Microsoft führt seine Copilot-Apps zusammen — ist deiner noch kostenlos?

Microsoft hat seine beiden Copilot-Apps zu einer verschmolzen. Was das für dein privates Konto, dein Firmen-Konto und die DSGVO-Einstellungen deiner IT-Abteilung bedeutet.

Sieht dein Copilot-Icon diese Woche irgendwie anders aus? Oder sind auf deinem Laptop plötzlich zwei Copilot-Apps zu einer geworden, ohne dass du irgendwas installiert hast? Du bildest dir das nicht ein. Microsoft hat gerade die Verschmelzung seiner privaten Copilot-App mit der Microsoft-365-Copilot-App abgeschlossen, und diese Woche rollt die Fusion weltweit auf jeden Windows- und Mac-Desktop aus. Podcasts, Tiefenrecherche und Gruppenchat haben den Umzug nicht überstanden.

Was sich wirklich geändert hat

Kurzfassung: Microsoft hat bislang zwei getrennte Copilot-Apps betrieben, die fast identisch aussahen und alle verwirrt haben. Da war die private Copilot-App — so halb kostenlos, gesprächig, gut für “schreib mir einen Geburtstagsgruß” — und die Microsoft-365-Copilot-App, die dein Arbeitgeber bezahlt hat, fest verdrahtet mit Word, Excel und Outlook. Gleicher Name, unterschiedliche Icons, unterschiedlicher Funktionsumfang, und bis jetzt keine Möglichkeit, beide zu nutzen, ohne die App zu wechseln.

Das ist jetzt vorbei. Seit Mitte August 2026 führt Microsoft beide Apps schrittweise zu einer einzigen zusammen — schlicht “Microsoft Copilot” genannt —, zuerst auf Mobilgeräten und im Web. Diese Woche, Mitte September, erreicht dieselbe Fusion die Windows- und Mac-Desktop-Apps, weltweit. Borns IT- und Windows-Blog hat das schon am 14. August direkt eingeordnet: “Copilot-Apps (privat, geschäftlich) werden zusammengeführt” — ein Titel, der für deutsche IT-Verantwortliche ziemlich genau trifft, worum’s geht. Eine App. Ein Icon. Platz für dein privates Microsoft-Konto und dein Arbeitskonto, nebeneinander, mit einem Umschalter dazwischen.

Windows Central hatte die Meldung Mitte August als Erstes, und die Einordnung war unmissverständlich: Das hier ist “das erste echte Puzzlestück der Copilot-SuperApp”, die Microsoft-CEO Satya Nadella schon länger angekündigt hatte. In der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen am 29. Juli 2026 sagte Nadella den Investoren, Microsoft werde Chat, Cowork, Autopilots und Code in einer einzigen Flaggschiff-Anwendung zusammenführen — für Privat- und Geschäftskunden gleichermaßen — “in diesem Quartal”. Übersetzt heißt das: bis Ende September 2026. Diese App-Fusion ist Schritt eins dieses Plans, nicht das fertige Produkt.

Der Zusammenschluss hatte aber seinen Preis. Am 18. August 2026 hat Microsoft drei private Funktionen komplett eingestellt: Copilot Podcasts (die KI-generierten Audio-Zusammenfassungen), Copilot Gruppenchat (Mehrpersonen-Chats mit Copilot) und die private Tiefenrecherche (die ausführlichen Recherche-Reports). Auch Mico — die animierte Figur, die Microsoft letztes Jahr in Copilots Sprachmodus eingeführt hatte — wurde still und leise abgeschafft.

Warum das für dich zählt, wenn Copilot dich schon mal enttäuscht hat

Arbeitest du in einem Unternehmen mit mehr als 2.000 Microsoft-365-Nutzer:innen, erinnerst du dich vielleicht noch an den 15. April 2026 — den Tag, an dem Copilot Chat für alle ohne bezahlte Lizenz aus Word, Excel, PowerPoint und OneNote verschwand. Das war eine Lizenz-Verschärfung: Microsoft hat damals eine harte Grenze zwischen zahlenden und nicht zahlenden Nutzer:innen innerhalb der Office-Apps selbst gezogen.

Das hier ist eine andere Geschichte. Die September-Fusion rührt diese April-Lizenzmauer nicht an — verlangt deine Organisation weiterhin eine bezahlte Lizenz für Copilot in Word, hat sich daran nichts geändert. Was sich ändert, ist die App, über die du auf Copilot zugreifst, nicht, wer darin was darf. Fragst du dich also gerade “Moment, schafft Microsoft Copilot etwa ab?” — nein. Eher das Gegenteil: Microsoft konsolidiert zwei verwirrende Produkte zu einem und nutzt das als Startrampe für etwas Größeres. Die Verwirrung diesen Monat ist strukturell, nicht existenziell.

