NotebookLM ist jetzt Gemini Notebook – keine Panik

Google hat NotebookLM am 16. Juli in Gemini Notebook umbenannt. Deine Notizbücher, Links und die Gratis-Version bleiben. Was sich wirklich ändert.

Du hast diese Woche deine Notizbücher aufgemacht, ein neuer Name, ein neues Logo – und erst mal kurz geschluckt? Kann ich verstehen. Aber: Es ist nichts weg. Am 16. Juli 2026 hat Google NotebookLM in Gemini Notebook umbenannt. Gleiches Tool, gleiche Dokumente, neuer Anstrich. Deine Notizbücher liegen genau da, wo du sie gelassen hast. Die Links, die du geteilt hast, öffnen sich weiterhin. Und die Gratis-Version ist eben immer noch gratis.

Warum fühlt es sich trotzdem verwirrend an? Weil Google mittlerweile auch so ein “Notizbücher”-Ding direkt in der Gemini-App hat – und keiner sagt dir so richtig, ob das jetzt dasselbe Produkt ist oder ein anderes. Forbes hat seine Meldung tatsächlich unter die Überschrift “I’m Confused” gestellt. Du bist also nicht allein.

Sortieren wir das mal in Ruhe. Was sich geändert hat, was nicht, die eine wirklich neue Funktion – und welches “Notizbuch” du eigentlich willst.

Der neue Name und das Logo von Gemini Notebook, aus Googles Ankündigung Quelle: Google

Was sich wirklich geändert hat

Zwei Sachen, im Grunde. Eine ist Kosmetik. Eine ist neu.

Der Name und das Logo. Aus NotebookLM wird Gemini Notebook, mitsamt dem blau-violetten Gemini-Gradient-Badge, das du von Googles restlichem KI-Kram schon kennst. Das war’s an dieser Stelle. Eine Umbenennung, kein Umzug. Google nennt es im eigenen Blog “ein eigenständiges Produkt, das dein wichtigstes Recherche-Werkzeug sein soll” – das Ding, das du mochtest, bleibt also das Ding, trägt jetzt nur das Familientrikot. Über 30 Millionen Menschen und 600.000 Organisationen nutzten es schon vorher. Da hatte Google gute Gründe, an der Substanz nichts kaputt zu machen.

Die eine wirklich neue Funktion. Das ist der Teil, der zählt. Jedes Notizbuch bekommt jetzt seinen eigenen, abgeschotteten Arbeitsbereich, der tatsächlich mit deinen Dateien rechnen und dir die Grafik ausspucken kann. Vorher konntest du Fragen zu deinen Dokumenten stellen, und es antwortete in Worten. Jetzt kann es die Zahlen aus einer hochgeladenen Tabelle durchrechnen und dir eine Tabelle oder ein Diagramm zurückgeben – echte Berechnung, nicht bloß eine Beschreibung deiner Daten.

Google nennt das einen sicheren “Cloud-Computer”. Lass dich von dem Begriff nicht abschrecken. Gemeint ist ein geschützter kleiner Arbeitsraum, in dem das Tool deine Zahlen durchgehen kann, ohne irgendwas anderes anzufassen.

Und ja, es gibt einen Haken, sag ich ehrlich dazu: Diese Funktion rollt zuerst für zahlende Nutzer aus (dazu unten mehr). Google hat außerdem neue Wege spendiert, deine Arbeit wieder rauszubekommen – PowerPoint-Folien und strukturierte Datei-Formate sind genannt –, sodass eine Zusammenfassung das Notizbuch als etwas verlassen kann, das du wirklich an eine Kundin weitergibst.

Der Punkt, über den alle stolpern: zwei “Notebook”-Dinge

Hier ist der ganze Knoten. Es gibt Gemini Notebook, das eigenständige Recherche-Tool (die App, die früher NotebookLM hieß). Und es gibt Notizbücher innerhalb der Gemini-App, die du aus dem Chatfenster erreichst, das du vielleicht ohnehin schon nutzt. Leute sehen beides und denken, Google habe zwei konkurrierende Produkte rausgehauen. Hat es nicht.

