Am 20. Oktober 2026 hat OpenAI „Gesperrte Chats“ (englisch „Locked Chats“) vorgestellt: Du packst eine Unterhaltung hinter eine vierstellige PIN, und sie verschwindet aus Verlauf und Suche. Wenn du beruflich fremde Geheimnisse hütest, klingt „gesperrt“ nach genau dem, was du brauchst. Ist es aber nicht. Die Funktion löst das Problem, das du als Anwältin, Steuerberater, Therapeutin oder Arzt hast, nicht. Und OpenAI sagt das selbst: Die Hilfeseite listet auf, was die Sperre nicht kann.
Dieser Text richtet sich an alle, die berufsbedingt Geheimnisse anderer kennen: Rechtsanwälte, Steuerberater, Ärzte, Psychotherapeuten und Psychologen, Sozialarbeiter, außerdem Datenschutzbeauftragte und Personalabteilungen. Du bekommst die kurze Antwort, die Rechtsgrundlagen (§ 203 StGB, § 43e BRAO, § 62a StBerG), was BRAK und Bundessteuerberaterkammer schreiben, und einen Arbeitsablauf, mit dem du ChatGPT trotzdem sinnvoll nutzen kannst. Das ist keine Rechtsberatung. Wo es auf deinen Beruf, dein Bundesland oder deine Kammer ankommt, sage ich das, statt zu raten.
Die kurze Antwort
Die PIN schützt dich vor Blicken. Sie schützt deine Mandanten nicht vor dem Dienstleister, an den du ihre Daten schickst. Das ist der ganze Unterschied zwischen einer Bildschirmsperre und einer Verschwiegenheitsgarantie.
- Die Sperre ist laut OpenAI keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und kein getrennter, verschlüsselter Tresor.
- Sie ändert nichts an der Speicherdauer und nichts an deiner Einstellung „Improve the model for everyone“, also dem Training.
- Sie ersetzt keinen Vertrag mit dem Anbieter. Den verlangen § 43e BRAO und § 62a StBerG.
- Setzt du eine vergessene PIN zurück, sind alle gesperrten Chats endgültig gelöscht.
Was Gesperrte Chats sind
OpenAI beschreibt die Funktion auf seiner Hilfeseite so: Du behältst ausgewählte Unterhaltungen in deinem Konto, blendest sie aber aus dem normalen Chatverlauf, aus angepinnten Chats und aus der normalen Suche aus. Das kann laut OpenAI helfen, „sensible Gespräche aus dem Blickfeld zu halten“, wenn du deinen Bildschirm teilst oder ein Gerät mit anderen nutzt. (Die Hilfeseite habe ich auf Englisch gelesen; die Zitate sind meine Übersetzung.)
Du findest die gesperrten Chats unter Projects, dann Locked chats. Zum Öffnen brauchst du die vierstellige Konto-PIN, auf unterstützten Handys alternativ Face ID, Touch ID oder die Gerätesperre. Laut Hilfeseite gibt es die Funktion in ChatGPT Free, Go, Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu, nicht aber in ChatGPT for Healthcare. Die Versionshinweise vom 20. Oktober sagen, dass sie schrittweise für Free, Go, Plus und Pro ausgerollt wurde, es kann also sein, dass dein Konto sie am 26. Oktober noch nicht hat.

Die Liste lautet, ins Deutsche gebracht: Das Sperren eines Chats
- schafft keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und keinen getrennten, verschlüsselten Tresor,
- ändert nicht, wie lange OpenAI den Chat speichert,
- ändert nicht deine Einstellung „Improve the model for everyone“,
- entfernt keine Informationen, die ChatGPT sich vor dem Sperren gemerkt hat,
- setzt keine Regeln des Arbeitsbereichs, Sicherheitsanforderungen oder rechtliche und Compliance-Pflichten außer Kraft.
Alles Weitere in diesem Text ergibt sich aus diesen fünf Zeilen.
So schaltest du sie ein
Nach der Hilfeseite, Stand 26. Oktober 2026:
- Öffne einen normalen Chat, dann das Menü mit den drei Punkten und wähle „Lock chat“. Bestätige mit einem zweiten Klick auf „Lock chat“.
- Beim ersten Mal fragt ChatGPT nach einer vierstelligen Konto-PIN. Dieselbe PIN gilt auf deinen anderen angemeldeten Geräten. Face ID, Touch ID oder die Gerätesperre sind optional und werden pro Gerät eingerichtet.
- Neue gesperrte Chats startest du später über Projects, dann Locked chats, PIN eingeben, Nachricht tippen.
- Zum Beenden wählst du „Lock now“. Im Browser endet der Zugriff auch beim Neuladen oder Schließen des Tabs. Auf iOS und Android endet er nach einer Minute Abwesenheit vom gesperrten Chat oder nach einer Minute im Hintergrund.
Fehlt „Lock chat“ im Menü, ist die Funktion laut OpenAI womöglich noch nicht für dein Konto freigeschaltet. Am Desktop brauchst du die ChatGPT-App für macOS oder Windows.