Dazu kommt eine zweite, leicht zu übersehende Umbenennung, die sich in diese Geschichte mischt. Unabhängig von der Verschmelzung der privaten mit der Microsoft-365-Copilot-App bestätigt Microsofts eigene Support-Dokumentation, dass auch die Microsoft-365-(Office)-App in Microsoft-Copilot-App umbenannt wird. Hattest du die alte Office-Mobil-App auf deinem Homescreen angepinnt — die, die Word-, Excel- und PowerPoint-Dateien ganz ohne KI-Branding geöffnet hat — wundere dich nicht, wenn auch dieses Icon seinen Namen und sein Aussehen ändert, nach einem eigenen Zeitplan, der nicht zwangsläufig mit der oben beschriebenen Copilot-App-Fusion zusammenfällt. Zwei Umbenennungen, gleiche Saison, gleiches Unternehmen, leicht zu verwechseln. Zeigt deine Office-App plötzlich “Copilot” an, ist das diese zweite Änderung — kein Zeichen, dass du versehentlich etwas Neues installiert hast.

Der Walkthrough: Was du auf deinem Bildschirm tatsächlich siehst

Gehen wir konkret durch, was sich Schritt für Schritt ändert — und danach einmal komplett, wie sich die Nutzung der fusionierten App wirklich anfühlt.

Schritt 1: Herausfinden, welches Copilot du gerade hast

Vor der Fusion hattest du eine von zwei Apps:

  • Privates Copilot — ein abgerundetes, buntes Icon, meist in der Taskleiste oder im Dock, wenn du irgendwann mal auf “Ja” geklickt hast. Keinerlei Firmen-Branding.
  • Microsoft 365 Copilot — ein ähnliches, aber nicht identisches Icon, meist von der IT-Abteilung installiert, irgendwo mit Firmenname oder -logo in der Oberfläche.

Hattest du nur eine der beiden, ist dir die Doppelung vielleicht gar nicht aufgefallen. Aber gerade alle, die auf demselben Laptop ein privates und ein Microsoft-365-Arbeitskonto nutzen, hatten beide Icons nebeneinander in der Taskleiste — ein Zustand, den auch it-daily.net in seinem Bericht zur Fusion als typisches deutsches Büro-Alltagsproblem beschrieben hat.

Was du jetzt siehst: Öffne Startmenü oder Dock und such nach “Microsoft Copilot” — genau das, kein “365”, kein “for Business” mehr. Das Icon hat eine dezente Auffrischung bekommen, keine radikale Neugestaltung. Siehst du auf deinem Windows-Rechner diese Woche noch zwei getrennte Copilot-Icons, hat der Rollout dein Gerät schlicht noch nicht erreicht — Microsofts eigene Rollout-Hinweise sagen, Windows und Mac bekommen das Update ab Mitte September weltweit. Gestaffelt heißt eben, dass nicht jeder am selben Tag umgestellt wird.

Eine Besonderheit, die du kennen solltest: Mobil- und Web-Rollout liefen ab Mitte August automatisch. Windows- und Mac-Apps brauchten vor dem weltweiten Push diesen Monat erst ein Early-Access-Opt-in-Fenster. Und entscheidend: iPhone- und Android-Nutzer:innen bekommen das Update in der Regel automatisch über ihren App Store, während manche Desktop-Nutzer:innen manuell nach Updates suchen müssen, wenn die IT-Richtlinie automatische App-Updates verzögert — für Mittelstands-IT mit strengen Update-Fenstern durchaus relevant.

Schritt 2: Herausfinden, wo dein privates und dein Arbeitskonto jetzt stecken

Das ist der Teil, der für deinen Alltag wirklich zählt. In der fusionierten App bist du nicht auf ein Konto festgelegt. Du kannst dein privates Microsoft-Konto und dein Arbeitskonto (Microsoft Entra ID) gleichzeitig angemeldet haben und zwischen beiden wechseln.

Laut Microsofts eigener Support-Dokumentation und dem Message-Center-Beitrag dazu: Die App nutzt eine andere Hintergrundfarbe, je nachdem, in welchem Konto du bist, und zeigt ein “Work”-Label unter deinem Profilbild in der Navigationsleiste, wenn du in deiner Entra-ID-(Arbeit/Schule)-Sitzung bist. Hat deine Organisation in der alten Microsoft-365-Copilot-App schon ein grünes Datenschutz-Schild-Symbol angezeigt, wandert dieses Schild mit — dein visuelles Signal, dass du dich im Compliance-geschützten Arbeitsbereich befindest, nicht im privaten.

Microsofts erklärtes Design-Ziel: Arbeits- und private Daten bleiben getrennt, auch wenn sie im selben App-Fenster stecken. Das ist die offizielle Aussage. In der Praxis weisen mehrere IT-nahe Stimmen auf X darauf hin, dass genau diese Neuerung — eine App, die Arbeits- und Privatkonto gleichzeitig offen hält — versehentliches Copy-Paste einer Mandanten-E-Mail in den falschen Chat einen Klick leichter macht als vorher. Dazu gleich mehr im Abschnitt zu den DSGVO-Konsequenzen.

Erlaubt es deine Organisation, kannst du dich sogar mit deinen Apple- oder Google-Zugangsdaten in dein privates Microsoft-Konto innerhalb derselben App einloggen — eine kleine, aber echte Erleichterung, falls du bislang mit zwei getrennten Logins jonglieren musstest.

