Verlängerungsgespräch durchlaufen, nicht währenddessen.

Typische Probleme und wie du sie löst

“ChatGPT hat meinem Kunden etwas erzählt, das so gar nicht im Vertrag stand.” Passiert. KI-Modelle formulieren manchmal etwas selbstbewusst, das schlicht nicht in der Quelle steht. Gleiche jede Zusammenfassung mit dem Originaltext ab, bevor sie den Kunden erreicht.

“Ich habe versehentlich den Kundennamen im Prompt stehen lassen.” Chat sofort löschen — und dich trotzdem nicht darauf verlassen, dass Löschen allein reicht. Genau deshalb ist die “[Kunde]"-Platzhalter-Gewohnheit aus Prompt 3 so wichtig.

“Meine Versicherungsscheine sind eingescannte PDFs, kein Text.” Für echte Kundenakten keinen Scan mit sichtbarer Vertragsnummer und Adresse direkt hochladen — das ist dasselbe Datenschutzproblem wie beim Text. Entweder manuell abtippen oder ein freigegebenes Dokumentenverarbeitungstool nutzen, falls vorhanden.

“Muss ich die Offenlegungspflicht wirklich bei jeder E-Mail erwähnen?” Die genaue Ausgestaltung ist branchenweit noch in Bewegung, und die Guidelines zu Artikel 50 werden gerade erst konkret. Im Zweifel lieber einmal zu oft transparent sein als einmal zu wenig — und die Frage aktiv mit deinem Maklerpool oder deiner Compliance-Stelle klären, statt zu raten.

“Ein Kunde hat gefragt, ob ich KI zur Texterstellung genutzt habe.” Antworte ehrlich. Die meisten Kunden haben kein Problem mit KI-unterstützten Texten, solange der Inhalt stimmt und es trotzdem wie du klingt — genau deshalb fragt jeder Prompt oben nach einem bestimmten Ton, nicht nach generischem Text.

“Meine Vermittlerhaftpflicht hat sich zu KI-Nutzung noch nicht geäußert — bin ich abgesichert?” Schweigen ist keine Zustimmung. Eine kurze Nachfrage bei deinem Haftpflichtversicherer, ob dein aktuelles Vorgehen den Erwartungen entspricht, kostet wenig und erspart später viel.

“Die Erinnerungsmail klingt roboterhaft.” Lass ChatGPT eine echte, anonymisierte E-Mail von dir als Stilvorlage nutzen und um Anpassung an genau diesen Ton bitten. Generische Prompts liefern generische Texte — konkrete Stilvorlagen beheben das sofort.

“Ich arbeite als Mehrfachagent für mehrere Gesellschaften — gelten unterschiedliche Regeln?” Die DSGVO und die Transparenzpflicht aus Artikel 50 gelten unabhängig davon, für wie viele Gesellschaften du vermittelst. Was sich unterscheiden kann, sind interne Compliance-Vorgaben der einzelnen Häuser — im Zweifel gilt die strengste Vorgabe für den jeweiligen Vertrag.

“Ein Prompt hat einen Fachbegriff wie ‘Subrogation’ oder ‘Obliegenheit’ verwendet, den mein Kunde nicht kennt.” Ergänze den Prompt um eine Zeile: “Erkläre jeden Fachbegriff beim ersten Auftreten in einem einfachen Satz.” KI-Modelle greifen ohne diese Anweisung standardmäßig zu branchenüblicher Sprache — die Lösung ist ein Satz, kein anderes Tool.

Was das nicht kann

Es ersetzt nicht deine Zulassung nach §34d oder dein fachliches Urteil. Jedes Ergebnis hier ist ein Entwurf. Die Beratung, die Empfehlung, die letzte Entscheidung — das bleibt bei dir.

Es garantiert keine Genauigkeit bei komplexer oder mehrdeutiger Vertragssprache. Klauseln, Zusatzbausteine und mehrschichtige Deckungen können auch bei sorgfältigem Lesen verwirren. Was eine echte Deckungsentscheidung betrifft: immer am Originaldokument prüfen.

Es ist kein Bestandsführungssystem. ChatGPT synchronisiert sich nicht mit deiner Vermittlersoftware und merkt sich zwischen getrennten Chats nichts, wenn du es nicht jedes Mal neu (anonymisiert) einfügst.