Wofür die PIN taugt, und wofür nicht
Die Tabelle übersetzt das in die Fragen, die du dir tatsächlich stellst.
| Deine Frage | Ändert die Sperre das? | Was die Frage wirklich beantwortet |
|---|---|---|
| Sieht jemand den Chat bei geteiltem Bildschirm oder Gerät? | Ja, das hilft. | Die PIN, plus ein Blick auf andere offene Geräte. |
| Gibt es Ende-zu-Ende-Verschlüsselung? | Nein. | OpenAI sagt: keine zusätzliche. |
| Wie lange speichert OpenAI den Chat? | Nein. | OpenAIs Speicherregeln. |
| Wird er zum Training genutzt? | Nein. | Deine Einstellung oder dein Tarif. |
| Können Admins des Arbeitsbereichs ihn sehen? | Nicht durch Entsperren. | Admins können weder entsperren noch die PIN zurücksetzen, aber Regeln und Compliance-Protokolle gelten weiter. |
| Ist das mit der Schweigepflicht vereinbar? | Nein, dafür ist die PIN nicht gedacht. | § 203 StGB, Berufsrecht, Vertrag mit dem Anbieter. |
Der Satz für den Notizzettel
„Gesperrt“ heißt: versteckt vor dem Nächsten, der deinen Bildschirm sieht. Es heißt nicht: vertraulich im Sinne deiner Berufspflichten.
Was § 203 StGB damit zu tun hat
Wer unbefugt ein fremdes Geheimnis offenbart, das ihm in einem der aufgezählten Berufe anvertraut wurde, wird nach § 203 Abs. 1 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft. Handelt jemand gegen Entgelt oder in Bereicherungsabsicht, sind es nach Absatz 6 bis zu zwei Jahre. Die Liste im Gesetz nennt unter anderem:
| Nummer | Wer |
|---|---|
| Nr. 1 | Ärzte, Zahnärzte, Apotheker und andere Heilberufe mit staatlich geregelter Ausbildung |
| Nr. 2 | Berufspsychologen mit staatlich anerkannter Abschlussprüfung |
| Nr. 3 | Rechtsanwälte, Notare, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Verteidiger |
| Nr. 6 | Staatlich anerkannte Sozialarbeiter und Sozialpädagogen |
Welche Nummer für dich gilt, hängt von deinem Beruf ab; das Gesetz ist hier die Quelle, nicht dieser Text. Personalabteilungen stehen in der Liste nicht. Datenschutzbeauftragte tauchen dagegen in Absatz 4 auf: Auch wer bei einer der genannten Personen als Datenschutzbeauftragter tätig ist, macht sich strafbar, wenn er ein Geheimnis unbefugt offenbart.
Wann ist die Eingabe in ChatGPT ein „Offenbaren“?
Die BRAK, die Bundesrechtsanwaltskammer, schreibt in ihren „Hinweisen zum Einsatz von künstlicher Intelligenz“ (Stand Dezember 2024) zum Zugang zu Mandatsgeheimnissen: Es komme nicht darauf an, ob die KI-Anbieter tatsächlich Kenntnis nehmen. Ausreichend sei, „wie bei der Offenbarung in § 203 StGB“, dass sie die Möglichkeit dazu hätten. Eine PIN, die nur den Zugriff an deinem Gerät regelt, berührt diese Möglichkeit auf der Anbieterseite nicht.
Dasselbe Dokument hält fest, dass die Übermittlung von Mandatsgeheimnissen an Sprachmodelle wie ChatGPT „nach aktuellem Stand der Technik“ nicht erforderlich sei, weil sich die Modelle auch ohne diese Daten nutzen lassen, und dass eine Weitergabe mit „unkalkulierbaren Risiken“ für die Mandanten verbunden wäre. Wichtig für die Einordnung: Die BRAK datiert das auf Dezember 2024 und bezieht es laut Fußnote jedenfalls auf frei zugängliche Betriebsmodelle. Es ist keine Aussage über jeden Tarif im Oktober 2026.
Der Dienstleister-Paragraf: § 203 Abs. 3 und 4
Das Gesetz erlaubt, dass Berufsgeheimnisträger Geheimnisse gegenüber „sonstigen Personen“ offenbaren, die an ihrer Tätigkeit mitwirken, soweit das für deren Mitwirkung erforderlich ist (Absatz 3 Satz 2). Die BRAK schreibt, Mandanteninformationen dürften an Anbieter von KI-Werkzeugen „nur unter den strengen Voraussetzungen nach § 43e BRAO“ offenbart werden. Absatz 4 nennt die Bedingung: Wer als Berufsgeheimnisträger nicht dafür gesorgt hat, dass eine solche mitwirkende Person zur Geheimhaltung verpflichtet wurde, kann sich ebenfalls strafbar machen, wenn diese Person ein Geheimnis unbefugt offenbart. Eine PIN, ein Trainings-Opt-out oder der Name eines Tarifs ersetzt diese Verpflichtung nicht.
Der Vertrag, den das Berufsrecht verlangt
Für zwei Berufe ist das ausdrücklich geregelt.