Schritt 3: Herausfinden, was aus der alten App geworden ist

Hier tut die Fusion wirklich weh. Warst du regelmäßiger Nutzer einer der drei gestrichenen Funktionen — hier der Stand und was du stattdessen tun kannst:

Copilot Podcasts — seit dem 18. August vollständig weg. Hast du KI-Podcast-Folgen erstellt und Links dazu geteilt, sind diese Links jetzt tot; Microsoft hat vor dem Abschalten kein Massenexport-Werkzeug angeboten. Brauchst du einen ähnlichen Workflow — Notizen rein, Audio-Zusammenfassung raus —, decken Tools wie NotebookLM (Google) oder die Vorlesefunktionen von ElevenLabs ein ähnliches Feld ab, auch wenn der Ablauf nicht identisch ist.

Copilot Gruppenchat — ebenfalls seit dem 18. August weg, und das schmerzt mehr, wenn du aktive Threads hattest. Microsofts Hinweis dazu bestätigte: Es gab keinen Massenexport für Gruppenchat-Nachrichten, -Bilder oder -Dateien. Hattest du in einem Gruppenchat-Thread etwas Wichtiges und hast es vor dem 18. August nicht manuell gesichert — es ist weg.

Private Tiefenrecherche — eingestellt für kostenlose Nutzer:innen sowie Microsoft-365-Personal/Family-Abonnent:innen. Die Ersatzfunktion heißt Researcher, gibt’s aber nur mit Microsoft 365 Premium — der höchsten privaten Abo-Stufe. Hast du dich auf die kostenlose Tiefenrecherche für ausführliche Recherche-Reports verlassen, musst du entweder auf Premium upgraden oder findest den Report noch in deinem bestehenden Chatverlauf (neue Reports werden dort einfach nicht mehr generiert).

Wo du findest, was übrig geblieben ist: Öffne die fusionierte App, klick auf dein Chatverlauf-Icon und such nach einer “Erstellen”-Option — das ist das umbenannte Bild-/Banner-/Video-Generierungswerkzeug, weiterhin für kostenlose und bezahlende Nutzer:innen verfügbar, nur mit Nutzungsgrenzen gestaffelt nach Stufe (siehe Tabelle unten).

Ein durchgespieltes Beispiel: App öffnen und direkt in Word springen

Gehen wir durch, wie der eigentliche “vom Chat nach Word springen”-Workflow jetzt aussieht, denn genau den verkauft Microsoft als Kernvorteil der Fusion.

Angenommen, du entwirfst ein Projekt-Update mit KI-Hilfe und willst das Ergebnis danach in ein echtes Word-Dokument bringen.

  1. Öffne die Microsoft-Copilot-App (dieselbe App, egal in welchem Konto du bist).
  2. Tipp deine Anfrage ein — etwa “Entwirf ein zweiabsätziges Projekt-Status-Update für den Kunden Riverside, Ton: professionell, aber nicht steif.”
  3. Copilot generiert den Entwurf im Chatfenster, wie bisher.
  4. Klick auf den Microsoft-365-App-Umschalter innerhalb desselben Fensters — das ist das Neue daran. Statt die Ausgabe in ein separat geöffnetes Word-Fenster zu kopieren, zeigt die fusionierte App direkte Links zu Word, Excel, Outlook und deinen anderen Microsoft-365-Apps und -Dateien.
  5. Wähl Word aus, und die App öffnet entweder ein neues Dokument mit deinem vorgeladenen Entwurf oder lässt dich direkt in eine bestehende Datei einfügen, an der du gerade arbeitest — ohne das Copilot-Fenster erst zu verlassen.

Die reine Zeitersparnis ist hier überschaubar — du sparst dir vielleicht zwei, drei Klicks und einen App-Wechsel. Die größere Veränderung ist eine im Kopf: Copilot ist nicht mehr “ein Chatfenster neben deiner Arbeit”, sondern positioniert sich als Eingangstür zu deinen Microsoft-365-Apps und -Dateien. Ob das für dich tatsächlich schneller ist, hängt von deinem Workflow ab — hast du Word ohnehin dauerhaft in der Taskleiste angepinnt, merkst du vielleicht kaum einen Unterschied.

Kostenlos vs. bezahlt in der fusionierten App

Das ist die Tabelle, wegen der die meisten hier gelandet sind. Laut Microsofts eigener Support-Dokumentation bekommt jede Stufe innerhalb der einen fusionierten App das hier — und so viel kostet sie.

FunktionKostenlos (kein Abo)Microsoft 365 Personal/FamilyMicrosoft 365 Premium
Copilot-ChatEnthalten, mit täglichen Kapazitäts-/NutzungsgrenzenHöhere Grenzen als kostenlos“Umfangreiche” Nutzung
Bild-/Video-ErstellungEnthalten, mit GrenzenHöhere Grenzen als kostenlosUmfangreiche Nutzung
Dateien in Chat hochladenEnthalten, mit GrenzenEnthalten mit Abo-VorteilenEnthalten
Zugriff auf Microsoft-365-Apps (Word, Excel, Outlook)Direkte Links vorhanden, aber weiterhin abhängig von deiner zugrundeliegenden App-LizenzVolle Microsoft-365-Apps + erweiterter Copilot-Chat inklusiveFamily-Vorteile + Premium-KI-Berechtigungen inklusive
Agenten & komplexe Mehrschritt-AufgabenNicht in relevantem Umfang verfügbarAbo für höhere Grenzen, Agenten nötigVolle agentische KI-Funktionen, inklusive erweiterter Recherche/Analyse
Tiefenrecherche (Nachfolge)Keine — Funktion eingestelltKeine — Researcher nicht enthaltenResearcher enthalten
Monatspreis (Deutschland)0 €10,99 € (Personal) / 12,99 € (Family, 1–6 Personen)ca. 21,99 € (regional abweichend)