Zwei Türen, ein Satz Notizbücher
🛠️ Die volle Werkstatt
Gemini Notebook (eigenständig)
die App, die früher NotebookLM hieß · alle Quellen hochladen · Audio-Übersichten, Mindmaps, Lernhilfen · die neue Rechnen-auf-deinen-Dateien-Funktion sitzt hier
🚪 Die Seitentür
Notizbücher in der Gemini-App
Notizbücher anlegen und öffnen, ohne den Chat zu verlassen · leichter, mitten im Arbeitsfluss · alles synchronisiert zurück zur eigenständigen App
Was du in dem einen anlegst, taucht im anderen auf – genau das ist der Sinn der Synchronisierung.

Wenn du dir aus diesem ganzen Text nur einen Satz merkst, dann diesen: Es ist ein Satz Notizbücher, erreichbar über zwei Türen. Nimm die, die näher an dem dran ist, wo du sowieso gerade arbeitest.

Der eigentlich deutsche Teil: Was passiert mit deinen Uploads?

Und jetzt der Punkt, den die US-Berichterstattung fast komplett übergeht, der hier aber die erste Frage ist: Ein Recherche-Tool ist nur so nützlich wie die Dokumente, die du reinkippst – und in genau die Dokumente packst du oft Dinge, die niemanden was angehen. Verträge. Mandantenunterlagen. Die Kalkulation, die noch nicht raus soll.

Kurz die Fakten, ohne Panikmache. Nach Googles eigenen Angaben werden deine Uploads und die Antworten in Gemini Notebook nicht von Menschen geprüft und nicht zum Training der Modelle verwendet – das gilt für die Workspace-Variante. Der Sekretärinnen-Verband hat NotebookLM für den Büroalltag durchgeleuchtet und kommt zum selben nüchternen Schluss, den jede DSGVO-konforme Nutzung braucht: Klarnamen, Bankverbindungen, Gesundheitsdaten gehören vorher anonymisiert – oder gar nicht rein.

Ein Detail, das im US-Text fehlt und das du kennen solltest: Lädst du eine Datei aus Drive hoch, legt Gemini Notebook eine eigene Kopie an, die bei den Notebook-Daten liegt – nicht mehr in deinem Drive. Und, Achtung: Deine Organisationsrichtlinien zur Datenregion greifen für diese Notebook-Daten nicht. Für ein deutsches Unternehmen mit “Daten bleiben in der EU”-Vorgabe ist das kein Nebensatz, sondern der Punkt, an dem die IT nachfragen sollte. eRecht24 und datenschutz.org haben zu Gemini und DSGVO beide das Gleiche im Kern: geht konform, aber nur mit sauberer Konfiguration und der richtigen Vertragsgrundlage – nicht per Default im privaten Gratis-Konto.

Übersetzt für den Alltag: Für einen Podcast aus deinen Vorlesungsfolien? Völlig unkritisch. Für die Patientenakte oder den unveröffentlichten Jahresabschluss? Erst die Datenschutz-Basics klären. Wir haben die generelle Logik dazu in KI-Tools ohne DSGVO-Sorgen ausführlicher aufgeschrieben.

Was das konkret für dich heißt

Genug Theorie. Hier, was du tatsächlich machst – je nachdem, wer du bist.

Du bist Beraterin und sitzt auf einem Stapel Dokumente. Vierzig PDFs für einen Kunden, die Hälfte davon Verträge. Kipp sie in ein Gemini-Notizbuch und frag quer über den ganzen Stapel: “Was sagt jedes dieser Dokumente zum Kündigungstermin?” Du kriegst Antworten, die auf den echten Dateien fußen, mit Quellenangaben zum Gegenchecken. Sobald die Rechen-Funktion bei dir ankommt, ziehst du auch Zahlen aus den Tabellen und bekommst ein sauberes Diagramm zurück.

Du machst das Büro und beantwortest die ganze Woche dieselben Fragen. Lad Handbücher, Richtlinien und das Benefits-PDF, das eh keiner liest, in ein Notizbuch. Wenn jetzt jemand fragt, wie viele Krankheitstage übertragen werden, fragst du das Notizbuch statt das halbe Netzlaufwerk zu durchwühlen. Gleiche Wahrheit, deutlich weniger Graben.