Rechtsanwälte: § 43e BRAO. Der Anwalt darf Dienstleistern den Zugang zu Tatsachen unter seiner Verschwiegenheitspflicht nur eröffnen, soweit das für die Dienstleistung erforderlich ist, und muss den Dienstleister sorgfältig auswählen (Absätze 1 und 2). Der Vertrag braucht Textform. Darin muss der Anwalt den Dienstleister nach Belehrung über die strafrechtlichen Folgen zur Verschwiegenheit und dazu verpflichten, sich nur so weit Kenntnis zu verschaffen, wie es zur Vertragserfüllung erforderlich ist. Außerdem muss der Vertrag regeln, ob und wie weitere Personen herangezogen werden (Absatz 3). Bei Dienstleistungen im Ausland muss der dortige Geheimnisschutz dem inländischen vergleichbar sein (Absatz 4). Dient die Dienstleistung unmittelbar einem einzelnen Mandat, braucht der Anwalt die Einwilligung des Mandanten (Absatz 5). Der Datenschutz gilt zusätzlich (Absatz 8).
Steuerberater: § 62a StBerG. Der Paragraf ist gleich aufgebaut: Textform, Verpflichtung unter Belehrung über die strafrechtlichen Folgen, Auslandsklausel, Einwilligung bei einzelnem Mandat.
Und jetzt zu dem Punkt, der für „Gesperrte Chats“ zählt: Die Sperre erfüllt nichts davon. Sie ist eine Einstellung in deinem Konto, kein Vertrag mit Verschwiegenheitsverpflichtung.
Was die Bundessteuerberaterkammer schreibt
Die BStBK hat ihre „FAQ: KI im steuerberatenden Berufsstand“ mit dem Datum 27. Januar 2026 veröffentlicht und vermerkt, dass die Antworten auf dem Rechtsstand Juli 2025 beruhen. Zu ChatGPT und vergleichbaren Anwendungen schreibt sie sinngemäß:
- In solche Anwendungen dürfen keine Angaben eingegeben werden, die auf den Mandanten oder das Mandat schließen lassen, da die Daten „zumindest bei den kostenlosen Anwendungen“ oft zu Trainingszwecken weiterverwendet werden.
- Bei Business-Accounts oder -Lizenzen könne vereinbart werden, dass die Eingabe nicht zu Trainingszwecken verwendet wird.
- Öffentlich zugängliche KI-Dienste wie ChatGPT bedeuteten, dass Eingaben an den Dienstanbieter (etwa ein US-Unternehmen) übermittelt und dort verarbeitet werden, „ohne spezielle Geheimhaltungsvereinbarung“; ohne ausreichende vertragliche Absicherung sei das ein Verstoß gegen die Verschwiegenheitspflicht.
- KI-Anbieter müssten vor der Kenntnisnahme vertraglich zur Geheimhaltung verpflichtet werden (§ 62a Abs. 3 StBerG), und bei Anbietern im Ausland sei ein vergleichbares Schutzniveau sicherzustellen.
Auf eine Frage legt sich die Kammer ausdrücklich nicht fest: ob bei ChatGPT im einzelnen Mandat die Ausnahme in § 62a Abs. 5 StBerG greift. Das sei „nicht zweifelsfrei zu beantworten“, deshalb solle man vorher die Einwilligung des Mandanten einholen, wenn man sensible mandantenbezogene Daten eingeben will.
DSGVO: Der zweite Prüfstein
Das Berufsgeheimnis und die DSGVO gelten nebeneinander (§ 43e Abs. 8 BRAO). Die BStBK weist darauf hin, dass die Verschwiegenheitspflicht anders als die DSGVO auch Daten von nicht natürlichen Personen schützt. Die Konferenz der unabhängigen Datenschutzaufsichtsbehörden des Bundes und der Länder (DSK) hat am 6. Mai 2024 die Orientierungshilfe „Künstliche Intelligenz und Datenschutz“ (Version 1.0) veröffentlicht. Zwei Punkte daraus sind für dich wichtig:
- Für die Verarbeitung personenbezogener Daten in KI-Anwendungen und die Übermittlung an Anbieter muss eine Rechtsgrundlage vorliegen, und die betroffenen Personen sind transparent zu informieren.
- Um die Eingabe personenbezogener Daten zu vermeiden, reicht es „regelmäßig nicht“, Namen und Anschriften zu entfernen. Gegebenenfalls lässt sich aus dem Zusammenhang ein Personenbezug herstellen.
Der zweite Punkt ist der Grund, warum der Arbeitsablauf weiter unten nicht bei „Namen schwärzen“ aufhört.
Welche OpenAI-Angebote einen Vertrag mitbringen
OpenAI veröffentlicht einen „Zusatz zur Datenverarbeitung“ (Data Processing Addendum). Die deutsche Fassung ist laut Seite am 1. Dezember 2025 aktualisiert worden und seit dem 1. Januar 2026 gültig; darin steht, OpenAI fungiere als Auftragsverarbeiter im Auftrag des Kunden. Für Kunden im Europäischen Wirtschaftsraum oder in der Schweiz wird der Vertrag mit OpenAI Ireland Ltd. geschlossen. Welche ChatGPT-Tarife genau darunter fallen, sagt die Seite nicht. Das musst du im jeweiligen Vertrag prüfen.