Ein paar Details, die sich aus dieser Tabelle herauslesen lassen. Erstens ist Microsofts eigene Formulierung zur kostenlosen Stufe erfrischend direkt: Du kannst “mit Copilot chatten, Bilder erstellen, Dateien hochladen und mehr — kostenlos”, aber ausdrücklich “abhängig von Kapazität und Grenzen” — erreichst du die Obergrenze, wartest du eben oder upgradest. Zweitens: Der komplette Ersatz für Tiefenrecherche — Researcher — ist eine reine Premium-Funktion. Das ist, nüchtern betrachtet, eine faktische Preiserhöhung für alle, die genau diese Fähigkeit wollten und vorher eine kostenlose Version davon hatten.

Drittens, auf der Geschäftsseite: Microsofts eigene Telefonkonferenz zu den Zahlen des vierten Quartals des Geschäftsjahrs 2026 (29. Juli 2026) verkündete mehr als 30 Millionen bezahlte Microsoft-365-Copilot-Lizenzen, mit Netto-Lizenz-Zuwächsen, die sich “mehr als verdoppelt” haben — ein separates Business-Abo, das für Organisationen bei rund 30 US-Dollar pro Nutzer und Monat beginnt, unabhängig von den privaten Preisen oben. Für den deutschen Mittelstand ist das relevant: Microsoft 365 Copilot Business, die neue, explizit auf KMU mit bis zu 300 Nutzenden zugeschnittene Lizenz, kostet 18,20 € pro Nutzer und Monat als Listenpreis — bis zum 30. Juni 2026 lief eine 15-Prozent-Promo, die den Preis auf 15,60 € senkte. Zahlt dein Arbeitgeber für Microsoft 365 Copilot, betrifft dich die private Preistabelle oben wahrscheinlich gar nicht — du bist ohnehin schon auf der Business-Lizenz.

Der Teil, den die US-Berichterstattung komplett auslässt: Flex Routing und die neue Konto-Trennung

Hier wird’s für deutsche Unternehmen interessant — und genau hier setzt die eigentliche Recherche für diesen Artikel an, weil keine der englischsprachigen Quellen zum App-Merge diesen Punkt überhaupt streift.

Seit dem 25. März 2026 aktiviert Microsoft für neu angelegte Microsoft-365-Tenants standardmäßig eine Funktion namens Flex Routing. Sie erlaubt es Microsoft, Copilots KI-Verarbeitung bei Lastspitzen außerhalb der EU-Datengrenze auszuführen — konkret in den USA, Kanada oder Australien. Datenschutzrechtlich ist das eine Drittlandübermittlung nach Art. 44 ff. DSGVO. Microsoft stützt sich dabei auf das EU-US Data Privacy Framework und Standardvertragsklauseln — laut IT-Dienstleistern wie AURUM Consulting, die sich auf Copilot-DSGVO-Beratung für den Mittelstand spezialisiert haben, kann das aber gerade für regulierte Branchen wie Gesundheitswesen, Steuerberatung oder Finanzdienstleistungen zu wenig sein. Für Tenants, die nach dem 25. März 2026 angelegt wurden, ist Flex Routing standardmäßig aktiviert und muss manuell abgeschaltet werden — im Microsoft-365-Admin-Center unter Copilot → Einstellungen → “Flexibles Routing während Spitzenlastzeiten” → “Kein flexibles Routing zulassen”.

Warum das gerade jetzt wichtig ist: Weil Copilot Nachrichten, Kalender, Chats und Dokumente per KI-Analyse verarbeitet, erfüllt der Einsatz nach Einschätzung mehrerer deutscher Datenschutzkanzleien (etwa datenschutzkanzlei.de und srd-rechtsanwaelte.de) so gut wie immer mehrere Hochrisiko-Kriterien nach Art. 35 Abs. 3 DSGVO — eine dokumentierte Schwellenwertanalyse ist Pflicht, und diese Analyse führt in der Praxis fast immer zur Pflicht einer Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA). Diese Pflicht bestand schon vor der App-Fusion. Neu ist, was jetzt dazukommt.

Und das ist der Teil, den keiner der englischsprachigen Copilot-Merge-Artikel behandelt: Mit der fusionierten App stecken privates und geschäftliches Konto jetzt im selben Fenster, unterschieden nur durch Hintergrundfarbe und ein “Work”-Label. Für deinen Datenschutzbeauftragten heißt das: Jetzt sind zwei Punkte gleichzeitig zu prüfen, die vorher in zwei getrennten Apps steckten:

  1. Ist Flex Routing für euren Tenant noch aktiviert oder bewusst abgeschaltet? — unabhängig vom App-Merge, aber jetzt ein guter Anlass, das im Zuge des Rollouts noch mal zu bestätigen und schriftlich für die Dokumentation festzuhalten.
  2. Nutzen Mitarbeitende jetzt versehentlich das falsche Konto im selben Fenster? — ein Risiko, das es in der getrennten Zwei-App-Welt schlicht nicht gab, weil du physisch die App wechseln musstest, um vom privaten ins Arbeitskonto zu springen.