Es kann echte Kundendaten nicht sicher im kostenlosen Consumer-Tier verarbeiten. Kein Auftragsverarbeitungsvertrag, keine Ausnahme.

Es befreit dich nicht von der Offenlegungspflicht. Wenn KI im Kundenkontakt beteiligt war, gehört die Transparenz dazu — unabhängig davon, wie gut der Text geworden ist.

Häufige Fragen

Ist es überhaupt erlaubt, ChatGPT als Versicherungsmakler zu nutzen? Ja — die Nutzung von KI-Tools ist nicht per se untersagt. Reguliert ist, wie du dabei mit Kundendaten umgehst und dass du die Nutzung gegenüber dem Kunden offenlegst, wo es die Situation verlangt.

Welchen ChatGPT-Plan sollte ich nutzen? Für die Prompts in diesem Beitrag reicht die kostenlose Version, da keiner davon echte Kundendaten voraussetzt. Willst du regelmäßig echte Kundenakten verarbeiten, braucht es einen bezahlten Team- oder Enterprise-Tarif mit Auftragsverarbeitungsvertrag.

Was genau verlangt die neue Transparenzpflicht von mir? Artikel 50 des EU AI Act verpflichtet seit dem 2. August 2026 dazu, KI-Einsatz im Kundenkontakt offenzulegen — besonders in sensiblen Bereichen wie der Versicherungsberatung. Die praktische Ausgestaltung ist noch im Fluss; sprich mit deinem Maklerpool oder Compliance-Verantwortlichen über die konkrete Umsetzung in deinem Betrieb.

Macht KI Versicherungsmakler wirklich überflüssig? Nicht in der Form, wie es in manchen Artikeln suggeriert wird. KI ist gut im Entwerfen und Zusammenfassen — sie hat keine Zulassung, trägt keine Vermittlerhaftpflicht und kann die Vertrauensbeziehung nicht ersetzen, die einen Kunden zum Abschluss bringt.

Was unterscheidet ChatGPT von spezialisierter Vermittlersoftware wie Modus? ChatGPT ist ein Allzweck-Assistent, den du manuell Schritt für Schritt anleitest. Vertikale Lösungen sind speziell für Versicherungs-Workflows gebaut und oft direkt an dein Bestandssystem angebunden — zu einem entsprechenden Preis.

Brauche ich die Erlaubnis meines Versicherers oder Maklerpools, bevor ich KI nutze? Rechtlich nicht immer zwingend, praktisch aber ratsam nachzufragen. Gibt es eine schriftliche Richtlinie, halte dich daran. Gibt es keine, ist das ein guter Anlass, das Thema selbst anzustoßen.

Wie anonymisiere ich Kundendaten konkret, bevor ich sie einfüge? Namen durch “[Kunde]” ersetzen, Vertrags- und Kundennummern vollständig entfernen, Adresse weglassen, Gesundheits- oder Finanzdetails verallgemeinern, wo sie für die Aufgabe nicht zwingend nötig sind. Wenn die Anonymisierung den Prompt sinnlos macht, ist das ein Zeichen, den Inhalt gar nicht erst einzufügen.

Fazit

Die eigentliche Geschichte der KI in der deutschen Versicherungsbranche ist gerade nicht “wird uns KI ersetzen” — sondern eine wachsende Lücke zwischen Vermittlern, die sich eine Fünf-Prompt-Routine samt korrekter Offenlegung zur Gewohnheit gemacht haben, und denen, die noch alles von Hand machen. Die Tools sind kostenlos. Die Prompts stehen oben. Der einzige echte Aufwand ist die Zehn-Minuten-Routine zur Anonymisierung und Offenlegung — und genau die zehn Minuten sind der Unterschied zwischen einer echten Zeitersparnis und einem Bußgeldproblem.

Die ausführlichere Version — mit §34d/VVG/IDD-Einordnung, Musterformulierungen zur Offenlegung und der kompletten Prompt-Bibliothek Schritt für Schritt — findest du im Kurs KI für Versicherungsmakler, kostenlos startbar.

Quellen

Echte KI-Skills aufbauen

Schritt-für-Schritt-Kurse mit Quizzes und Zertifikaten für den Lebenslauf