Zwei weitere Seiten von OpenAI helfen bei der Einordnung:
- „Enterprise-Datenschutz bei OpenAI“ (aktualisiert am 8. Januar 2026): Bei ChatGPT Business, Enterprise, Healthcare, Edu und der API trainiert OpenAI seine Modelle standardmäßig nicht mit deinen Daten.
- „Datenresidenz in Europa“: Für die API, ChatGPT Enterprise und ChatGPT Edu bietet OpenAI europäische Datenresidenz an; neue Enterprise- und Edu-Workspaces können so eingerichtet werden, dass gespeicherte Inhalte in der Region liegen. Ein Update vom 16. Januar 2026 ergänzt Optionen für die Verarbeitung (GPU-Inferenz) in den USA oder Europa für berechtigte Enterprise-, Edu- und Healthcare-Kunden.
Daraus folgt noch keine Freigabe für Mandantendaten. Die BRAK schreibt, ob bei KI-Anbietern, die „häufig in den USA ansässig“ sind, das Datenschutzniveau als Maßstab genügt, sei „nicht abschließend geklärt“, weshalb Anbieter mit Serverstandorten in Deutschland oder Europa „soweit möglich“ zu bevorzugen seien. Das ist eine Vorsichtsempfehlung, kein Persilschein für europäische Server.

Und das US-Urteil, von dem alle reden?
Im Februar 2026 entschied der Bundesrichter Jed Rakoff im Southern District of New York im Fall United States v. Heppner, dass Gespräche eines Angeklagten mit einem KI-Chatbot weder vom Anwaltsgeheimnis (attorney-client privilege) noch vom Schutz anwaltlicher Arbeitsergebnisse (work product) gedeckt waren. Der Chatbot war Claude von Anthropic, nicht ChatGPT. Nach der Zusammenfassung der Kanzlei Orrick hatte der wegen Wertpapierbetrugs angeklagte leitende Manager das Werkzeug „aus eigener Initiative und ohne Anweisung seiner Anwälte“ genutzt; das FBI beschlagnahmte etwa 31 Dokumente, die diese Gespräche festhielten. Nach der Darstellung der International Bar Association erging die mündliche Entscheidung am 10., die schriftliche am 17. Februar.
Die Gründe, wie Orrick sie zusammenfasst: Ein KI-Programm ist kein Anwalt; es gab keine berechtigte Vertraulichkeitserwartung, weil die Datenschutzrichtlinie des Anbieters das Sammeln, das Training und die Weitergabe an Dritte erlaubte; und die Eingabe geschützter Informationen in ein öffentliches KI-Werkzeug ist eine Offenlegung gegenüber Dritten, die den Schutz aufheben kann. Orrick nennt das Urteil eine Entscheidung erster Instanz in einer neuen Frage und sagt, der Schutz durch Enterprise-Lösungen sei „noch nicht vor Gericht geprüft“. Ein Gericht in Michigan kam am 10. Februar in einem anderen Fall (Warner v. Gilbarco) zu einem anderen Ergebnis: Dort wurden ChatGPT-Unterlagen einer Klägerin ohne Anwalt als geschützte Arbeitsergebnisse behandelt. Die IBA schreibt, keine der beiden Entscheidungen begründe eine allgemeine Regel.
Was das für Deutschland heißt, ist offen. Ein US-Bezirksgericht bindet kein deutsches Gericht, und ich habe nicht geprüft, wie deutsche Gerichte KI-Chats bei einer Beschlagnahme behandeln würden. Die Grok-Recherche, die ich dazu gemacht habe, fand keine ausführliche deutschsprachige Diskussion, die das Urteil mit der PIN-Funktion verbindet. Als Warnung taugt der Fall trotzdem: Wo ein Anbieter in seinen Bedingungen Sammeln, Training und Weitergabe vorsieht, ist „vertraulich“ schwer zu behaupten. Eine PIN ändert an den Bedingungen nichts.
Ein Arbeitsablauf, mit dem du ChatGPT trotzdem nutzen kannst
Es geht nicht darum, auf KI zu verzichten. Es geht darum, dem Modell nichts zu geben, was einen Mandanten oder Patienten verraten kann, und alles, was doch identifizierbar sein muss, durch einen Vertrag abzusichern, den dein Berufsrecht anerkennt.
- Frag dich, ob das Modell die Details braucht. Die BRAK empfiehlt, möglichst nur „abstrakte“ Anfragen zu stellen, die auch im Kontext keinen Rückschluss auf ein Mandat zulassen. Bei den meisten Aufgaben („formuliere eine ruhige Antwort auf diesen Bescheid“, „erkläre diese Klausel in einfachen Worten“) genügt die Struktur.
- Ersetze Namen und Zuordnungen durch Platzhalter. [MANDANT], [DATUM], [BETRAG]. Den Schlüssel (welcher Platzhalter ist wer) führst du in deiner eigenen Datei, nie im Chat.