Für Mittelstands-IT-Abteilungen, die Copilot-Rollouts betreuen, ist das der eigentliche Handlungsauftrag dieser Fusion: nicht “wird mein Copilot teurer”, sondern “müssen wir unsere DSGVO-Dokumentation und unsere Schulungsunterlagen an die neue Konto-Umschalter-Realität anpassen”. Eine erfolgreiche Copilot-Einführung im Mittelstand beginnt laut mehreren IT-Beratungen ohnehin mit klaren Anwendungsfällen, einer gepflegten SharePoint-Rechtestruktur und abgeschlossener DSGVO-Dokumentation — die App-Fusion ist ein handfester Anlass, genau diese Punkte diese Woche noch mal durchzugehen, bevor sie beim nächsten Audit auffallen.

Copilot ist längst die Nummer eins im deutschen Mittelstand — das macht diese Fusion wichtiger, nicht unwichtiger

Ein Grund, warum diese Änderung für Deutschland mehr Gewicht hat als für den US-Markt: Laut der Bitkom-KI-Studie 2026 (repräsentative Befragung deutscher Unternehmen) ist Microsoft Copilot mit 47 Prozent das meistgenutzte KI-Tool in deutschen Unternehmen — vor OpenAI ChatGPT (42 Prozent), Google Gemini (28 Prozent) und Anthropic Claude (15 Prozent). Copilot ist hierzulande also nicht “eines von mehreren Tools”, sondern das Werkzeug, mit dem die meisten Angestellten in deutschen Unternehmen tatsächlich täglich arbeiten — meist, weil es ohnehin schon in Word, Excel und Outlook eingebaut ist und keine separate Anschaffungsentscheidung braucht.

Das erklärt auch, warum die deutsche Fachpresse (borncity.com, it-daily.net, Dr. Windows) die Fusion so schnell und ausführlich aufgegriffen hat, während die direkte Diskussion darüber auf deutschem X noch vergleichsweise leise ist — eine gezielte Suche nach deutschsprachigen Beiträgen zur “Zusammenführung” oder “Fusion” der Copilot-Apps ergab praktisch keine Treffer mit diesen exakten Begriffen, obwohl allgemeine Copilot-Erwähnungen und Flex-Routing-Diskussionen durchaus vorhanden sind. Übersetzt: Die Fachpresse hat die News, aber die praktische “was heißt das für unseren Rollout”-Diskussion in deutschen IT-Abteilungen hat gerade erst begonnen — und genau diese Lücke soll dieser Artikel schließen.

Was das für dich bedeutet

Nutzt du nur die kostenlose private Copilot-App: Dein Alltags-Chat-Erlebnis ändert sich kaum — neues Icon, eventuell ein leicht anderer App-Name, und du stößt vielleicht etwas schneller an Nutzungsgrenzen, wenn du viel nutzt, weil Microsoft jetzt offener über Kapazitätsgrenzen spricht. Dein erster Schritt: Öffne die App einmal diese Woche, um zu prüfen, ob Login und Chatverlauf sauber übernommen wurden.

Bezahlt dein Arbeitgeber für Microsoft 365 Copilot: An deiner Lizenz oder den admin-verwalteten Kontrollen ändert sich nichts. Was sich ändert: Icon, App-Name, und — laut Microsofts Message-Center-Hinweis — neue visuelle Signale (Hintergrundfarbe, “Work”-Label), damit du erkennst, in welchem Konto-Kontext du gerade bist. Konkret jetzt: Frag bei deiner IT nach, ob eure Organisation schon am Early-Access-Programm teilnimmt oder auf dem regulären Mitte-September-Zeitplan liegt.

Hast du Copilot Podcasts oder Tiefenrecherche regelmäßig genutzt: Da ist dir tatsächlich etwas weggebrochen, und einen reibungslosen Ersatz gibt’s nicht — außer du zahlst für Microsoft 365 Premium (Researcher). Dein erster Schritt: Hast du Tiefenrecherche-Reports, die du noch brauchst, prüf jetzt deinen Chatverlauf — Microsoft sagt, alte Reports bleiben sichtbar, neue werden ohne Premium einfach nicht mehr generiert.

Nutzt du Windows oder Mac: Funktional identischer Rollout — beide bekommen die Fusion weltweit ab Mitte September, laut Microsofts eigener Dokumentation, mit einer “aktualisierten Architektur” auf beiden Plattformen für künftige Funktionen. Worauf du dich einstellst: Nutzt du privates und Arbeitskonto über zwei Rechner hinweg, rechne damit, dass die Icon-Änderung pro Gerät zu leicht unterschiedlichen Zeitpunkten ankommt, statt auf einen Schlag.