Du studierst. Vorlesungsfolien, deine chaotischen Notizen, zwei Buchkapitel – ein Notizbuch. Lass dir eine Lernhilfe bauen oder mach eine Audio-Übersicht und hör dir den Stoff auf dem Weg zur Uni an. Kein Gimmick, sondern ein echter Arbeitsablauf. Genau diese Recherche-Routine üben wir übrigens im Kurs Recherche und Lernen mit KI.

Du willst einfach dein altes NotebookLM zurück. Gute Nachricht: Hast du. Es ist exakt dasselbe Tool mit einem neuen Namen an der Tür. Deine Notizbücher, deine Audio-Übersichten, deine geteilten Links – alles da. Du musst nichts Neues lernen und nichts anders anklicken.

Was es (noch) nicht kann – und was gleich geblieben ist

Ich will’s nicht überverkaufen. Eine Umbenennung plus eine Funktion macht aus Gemini Notebook keine Zauberei. Wo die Kanten sind:

  • Die neue Rechen-Funktion ist vorerst kostenpflichtig. Auf dem Gratis-Tarif kannst du Tabellenzahlen noch nicht in Diagramme verwandeln. Zuerst kommt es für Google AI Ultra und Workspace-Business, dann für Pro-Nutzer im Web. Gratis-Konten bekommen es später – ob mit festem Termin, hat Google offengelassen. (Ob sich das Bezahlen für dich lohnt, haben wir bei Gemini kostenlos vs. Pro durchgerechnet.)
  • Es ist immer nur so gut wie deine Quellen. Müll rein, Müll raus. Was du nicht hochlädst, kennt das Notizbuch nicht – und es füllt die Lücke eben nicht heimlich mit einer selbstbewussten Vermutung aus dem offenen Netz. Das ist ein Feature, heißt aber: Die richtigen Dateien reinzugeben, ist dein Job.
  • Es ist keine Suchmaschine. Gemini Notebook arbeitet mit den Quellen, die du ihm gibst, nicht mit dem ganzen Internet. Für “was gibt’s Neues zu Thema X” nimmst du das normale Gemini oder schlicht Google. (Die Anbindung an den KI-Modus der Suche ist “bald” angekündigt – und “bald” ist halt nicht heute.)
  • Der neue Name ändert an deinen Datenschutz-Einstellungen null. Ein Logo schreibt keine Settings um. Wenn dich vorher interessiert hat, was Google mit deinen Uploads macht, interessiert es dich jetzt genau gleich viel. Schau in dein Konto und die Workspace-Dateneinstellungen – die Umbenennung hat daran nichts angefasst.
  • Die geräteübergreifende Synchronisierung ist der Sinn, nicht der Bug. Löschst du ein Notizbuch in der Gemini-App, ist es auch in der eigenständigen App weg. Ein Satz Notizbücher, weißt schon. Praktisch – bis man vergisst, dass es in beide Richtungen schneidet.

Das Fazit

Aus NotebookLM wurde Gemini Notebook. Deine Arbeit ist sicher, der Gratis-Tarif lebt weiter, und das einzige echt Neue ist die Fähigkeit, mit deinen Dateien zu rechnen und dir die Grafik zu zeigen – was die meisten etwas später kriegen als die Leute, die für Ultra zahlen. Das ist die ganze Geschichte. Alles andere ist ein Logo.

Die eigentliche Fähigkeit hier ist nicht “Gemini Notebook lernen”. Es ist der Griff: einem KI-Tool deine eigenen Dokumente füttern, damit es aus deiner Realität antwortet statt aus einer allgemeinen Vermutung. Wenn das mal klick macht, nutzt du es überall.

Unser Kurs KI-Grundlagen bringt dir genau diese Gewohnheit bei – wie du einen dokumentengestützten Ablauf aufsetzt, dem du trauen kannst, egal ob das Tool nun NotebookLM, Gemini Notebook oder wie auch immer Google es nächstes Quartal nennt. Die ersten beiden Lektionen sind gratis, ohne Anmeldung.

Quellen

Echte KI-Skills aufbauen

Schritt-für-Schritt-Kurse mit Quizzes und Zertifikaten für den Lebenslauf