- Runde oder verallgemeinere, was du nicht streichen kannst. „Ein vierstelliger Betrag“, „im Frühjahr“, „ein mittelgroßer Landkreis“.
- Prüfe, was die Reste zusammen verraten. Die DSK und die BRAK sagen beide, dass das Entfernen von Namen und Anschriften regelmäßig nicht reicht, wenn sich der Bezug aus dem Zusammenhang ergibt.
- Wähle den Tarif bewusst. Die Tabelle weiter unten zeigt, wer standardmäßig trainiert und wo europäische Datenresidenz angeboten wird.
- Schalte das Training in einem persönlichen Tarif aus. In den Einstellungen unter Data controls, „Improve the model for everyone“. Vorsicht beim Daumen hoch oder runter: OpenAI schreibt, dass bei persönlichen Tarifen die gesamte Unterhaltung, an der eine Rückmeldung hängt, zum Training genutzt werden darf, auch wenn du das Training abgeschaltet hast.
- Nutze den temporären Chat für Einzelfragen. OpenAI sagt, ein temporärer Chat werde nicht zum Verbessern der Modelle verwendet, solange er temporär bleibt, OpenAI dürfe aber bis zu 30 Tage eine Kopie aus Sicherheitsgründen behalten.
- Nutze Gesperrte Chats nur für das, wofür sie da sind. Um einen Chat vor dem Nächsten am Bildschirm zu verstecken.
- Prüfe das Ergebnis selbst. Die BRAK verlangt eine Endkontrolle der KI-Ergebnisse durch die Anwältin oder den Anwalt.
- Löschen hat Grenzen. Nach OpenAIs Speicherseite wird ein gelöschter Chat innerhalb von 30 Tagen endgültig aus den Systemen entfernt, außer er war bereits entpersonalisiert oder muss aus Sicherheits- oder Rechtsgründen länger bleiben. Eine Datei, die separat in der Library liegt, wird mit dem Chat nicht gelöscht, und bei einer Datei in Space gilt laut OpenAIs Seite zu gesperrten Chats dasselbe.
Ein durchgespieltes Beispiel
Das Beispiel habe ich erfunden, diese Kanzlei gibt es nicht, und den Prompt habe ich für diesen Text nicht ausgeführt. Er ist nur eine Vorlage.
Eine Steuerberaterin hat einen Bescheid zur Lohnsteuer-Anmeldung eines Mandanten vor sich, eines kleinen Einzelhandelsbetriebs. Sie will eine ruhige, verständliche Antwort an den Inhaber vorbereiten. In der echten Akte stehen Name des Inhabers, Firmenname, Steuernummer, Bescheiddatum und ein Betrag auf den Cent.
| In der echten Akte | Was in ChatGPT geht | Warum |
|---|---|---|
| Name des Inhabers | [INHABER] | Ein Name identifiziert den Mandanten |
| Firmenname | [MANDANT] | Name plus Steuerthema führt zu einem Betrieb |
| Steuernummer | Komplett weglassen | Eine eindeutige Nummer, die das Modell nicht braucht |
| Bescheiddatum | [BESCHEIDDATUM] | Daten verknüpfen ein Ereignis mit einer Person |
| Betrag auf den Cent | „ein vierstelliger Betrag“ | Die Größenordnung zählt, nicht der Cent |
| Ort | Weglassen, „ein kleiner Einzelhandelsbetrieb“ | Ort plus Branche kann einen Betrieb benennen |
Der Prompt, den sie einfügen würde:
Du hilfst einer Steuerberaterin, eine ruhige, verständliche Antwort an einen Mandanten zu entwerfen.
Der Mandant ist [INHABER] von [MANDANT], einem kleinen Einzelhandelsbetrieb.
Er hat einen Bescheid vom [BESCHEIDDATUM] zu einer Lohnsteuer-Anmeldung über einen vierstelligen Betrag erhalten.
Entwirf eine Antwort, die in allgemeinen Worten erklärt, was ein solcher Bescheid üblicherweise bedeutet.
Nenne die drei Fragen, die ich dem Mandanten stellen sollte, bevor ich gegenüber der Behörde antworte.
Rate nicht bei Rechtslage oder Folgen. Sag mir, was ich aus den Unterlagen des Mandanten bestätigen muss.
Wenn der Entwurf zurückkommt, gleicht sie ihn mit der echten Akte ab, setzt in ihrer eigenen Datei die echten Namen wieder ein und verschickt ihn selbst. Der Schlüssel zu den Platzhaltern war nie im Chat. Auch das senkt das Risiko nur, es beseitigt es nicht: Eine seltene Kombination von Tatsachen kann trotzdem auf einen Mandanten zeigen, und die BStBK warnt vor jeder Angabe, die auf den Mandanten oder das Mandat schließen lässt. Deshalb steht Schritt 4 vor dem Einfügen, nicht danach.