Bist du Solo-Selbstständige:r und überlegst, ob sich Premium lohnt: Die Rechnung hängt komplett davon ab, ob du Tiefenrecherche wirklich nutzt. Hast du sie nie angerührt, ist Kostenlos oder Microsoft 365 Personal (10,99 €/Monat) völlig ausreichend — du verlierst keine relevante Fähigkeit. Waren ausführliche Researcher-Reports Kernbestandteil deines Workflows, ist Premium der einzige Weg zurück zu dieser Fähigkeit innerhalb von Copilot; alternativ lohnt ein Blick auf Claudes oder ChatGPTs Recherche-Modi. Dein erster Schritt: Tracke über zwei Wochen, wie oft du Researcher tatsächlich nutzen würdest, bevor du upgradest.

Verwaltest du Copilot-Lizenzen für ein Mittelstands-Team: An deiner Lizenz-Rechnung ändert diese Fusion nichts — Microsoft 365 Copilot Business wird weiterhin genauso gekauft und verwaltet, zum Listenpreis von 18,20 €/Nutzer/Monat (mit auslaufender Promo auf 15,60 €), und die 30-Millionen-Lizenzen-Marke, die Microsoft in seiner Juli-Telefonkonferenz verkündet hat, spricht nicht dafür, dass sich das Preismodell bald ändert. Konkret jetzt: Informier dein Team vor dem Desktop-Rollout kurz über das neue, einheitliche Icon, damit niemand ein Support-Ticket eröffnet, weil er denkt, Copilot sei verschwunden.

Bist du IT-Admin oder Datenschutzbeauftragte:r und machst dir Sorgen um Datentrennung: Microsofts öffentliche Zusage ist, dass Arbeits- und private Daten innerhalb der fusionierten App getrennt bleiben; visuelle Signale (Hintergrundfarbe, Konto-Label, das grüne Entra-ID-Schild) sollen dabei helfen. Aber “gleiches App-Fenster, getrennte Daten” ist eine echte, neue Angriffsfläche für versehentliches Falsch-Einfügen, die es bei physisch getrennten Apps schlicht nicht gab. Was du jetzt tun kannst: Ergänze eure KI-Nutzungsrichtlinie um einen Ein-Zeiler — Konto-Umschalter prüfen, bevor irgendetwas Mandanten- oder Kundenvertrauliches in einen Copilot-Chat eingefügt wird — und nutze den Rollout gleich als Anlass, den Flex-Routing-Status eures Tenants schriftlich zu bestätigen.

Edge Cases & Troubleshooting

“Mein Chatverlauf ist verschwunden” (oder sieht unvollständig aus). Ein Nutzer auf X berichtete, dass Copilot nach dem Update aufgehört hat, seinen Namen in der Konversation zu verwenden, und der Verlauf falsch aussah — obwohl er sich nie für Microsoft 365 Copilot angemeldet hatte. Prüf in diesem Fall über den Konto-Umschalter, in welchem Konto du gerade eingeloggt bist; der Verlauf hängt am konkreten Konto, und eine Verwechslung des Standard-Kontos nach einem App-Update ist ein bekanntes Problem in der Anfangsphase. Melde dich ab und im richtigen Konto wieder an, bevor du von Datenverlust ausgehst.

“Die App zeigt das falsche Konto, oder springt automatisch auf das falsche.” Mehrere frühe Meldungen beschreiben genau dieses Verhalten nach dem Update. Fix: Nutz den Konto-Umschalter (jetzt visuell deutlicher durch die Hintergrundfarben-Änderung), um manuell das gewünschte Konto auszuwählen, bei jeder Sitzung, bis sich das Standard-Konto-Verhalten der App stabilisiert.

“Ich weiß nicht, ob ich im Arbeits- oder Privatkonto bin, bevor ich etwas Sensibles einfüge.” Das ist der Ratschlag, den IT-nahe Stimmen zu dieser Fusion am häufigsten wiederholen: Konto-Umschalter prüfen, bevor du eine Mandanten-E-Mail, eine Vertragsklausel oder sonst etwas Vertrauliches in einen Copilot-Chat einfügst. Die visuellen Signale gibt’s (Hintergrundfarbe, “Work”-Label, grünes Schild) — aber sie sind leicht zu übersehen, wenn du schnell unterwegs bist.

“Meine Gruppenchat-Threads sind einfach weg.” Sind sie, und es gibt keinen Wiederherstellungsweg. Microsofts eigener Einstellungs-Hinweis für Gruppenchat bestätigte, dass kein Massenexport angeboten wurde, und der Hinweis ging Berichten zufolge erst rund um den 10. August online — gerade mal gut eine Woche vor dem Stichtag am 18. August. Ist dir das passiert, gibt’s nichts wiederherzustellen; die einzige Lehre für die Zukunft ist, Ähnliches künftig manuell zu exportieren, da Microsoft nicht signalisiert hat, dass Gruppenchat in irgendeiner Form zurückkommt.

“Ein Podcast-Link, den ich geteilt habe, funktioniert nicht mehr.” Korrekt — Copilot Podcasts und alle geteilten Links funktionieren seit dem 18. August 2026 nicht mehr. Es gibt kein offizielles Archiv. Brauchst du den Inhalt, hättest du vorher lokal ein Transkript oder eine Audiodatei sichern müssen.