Welcher Tarif, welches Versprechen
Der Tarif entscheidet über zwei Dinge, die keine PIN ändern kann: ob deine Inhalte standardmäßig zum Training genutzt werden, und ob europäische Datenresidenz angeboten wird. Nach den OpenAI-Seiten, Stand 26. Oktober 2026:
| Tarif | Training standardmäßig? | EU-Datenresidenz | Gesperrte Chats |
|---|---|---|---|
| Free, Plus, Pro | Möglich, bis du widersprichst | Nicht genannt | Ja |
| Business | Nein, standardmäßig | Nicht genannt | Ja |
| Enterprise, Edu | Nein, standardmäßig | Für neue Workspaces möglich | Ja, bleiben in Compliance-Protokollen |
| API | Nein, standardmäßig | Für berechtigte Endpunkte | Nicht genannt |
Ein Tarif ohne Training ist nicht automatisch ein Tarif mit § 43e-Vertrag. Der Vertrag mit Verschwiegenheitsverpflichtung in Textform ist ein eigener Schritt, den du mit dem Anbieter klären musst. Ob das für deine Kanzlei, Praxis oder Firma überhaupt möglich ist, fragst du besser Kammer, Datenschutzbeauftragte und Anwalt, nicht diesen Text.
Was das für dich bedeutet
Wenn du Rechtsanwältin oder Anwalt bist. § 43e BRAO und die BRAK-Hinweise sind dein Maßstab: Vertrag in Textform, Verschwiegenheitsverpflichtung, Auslandsklausel, Einwilligung bei einzelnem Mandat. Die BRAK-Hinweise stammen aus dem Dezember 2024. Erster Schritt: Lies, was dein Tarif zu Training, Speicherung und Unterauftragnehmern vertraglich zusagt, und halte in einem Satz fest, was du einem Mandanten dazu sagen würdest.
Wenn du Steuerberater oder Steuerberaterin bist. Die BStBK-FAQ (Stand 27. Januar 2026, Rechtsstand Juli 2025) schreibt, dass ohne Einwilligung des Mandanten grundsätzlich nichts eingegeben werden darf, was auf Mandanten oder mandantenbezogene Daten schließen lässt, und dass KI-Anbieter vor der Kenntnisnahme vertraglich zur Geheimhaltung verpflichtet werden müssen. Andernfalls seien Daten und Dokumente zu anonymisieren oder zu pseudonymisieren. Erster Schritt: Frag deinen Datenschutzbeauftragten, ob ein freigegebener Zugang existiert, und nutze bis dahin nur Platzhalter.
Wenn du Ärztin, Psychotherapeut oder Psychologin bist. § 203 Abs. 1 Nr. 1 und 2 StGB greifen, je nach Beruf. Eine datierte Aussage der Bundespsychotherapeutenkammer oder deiner Landeskammer zur Eingabe von Patientengeheimnissen in generative KI konnte ich nicht belegen, und ich schreibe anderen Kammern keine Position zu, die sie nicht veröffentlicht haben. Erster Schritt: Frag deine Kammer, was für dich gilt, bevor ein Falldetail in ein KI-Werkzeug geht, und nimm Sitzungsdaten, Orte und Namen heraus.
Wenn du Datenschutzbeauftragte bist. Dich nennt § 203 Abs. 4 StGB ausdrücklich, wenn du bei einem Berufsgeheimnisträger tätig bist. Erster Schritt: Frag bei der nächsten Prüfung nach dem Vertrag und den Speicherregeln des Anbieters, nicht nach der Sperre.
Wenn du in der Personalabteilung arbeitest. Die Liste in § 203 Abs. 1 und 2 StGB nennt HR nicht. Für personenbezogene Daten verlangt die DSK aber auch dort eine Rechtsgrundlage und Transparenz gegenüber den Betroffenen. Wichtig ist der Arbeitgeber-Teil der Hilfeseite: Bei Business, Enterprise oder Edu können Admins gesperrte Chats weder entsperren noch die PIN zurücksetzen. Gesperrte Chats heben aber den Zugriff der Organisation auf Arbeitsbereichsdaten nicht auf, und bei Enterprise und Edu bleiben sie in den Protokollen der Compliance-Plattform. Erster Schritt: Frag die IT, was euer Arbeitsbereich protokolliert, bevor du annimmst, ein gesperrter Chat sei vor deinem Arbeitgeber privat.
Wenn du vor allem deinen Bildschirm teilst. Dafür ist die Funktion gebaut. Sperre den Chat, bevor der Call beginnt, und schau auf deine anderen offenen Geräte: OpenAI schreibt, dass dort der Titel eines gesperrten Chats stehen bleiben kann, bis die Liste aktualisiert wird, und dass auf iOS bereits geladene Inhalte sichtbar bleiben können, bis die App sich aktualisiert. Erster Schritt: Sperre vor dem Termin, nicht währenddessen.
Typische Stolperstellen
Alles hier stammt von der OpenAI-Hilfeseite zu gesperrten Chats, sofern nicht anders angegeben.
„Ich finde ‚Lock chat‘ nicht im Menü.“ Die Versionshinweise vom 20. Oktober sprechen von einem schrittweisen Rollout, und die Hilfeseite sagt, bei fehlender Option sei die Funktion womöglich noch nicht auf deinem Konto. Am Desktop brauchst du die ChatGPT-App für macOS oder Windows.