“Auf meiner Windows-Taskleiste tauchen immer noch zwei Copilot-Icons auf.” Laut Microsofts eigenen Rollout-Hinweisen haben Windows- und Mac-Desktop-Apps ihren weltweiten Push erst diese Woche (Mitte September) begonnen — und selbst innerhalb dieses Zeitraums bekommen manche Organisationen ein Early-Access-Opt-in vor dem allgemeinen Rollout. Siehst du weiterhin zwei getrennte Icons, hat die Fusion dein konkretes Gerät oder den Deployment-Ring deiner Organisation wahrscheinlich noch nicht erreicht. Such manuell nach App-Updates, wenn sich ein, zwei Wochen nach Erscheinen dieses Artikels nichts geändert hat.

“Wurde bei uns Flex Routing eigentlich schon mal geprüft, oder läuft das seit der Tenant-Erstellung einfach mit?” Für Tenants, die nach dem 25. März 2026 angelegt wurden, ist Flex Routing standardmäßig aktiviert — wurde das bei euch nie bewusst geprüft, läuft eure KI-Verarbeitung bei Lastspitzen möglicherweise schon seit der Tenant-Erstellung zeitweise außerhalb der EU. Das ist unabhängig vom App-Merge, aber der Rollout diese Woche ist ein guter Moment, das jetzt im Admin-Center nachzuschauen und schriftlich festzuhalten — bevor es beim nächsten Datenschutz-Audit auffällt.

Was es (noch) nicht kann

Es kann bezahlte Tiefenrecherche nicht durch eine kostenlose Entsprechung ersetzen. Brauchst du ausführliche, mit Quellen belegte Recherche-Reports und hast kein Microsoft 365 Premium, ist diese Fähigkeit in der kostenlosen und mittleren Stufe schlicht weg. Innerhalb von Copilot gibt’s dafür eben keinen Workaround.

Es liefert noch nicht die komplette “SuperApp”, die Nadella beschrieben hat. Die Vision aus der Telefonkonferenz vom 29. Juli — Chat, Cowork, Autopilots und Code vereint in einer Flaggschiff-Anwendung — ist nicht das, was diesen Monat ausgeliefert wurde. Diese Fusion ist der strukturelle erste Schritt (eine App, ein Konto-Umschalter), nicht das fertige Paket. Laut Microsofts eigenem Zeitplan kommt vor Ende September 2026 noch mehr Konsolidierung — behandle “SuperApp” aber als Plan in Bewegung, nicht als fertiges Produkt.

Es kann nicht garantieren, dass deine Gruppenchat- oder Podcast-Inhalte wiederherstellbar sind. Beide wurden ohne Massenexport-Werkzeug eingestellt. Hast du vor dem 18. August 2026 nicht manuell gesichert, was du brauchtest, gibt’s halt keinen offiziellen Weg zurück.

Es beseitigt die Konto-Verwechslungsgefahr nicht allein dadurch, dass es eine App ist. Microsofts visuelle Signale (Hintergrundfarbe, Konto-Labels) verringern das Risiko, beseitigen es aber nicht: Inhalte landen weiterhin schnell mal im falschen Konto-Kontext — das ist jetzt ein Schulungs- und Gewohnheitsthema für Nutzer:innen und IT-Abteilungen, kein Problem, das die Software allein löst.

Es ändert nichts an eurer bestehenden DSFA-Pflicht — es macht nur dringlicher, sie aktuell zu halten. Die Pflicht zur Datenschutz-Folgenabschätzung für Copilot-Einsatz nach Art. 35 DSGVO bestand schon vor dieser Fusion. Was neu dazukommt, ist die Konto-Umschalter-Realität, die eure bestehende Dokumentation eventuell nicht abdeckt.

FAQ

Schafft Microsoft Copilot ab? Nein — eher das Gegenteil. Microsoft konsolidiert zwei getrennte Copilot-Apps zu einer und nutzt diese Konsolidierung als Fundament für einen noch größeren “SuperApp”-Vorstoß, geplant für später dieses Jahr. Die Fusion reduziert die Zahl der Apps — nicht Microsofts Investitionen in Copilot.

Warum ist Copilot für manche Nutzer:innen nicht mehr in Word/Excel verfügbar? Das ist eine separate, frühere Änderung vom 15. April 2026, als Microsoft Copilot Chat aus Word, Excel, PowerPoint und OneNote für nicht lizenzierte Nutzer:innen in Organisationen mit 2.000+ Microsoft-365-Sitzen entfernt hat. Die App-Fusion diesen Monat macht diese Lizenzregel nicht rückgängig und ändert sie auch nicht.

Ist Microsoft Copilot 2026 noch kostenlos? Ja, eine kostenlose Stufe existiert weiterhin innerhalb der fusionierten App — Chat, Bilderstellung und Datei-Uploads sind alle kostenlos verfügbar, abhängig von Nutzungsgrenzen. Bezahlte Stufen (Microsoft 365 Personal, Family oder Premium) kaufen höhere Grenzen, Agenten-Fähigkeiten und, auf Premium-Stufe, die neue Researcher-Funktion.

Was ist mit Copilot Tiefenrecherche passiert? Sie wurde am 18. August 2026 für kostenlose, Personal- und Family-Nutzer:innen eingestellt. Der Nachfolger, Researcher, ist nur für Microsoft-365-Premium-Abonnent:innen verfügbar.

Was ist die Copilot SuperApp? Das ist der größere Konsolidierungsplan, den Satya Nadella in der Telefonkonferenz vom 29. Juli 2026 beschrieben hat — Copilot-Chat, Cowork, Autopilots und Code vereint in einer Flaggschiff-Anwendung für Privat- und Geschäftskunden. Nadella sagte, das käme “in diesem Quartal”, also bis Ende September 2026. Die App-Fusion diesen Monat ist das erste sichtbare Puzzlestück dieses Plans.

Kann ich mein privates Microsoft-Konto und mein Arbeitskonto in derselben Copilot-App haben? Ja. Die fusionierte App unterstützt beide Kontotypen nebeneinander, mit einem Umschalter dazwischen, unterschiedlichen Hintergrundfarben und einem “Work”-Label plus grünem Schild-Symbol, wenn du in deiner Entra-ID-(Arbeit/Schule)-Sitzung bist.

Was ist mit Copilot Gruppenchat passiert? Am 18. August 2026 eingestellt, ohne vorheriges Massenexport-Angebot. Bestehende Gruppenchat-Threads, Nachrichten oder generierte Bilder sind einfach weg.

Hat Microsoft mit dieser Fusion die Preise geändert? Nicht direkt — die gelisteten privaten Preise (10,99 € Personal, 12,99 € Family, rund 21,99 € Premium, regional abweichend) und der Business-Lizenzpreis (rund 30 US-Dollar bzw. für die deutsche KMU-Business-Lizenz 18,20 €/Nutzer/Monat) haben sich offiziell nicht bewegt. Aber Researcher hinter Premium zu verschieben, wirkt wie eine faktische Preiserhöhung für alle, die genau diese Fähigkeit wollen und vorher eine Version davon kostenlos hatten.

Müssen wir als deutsches Mittelstandsunternehmen wegen der Fusion unsere DSGVO-Dokumentation anpassen? Eine neue gesetzliche Pflicht löst die App-Fusion selbst nicht aus — die DSFA-Pflicht nach Art. 35 DSGVO für Copilot bestand schon vorher. Was sich ändert, ist eine praktische Realität, die eure bestehende Dokumentation wahrscheinlich noch nicht abdeckt: privates und Arbeitskonto leben jetzt im selben Fenster. Die meisten IT-Berater:innen empfehlen, den Rollout als Anlass zu nutzen, den Flex-Routing-Status und die Konto-Trennungs-Schulung eurer Mitarbeitenden einmal schriftlich zu bestätigen.

Bekommen Windows und Mac dieselben Funktionen zur gleichen Zeit? Ja, laut Microsofts Rollout-Dokumentation — beide Plattformen bekommen die Fusion weltweit ab Mitte September 2026, mit einer aktualisierten zugrundeliegenden Architektur auf beiden, um künftige Funktionserweiterungen zu unterstützen.

Was ist Researcher in Microsoft Copilot? Researcher ist die Funktion, die die private Tiefenrecherche ersetzt: Sie sammelt Informationen aus dem Web und aus deinen eigenen Arbeitsdokumenten, wertet sie aus und fasst sie in einem gut lesbaren Report zusammen. Enthalten für Microsoft-365-Premium-Abonnent:innen und für Geschäftsnutzer:innen mit Microsoft-365-Copilot-Lizenz — nicht verfügbar in der kostenlosen Stufe oder auf Microsoft-365-Personal/Family-Plänen.

Das Fazit

Microsoft hat Copilot diesen Monat nicht abgeschafft — sondern zusammengelegt und diese Zusammenlegung gleich als Sprungbrett für etwas Größeres genutzt, das noch vor Oktober kommen soll. Hast du die kostenlose private App nur gelegentlich genutzt, betrifft dich das kaum. Hast du dich auf Tiefenrecherche, Podcasts oder Gruppenchat verlassen, hast du echte Funktionalität verloren, ohne kostenlosen Weg zurück. Und jonglierst du zum ersten Mal privates und Arbeitskonto im selben Fenster, ist das größte praktische Risiko nicht der Funktionsverlust — es ist der kurze Moment, in dem du das Falsche in den falschen Kontext einfügst.

Für den deutschen Mittelstand kommt noch ein zweiter, konkreterer Handlungsauftrag dazu, den die US-Berichterstattung komplett übersieht: Copilot ist laut Bitkom das meistgenutzte KI-Tool in deutschen Unternehmen, und diese Fusion trifft auf eine bestehende DSGVO-Baustelle namens Flex Routing, die für Tenants seit dem 25. März 2026 standardmäßig aktiv ist. Der Rollout diese Woche ist für deine IT-Abteilung der passende Anlass, beides gleichzeitig zu prüfen — den Flex-Routing-Schalter und die neue Konto-Umschalter-Schulung. Lieber jetzt als beim nächsten Datenschutz-Audit.

Willst du wirklich wissen, was Copilot in Word, Excel, Outlook und Teams kann (und was nicht) — statt nur auf die nächste Microsoft-Ankündigung zu reagieren —, führt unser Microsoft-365-Copilot-Kurs durch echte Workflows in der aktuellen App, inklusive der DSGVO- und EU-Data-Boundary-Grundlagen, kostenlos zum Einstieg.


Quellen:

Echte KI-Skills aufbauen

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