„Ich kann diesen Chat nicht sperren.“ Nicht sperrbar sind unter anderem temporäre Chats, archivierte Chats, Gruppenchats, Chats, die aus einem geteilten Link entstanden sind, und Chats mit geplanten Aufgaben, Meeting-Aufnahmen oder Hintergrundaufgaben. Ein temporärer Chat lässt sich nicht sperren, solange er temporär ist; speicherst du ihn, wird er zu einem normalen Chat.
„Der gesperrte Chat hat seine Projektanweisungen verloren.“ Ein Chat, der aus einem Projekt heraus gesperrt wird, verlässt laut OpenAI das Projekt und nutzt dessen Anweisungen, Dateien und Memory nicht mehr. Nach dem Entsperren landet er im normalen Verlauf, nicht wieder im Projekt.
„Ich habe einen Chat gesperrt, den ich geteilt hatte, und der Link geht noch.“ Das Sperren löscht den Link nicht. Bereits geteilte Inhalte bleiben verfügbar, neue Nachrichten kommen nicht dazu. Lösche den Link separat.
„Eine hochgeladene Datei liegt noch in Space.“ Dateien, die im Chat hochgeladen oder erstellt wurden, sind mit der Sperre geschützt. Dateien, die du aus Space dazugenommen hast, bleiben dort verfügbar, und Dateien aus verbundenen Quellen behalten ihre bisherigen Zugriffsregeln.
„ChatGPT erinnert sich an etwas, das ich vorher gesagt habe.“ Das Sperren entfernt keine Informationen, die ChatGPT sich vor dem Sperren gemerkt hat. Was nur in gesperrten Chats gemerkt wird, gelangt nicht in normale Chats; gesperrte Chats können aber Informationen aus dem normalen Memory nutzen.
„Ich habe die PIN vergessen.“ Vergessen löscht nichts. Zurücksetzen löscht dauerhaft alle gesperrten Chats, nur dort gemerkte Informationen und nur durch die alte PIN geschützte Dateien. Der Support kann sie laut OpenAI nicht wiederherstellen. Kennst du die PIN, bleibt beim Ändern alles erhalten. Nach zu vielen Fehlversuchen sperrt ChatGPT den Zugriff vorübergehend.
„Mein Screenshot ist schwarz.“ Auf Android können Screenshots von gesperrten Chats laut Hilfeseite leer oder schwarz sein, weil die App geschützte Inhalte verbirgt.
„Wer den Chat offen hat, kann ihn kopieren.“ OpenAI sagt das ausdrücklich: Wer einen gesperrten Chat öffnen kann, kann dessen Inhalt kopieren. Die PIN schützt die Tür, nicht das, was dahinter liegt.
Was die PIN nicht kann
- Sie macht einen Chat nicht vertraulich im rechtlichen Sinn. Berufsgeheimnis und DSGVO folgen aus Gesetz und Vertrag, und OpenAI schreibt, das Sperren setze rechtliche und Compliance-Pflichten nicht außer Kraft.
- Sie ersetzt keinen Vertrag. § 43e BRAO und § 62a StBerG verlangen ihn in Textform, mit Verschwiegenheitsverpflichtung.
- Sie nimmt nichts zurück. Ein geteilter Link bleibt, und ein gesperrter Chat folgt deiner Einstellung zum Modelltraining.
- Sie verbirgt nichts vor den Compliance-Werkzeugen deiner Organisation. Bei Enterprise und Edu bleiben gesperrte Chats in den Protokollen der OpenAI-Compliance-Plattform.
- Ein PIN-Reset ist nicht umkehrbar. Es gibt keine Wiederherstellung, auch nicht über den Support.
Häufige Fragen
Verschlüsselt ChatGPT gesperrte Chats? OpenAI sagt, das Sperren schaffe keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und keinen getrennten verschlüsselten Tresor. Es ändert, wo der Chat erscheint und wie du ihn öffnest.
Verhindert die Sperre, dass OpenAI mit dem Chat trainiert? Nein. Gesperrte Chats folgen deiner bestehenden Einstellung „Improve the model for everyone“. In persönlichen Tarifen kannst du sie abschalten; bei Business, Enterprise, Edu und der API trainiert OpenAI laut Hilfeseite standardmäßig nicht mit den Eingaben und Ausgaben.
Ist ein gesperrter ChatGPT-Chat durch das Anwaltsgeheimnis geschützt? Die Sperre hat darauf keinen Einfluss. Im US-Fall Heppner entschied ein Bundesgericht, dass Chats eines Angeklagten mit einem öffentlich zugänglichen KI-Chatbot, die er ohne Anweisung seiner Anwälte führte, weder durch das Anwaltsgeheimnis noch als Arbeitsergebnis geschützt waren. Für Deutschland gilt das nicht automatisch, und ein anderes US-Gericht kam nach der Darstellung der IBA am 10. Februar in einem anderen Fall zu einem anderen Ergebnis.
Darf ich Mandantendaten in ChatGPT eingeben, wenn ich den Chat sperre? Die Sperre beantwortet diese Frage nicht. Das tun § 203 StGB, dein Berufsrecht (§ 43e BRAO, § 62a StBerG), die DSGVO und der Vertrag mit dem Anbieter. Die sicherste Gewohnheit ist, nichts einzugeben, was auf eine Person schließen lässt.
Was passiert, wenn ich die PIN vergesse? Bis zum Zurücksetzen passiert nichts. Das Zurücksetzen löscht dauerhaft alle gesperrten Chats, die nur dort gemerkten Informationen und die nur durch die alte PIN geschützten Dateien, und der Support kann sie nicht wiederherstellen.
Kann mein Arbeitgeber meine gesperrten Chats sehen? Admins können sie laut OpenAI weder entsperren noch die PIN zurücksetzen. Die Funktion hebt aber den Zugriff der Organisation auf Arbeitsbereichsdaten und deren Regeln nicht auf, und bei Enterprise und Edu stehen gesperrte Chats weiter in den Protokollen der Compliance-Plattform.
Ist der temporäre Chat sicherer als ein gesperrter? Beide lösen verschiedene Probleme. OpenAI sagt, ein temporärer Chat bleibe aus dem Verlauf und werde nicht zum Verbessern der Modelle genutzt, solange er temporär bleibt, OpenAI dürfe aber bis zu 30 Tage eine Kopie aus Sicherheitsgründen behalten. Ein gesperrter Chat wird gespeichert und folgt deiner Trainings-Einstellung. Ein temporärer Chat lässt sich nicht sperren. Mehr dazu in Temporärer Chat in ChatGPT.
Reicht es, den Namen des Mandanten zu entfernen? In der Regel nicht. Die Datenschutzkonferenz schreibt, es reiche „regelmäßig nicht“, Namen und Anschriften zu entfernen, wenn sich der Personenbezug aus dem Zusammenhang herstellen lässt, und die BRAK sagt dasselbe für Mandatsinformationen.
Löscht ein Löschen den gesperrten Chat sofort? OpenAI sagt, ein gelöschter Chat lasse sich weder in ChatGPT noch über den Support wiederherstellen, und gelöschte gespeicherte Chats würden innerhalb von 30 Tagen endgültig aus den Systemen entfernt, mit Ausnahmen für Sicherheits- oder Rechtsgründe. Dateien in Library oder Space löscht du gesondert.
Wo lese ich mehr zur Privatsphäre bei ChatGPT? Unser Überblick Ist ChatGPT wirklich privat? erklärt die Grundlagen.
Fazit
Gesperrte Chats sind eine kleine, ehrliche Funktion mit einer klaren Aufgabe: eine Unterhaltung vor dem Nächsten verbergen, der auf deinen Bildschirm oder dein Handy schaut. OpenAI sagt das selbst und nennt dann fünf Dinge, die sie nicht leistet. Für dich als Berufsgeheimnisträger heißt das: Was deine Mandanten und Patienten schützt, bleibt wie vorher. Du achtest darauf, was du eingibst, wo du es eingibst und was der Anbieter vertraglich zugesagt hat. Die PIN ist eine Höflichkeit gegenüber den Menschen um dich herum.
Dein erster Schritt in dieser Woche: Nimm eine Aufgabe, die du schon mit echtem Material in ChatGPT erledigst, schreibe sie mit Platzhaltern um (Schritte 1 bis 4 oben) und vergleiche die beiden Antworten selbst.
Wenn du das strukturiert lernen willst, passen diese Kurse (jeweils die ersten 2 Lektionen gratis): KI für Anwaltskanzleien: Mandanten-Workflows, KI für Steuerberater und für Praxen KI-Sitzungsdokumentation für Psychotherapeut*innen: Der DSGVO- und §203-sichere Workflow. Für den Alltag im Büro: Datenschutz im Arbeitsalltag mit KI.
Quellen
- OpenAI Help Center: Using locked chats in ChatGPT
- OpenAI Help Center: ChatGPT release notes, 20. Oktober 2026
- OpenAI Help Center: How your data is used to improve model performance
- OpenAI Help Center: Chat and file retention in ChatGPT
- OpenAI Help Center: Temporary chat in ChatGPT
- OpenAI: Zusatz zur Datenverarbeitung (DPA)
- OpenAI: Enterprise-Datenschutz
- OpenAI: Datenresidenz in Europa
- § 203 StGB, Verletzung von Privatgeheimnissen
- § 43e BRAO, Inanspruchnahme von Dienstleistungen
- § 62a StBerG, Inanspruchnahme von Dienstleistungen
- BRAK: Hinweise zum Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI), Stand Dezember 2024
- Bundessteuerberaterkammer: FAQ, KI im steuerberatenden Berufsstand, Stand 27. Januar 2026
- Datenschutzkonferenz: Orientierungshilfe Künstliche Intelligenz und Datenschutz, 6. Mai 2024
- Orrick: Court rules AI conversations are not privileged, what United States v. Heppner means for you
- International Bar Association: US federal courts split on litigant AI use and privilege protections










